Winterthur

Sozialhilfebetrüger muss ins Gefängnis

Er verschwieg den Besitz eines BMW und fälschte Rail-Checks: Ein Deutscher hat die Stadt um über 15 000 Franken betrogen. Mehr als doppelt so viel Sozialgeld steckte eine Kinderbetreuerin in den eigenen Sack.

Ein Deutscher hat monatelang die Winterthurer Sozialhilfe betrogen – nun muss er ins Gefängnis.

Ein Deutscher hat monatelang die Winterthurer Sozialhilfe betrogen – nun muss er ins Gefängnis.

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Ein deutscher Staatsangehöriger mit Aufenthaltsstatus B hat über Monate die sozialen Dienste der Stadt Winterthur betrogen. Dies geht aus einem kürzlich rechtskräftig gewordenen Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland hervor. Begonnen hatte alles mit seinem Umzug nach Winterthur im Frühling 2014. Ein bemerkenswertes Detail: Der heute 40-jährige Mann wohnte vorher in Rorschach, jener Stadt also, die mit harter Hand gegen Sozialhilfebezüger vorzugehen behauptet und 2013 medienwirksam aus der Konferenz für Sozialhilfe ausgetreten ist.

Einen Tag nach seinem Umzug meldete sich der Deutsche bei den sozialen Diensten an und gab an, weder Vermögen zu besitzen noch ein Einkommen zu erzielen. Dabei verschwieg er den Besitz eines BMW 535d im Wert von 14 000 Franken. Auch die Einkünfte aus verschiedenen Nebenjobs, die er in den folgenden Monaten erzielte, gab er nicht an. Ingesamt liess sich der Mann Sozialleistungen in Höhe von 15 800 Franken auszahlen, auf die er keinen Anspruch hatte.

Mehrfach vorbestraft

Die Staatsanwaltschaft hat den Deutschen nun zu einer Freiheisstrafe von sechs Monaten verurteilt. Da er bereits mehrere Vorstrafen aufweist, muss er die Strafe auch wirklich absitzen.

Dazu haben aber auch noch weitere, aktuelle Straftatbestände beigetragen. So fälschte der Mann mehrere Rail-Checks, die er von der Stadt Winterthur erhalten hatte. Ein Beispiel: Er gab an, für einen Gerichtstermin nach Konstanz fahren zu müssen. Doch der Termin war erfunden, und der Mann änderte die auf dem Rail-Check notierte Destination von Konstanz zu Biel und erhöhte den Ticketbetrag um 90 Franken. Weiter wurde der Mann auch wegen Pfändungsbetrugs verurteilt, denn auch gegenüber dem Betreibungsamt der Stadt verheimlichte er seine Einkommen und den Besitz des BMWs.

Zuletzt wurde der Deutsche auch gegen eine Bekannte von ihm tätlich, zweimal verschaffte er sich Zugang zu deren Wohnung nd drohte ihr. In einem Fall nahm er ihr eine Vielzahl persönlicher Gegenstände wie Laptop oder ID ab, um daraus Geld zu machen.

Betreuung verschwiegen

In einem weiteren Fall von Sozialhilfebetrug verurteilte die Staatsanwaltschaft eine junge Frau aus Winterthur zu einer Geldstrafe von 7500 Franken. Bezahlen muss die Frau das Geld allerdings nur, wenn sie in den nächsten zwei Jahren erneut straffällig wird.

Die Frau bezieht seit 2007 Sozialhilfe von der Stadt Winterthur und auch sie verschwieg den Behörden ihr Einkommen. Zwischen 2014 und 2016 war sie für zwei Familien als Kinderbetreuerin tätig und verdiente mehrere zehntausend Franken, die sie bar bezog und nie deklarierte. Sie erhielt somit ungerechtfertigt Unterstützungsbeiträge in Höhe von 34 000 Franken, die sie nun abstottern muss.

(Der Landbote)

Erstellt: 10.10.2017, 16:55 Uhr

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