Winterthur

SP und Grüne blasen zum Angriff

Unabhängigkeit. Dieses Stichwort fiel mehrfach, als SP und Grüne vor den Medien ihre gemeinsame Kampagne für den Stadtratswahlkampf vorstellten.

Treten im Wahlkampf gemeinsam auf: Christa Meier (SP), Jürg Altwegg (Grüne), Yvonne Beutler (SP) und Nicolas Galladé (SP).

Treten im Wahlkampf gemeinsam auf: Christa Meier (SP), Jürg Altwegg (Grüne), Yvonne Beutler (SP) und Nicolas Galladé (SP). Bild: Marc Dahinden

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SP und Grüne gehen mit der bürgerlichen Stadtratsmehrheit hart ins Gericht. Die vergangenen vier Jahre seien eine Zeit der verpassten Chancen für Winterthur gewesen. «Der Stadtrat fühlte sich zu stark Einzelinteressen verpflichtet und nicht der Gesamtbevölkerung», sagte SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer.

Bei den Kandidierenden der SP und der Grünen bestehe diese Gefahr nicht: «Sie sind alle unabhängig und niemandem Rechenschaft schuldig.»

Die beiden Parteien legten denn auch gleich ihr Wahlkampfbudget offen: Das SP-Budget beträgt 110 000 Franken, jenes der Grünen rund 50 000 Franken. Jeweils 20 Prozent tragen die Kandidaten selber. Der Rest stammt von Privaten und aus den Parteikassen.

««Künzle hat bei seinen Entscheidungen stets die Erwartungen seiner Klientel im Nacken.»Christa Meier (SP)
Kandidatin für das Stadtpräsidium

Alle vier Kandidierenden legten kurz ihre Erfolge und Ziele dar. Nicolas Galladé (SP) zeigte sich stolz, dass es gelungen sei, 2015 in kurzer Zeit 200 Asylsuchende unterzubringen und in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und Kirchen Freizeit- und Bildungsangebote aufzubauen.

Yvonne Beutler (SP) betonte, ihr sei es gelungen, die Kernverwaltung erfolgreich zu sanieren. Sparen dürfe aber nicht zur Identität der Stadt werden. «Es braucht Weitblick. Aufwand und Steuerfuss müssen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen.»

Jürg Altwegg (Grüne) sprach vor allem von anstehenden Herausforderungen. Ein wichtiges Ziel sei es, mittelfristig Tagesschulangebote zu schaffen und bei der Sonderschulung und Schulbehördenorganisation neue Lösungen zu finden.

Christa Meier (SP), die auch für das Stadtpräsidium kandidiert, sprach sich dafür aus, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und eine vorausschauende Verkehrsplanung zu betreiben. Der Stadtrat müsse wo immer möglich Einfluss nehmen, etwa bei der Planung der Areale Rieter und Obertor.

Es sei Aufgabe des Präsidiums, Entwicklungsstrategien zu entwerfen. Danach gefragt, was sie dem amtierenden Stadtpräsidenten Michael Künzle (CVP) ankreide, kam Christa Meier erneut auf die Unabhängigkeit zu sprechen. «Künzle hat bei seinen Entscheidungen und Nicht-Entscheidungen stets die Erwartungen seiner Klientel im Nacken. Das bremst ihn bei der zukunftsgerichteten Gestaltung.»

Über der gemeinsamen Kampagne von SP und Grünen steht eine Frage an die Wählerinnen und Wähler: «Erwarten Sie mehr?» Wer dies mit Ja beantworte und genug habe von «Sachwaltern der Notwendigkeit», solle Meier, Galladé, Beutler und Altwegg wählen, sagt Reto Diener, Co-Präsident der Grünen.

«Nur wer wagt, gewinnt»

Nicht aktiv an der Kampagne beteiligt sich die EVP, die im Rat oft eine politische Verbündete ist. Gemäss Mattea Meyer herrscht nach wie vor ein gutes Einvernehmen. «Aber weil die EVP Christa Meier nicht als Stadtpräsidentin unterstützen wollte, haben wir auf einen gemeinsamen Auftritt verzichtet.»

Angst, dass einer der bisherigen Stadträte aus den eigenen Reihen abgewählt wird, haben die Parteien nicht. «Wir haben ein Viererticket, wer den Wandel will, wird alle vier Namen aufschreiben», sagte Mattea Meyer. Und Diener ergänzte, nur wer wage, könne auch gewinnen.

Grüne und SP sind bisher im Wahlkampf weniger gemeinsam in Erscheinung getreten als die Kandidaten von FDP, CVP und SVP. Mattea Meyer sagt dazu, es habe durchaus gemeinsame Auftritte gegeben. Dass man weniger wahrgenommen werde, liege auch daran, dass die bürgerliche Allianz deutlich mehr finanzielle Mittel habe.

(Der Landbote)

Erstellt: 09.01.2018, 18:01 Uhr

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