Winterthur

Sorgen, Vaterglück, Euphorie und Panne

Während 18 Jahren war das Komiker-Duo «Sutter und Pfändler» ein sicherer Unterhaltungswert auf Schweizer Showbühnen. Nach dem krankheitsbedingten Rücktritt seines Bühnenpartners ist Peter Pfändler nun mit seinem Soloprogramm unterwegs.

Peter Pfändlers Comedy lebt zum grossen Teil von witzigen Parodien und Imitationen bekannter Persönlichkeiten.

Peter Pfändlers Comedy lebt zum grossen Teil von witzigen Parodien und Imitationen bekannter Persönlichkeiten. Bild: Marc Dahinden

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Überaus gut gelaunt setzt sich Comedian Peter Pfändler in unterschiedlichen Posen für das Foto vor dem Restaurant Strauss in Szene. Beim anschliessenden Gespräch in einer ruhigen Ecke des Lokals, berichtet er ausführlich weshalb er jetzt allein auf den Showbühnen steht.

Sutter und er seien 2017 bereits in der Phase des Textens für das neue Programm gewesen als sich beim langjährigen Bühnenpartner erste Anzeichen einer Krankheit bemerkbar machten. «Die Lokalitäten für die neue Tournee waren bereits gebucht», blickt Pfändler zurück. Zwei Mal habe man den Tourneestart um sechs Monate geschoben. Als sich abzeichnete, dass mit einer raschen Genesung Sutters nicht zu rechnen war, habe dieser sich zum Aufgeben entschlossen.

Wie ging Pfändler damit um? «Existenzängste gab es durchaus», bekennt er. «Da baust du dir während fast 20 Jahren etwas auf, gewinnst mit dem Prix Walo die höchste Auszeichnung die du in der Schweiz in unserer Sparte holen kannst und dann ist das plötzlich alles vorbei», verdeutlicht er seine damalige Gefühlslage. Er habe bald realisiert: »jetzt mueni allei gah!»

Auf das Suchen eines neuen Bühnenpartners habe er aus Respekt gegenüber Sutter verzichtet. Für die Erarbeitung eines Soloprogramms musste Pfändler bei null beginnen. Aufbau und Technik beim Erzählen eines Witzes funktioniere völlig anders, wenn man alleine auf der Bühne stehe, führt er aus.

Missglückte Premiere

Mit Höchsteinsatz beim Texten und Proben schaffte es Pfändler in der Folge, sein Soloprogramm «Fadegrad und ungeschminkt» termingerecht für die Premiere am 17. November in Zürich fertigzustellen. Und wie kam die Show an? Pfändler antwortet mit zwei Worten: «Super Gau!» Der Bühnenprofi erklärt es so: «Ausverkaufter Saal im «Weisser Wind», viele geladene Gäste, Schweizer Fernsehen anwesend, Saalbeleuchtung wird heruntergefahren, Gespräche verstummen, ich warte hinter dem Vorhang auf die Musik die jetzt kommen müsste, aber sie kommt und kommt nicht.»

Wie sich bald herausstellte handelte es sich um einen Komplett- Absturz der Tonanlage. Da sich die Panne nicht auf die Schnelle beheben liess, unterhielt Pfändler das Publikum während dreiviertel Stunden in klassischer Stand-up-Comedy Manier. Sein improvisiertes Notprogramm honorierte das Publikum am Schluss mit einer Standing Ovation. «Aus dem Desaster ins Höchste was erreichbar ist», bringt es Pfändler auf den Punkt. Eine Ersatzvorstellung für die Premierengäste werde nun im März stattfinden. Nach mittlerweile zehn Vorstellungen auf seiner Tournee, ist Pfändler jetzt aber mehr als zufrieden. Er werde geradezu überschwemmt mit positiven Rückmeldungen, wie er es bei Sutter und Pfändler nie erlebt habe.

Ansteckende Fröhlichkeit

Seine Comedy lebt zum grossen Teil von witzigen Parodien und Imitationen bekannter Persönlichkeiten, deren Eigenheiten er treffsicher auf den Punkt bringt. Pfändler selber sieht seine Stärke nebst dem Imitieren, vor allem in seiner naturgegebenen Fröhlichkeit, welche jeweils auf das Publikum überschwappe. Gemäss dem Tourneeplan gastiert Pfändler im April auf der Strauss-Bühne in Winterthur. Weshalb nicht auf der Comedybühne im Casinotheater? «Ich weiss es auch nicht», sagt er mit enttäuschtem Unterton. Viktor Giacobbo möge seine Art Humor wohl nicht besonders, mutmasst der Künstler.

Im März ist Pfändler mit 57 Jahren zum zweiten Mal Vater geworden, überdies spielte er im Sommer den Bösewicht Rollins im Freilichtspiel Winnetou ll in Engelberg und ist jetzt auf Tournee unterwegs. Wie schafft er dies alles? «Ohne meine Frau Sabine die mich grossartig unterstützt ginge es nicht», ist er sich im Klaren.

Und wie fühlt sich der seit 15 Jahren in Reutlingen wohnhafte Zürcher in der Eulachstadt? Als Stadtzürcher habe er früher über Winterthur gelächelt gesteht er, inzwischen sei er jedoch längst zum angefressenen Winti-Fan geworden, versichert der Comedystar. (Landbote)

Erstellt: 07.12.2018, 11:03 Uhr

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