Eishalle

Sporttalente müssen sich im Gang umziehen

Weil neu auch Talente einer Sportschule in der Eishalle trainieren, spitzt sich die bereits heute prekäre Garderobensituation zu. Der Stadtrat sieht allerdings keinen akuten Handlungsbedarf.

Dass es zu wenig Garderoben in der Zielbau-Arena hat, erkennt der Stadtrat - trotzdem handelt er nicht.

Dass es zu wenig Garderoben in der Zielbau-Arena hat, erkennt der Stadtrat - trotzdem handelt er nicht. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der Boom bei den Junioren und neue, offenere Geschlechterrollen sprengen in der Zielbau-Arena die Kapazitäten. Seit die Eishalle Deutweg 2002 eröffnete, wuchs die Zahl der Junioren und Juniorinnen beim Eishockey-Club Winterthur (EHCW) und beim Winterthurer Schlittschuhclub (WSC) um die Hälfte an. Gleichzeitig spielen heute mehr Mädchen Eishockey und mehr Knaben interessieren sich für Eiskunstlauf. Die Konsequenz: Die acht Garderoben reichen längst nicht aus, wie die beiden Clubs gemeinsam beklagen. Den Befund bestätigt nun auch der Stadtrat in einer Antwort auf eine Interpellation, die CVP-Gemeinderat Andreas Geering im Januar zusammen mit Parlamentariern von SVP, GLP und FDP eingereicht hatte. Weiterhin sieht der Stadtrat, wie sich aus der Antwort herauslesen lässt, keinen akuten Handlungsbedarf. Für Geering ist die Antwort darum «unbefriedigend», wie er sagt. «Man anerkennt den Bedarf, unternimmt aber nichts.»

Behelfslösungen

Bis jetzt hat das Sportamt mit organisatorischen Massnahmen auf die Situation reagiert. So wurde eine Schiedsrichtergarderobe als Eishockeygarderobe für Mädchen genutzt – bis die Liga zusätzliche Offizielle und ein früheres Einfinden der Schiedsrichter vorschrieb. Kinder, die den Einsteigerkurs des Schlittschuhclubs besuchen und in ihren Alltagskleider auflaufen, müssen sich zudem in den öffentlichen Garderoben umziehen. Baulich wurde bisher wenig getan, vor allem aus Kostengründen. Unter der Restaurantterrasse wurde zwar für 70 000 Franken eine zusätzliche Garderobe für die Eiskunstläufer aufgestellt. Der Container ohne Duschen ist eher eine Behelfslösung.

Ein Projekt, das die Situation nachhaltig verbessert hätte, wäre die Überdachung des Ausseneisfeldes samt Garderoben. Der Stadtrat hat die Investition aber schon vor Monaten auf Eis gelegt. Allein das Dach ohne Garderoben würde rund 2,5 Millionen Franken kosten. Einem anderen Vorschlag, nämlich vier neue fixe Garderoben unter der Restaurantterrasse zu bauen, unabhängig von einer Überdachung, hatte Sportamt-Chef Dave Mischler letzten Herbst eine Absage erteilt.

«Der Stadtrat anerkennt den Bedarf, macht aber nichts. Das ist unbefriedigend.»Andreas Geering,  CVP-Gemeinderat

Gemessen am damaligen Ton ist die Stadtratsantwort auf den bürgerlichen Vorstoss etwas offener. Der Stadtrat beziffert darin die Kosten pro Garderobe in Containerbauweise samt Duschen mit 300 000 Franken. Vor allem aber nennt er einen möglichen Standort für ein Provisorium: Die Container könnten auf der Seite der Industriestrasse auf einer Konstruktion über dem Retentionsbecken platziert werden.

Gemeinderat Geering will nun nach den Sommerferien noch einmal das Gespräch mit den beiden Vereinen sowie mit den bürgerlichen Parteien suchen und allenfalls mit einem Postulat neue Garderoben fordern.

Geteiltes Eis

Vorderhand dürfte sich der Engpass in der Eishalle weiter verschärfen. Denn mit der Inbetriebnahme der privaten Kunst- und Sporschule Talent-Campus Winterthur in der benachbarten Axa-Arena steigt die Nachfrage nach Trainingseis zusätzlich an. Um dem Bedarf gerecht zu werden, will das Sportamt das Eis unterteilen und den Belegungsplan verdichten, wie es in der Interpellationsantwort heisst. «Allerdings werden sich diese Leistungssportler und -sportlerinnen aufgrund der fehlenden Garderoben auf Klappbänken in einem Gang umziehen müssen.» (Landbote)

Erstellt: 08.08.2018, 16:03 Uhr

Artikel zum Thema

Die Eisprinzessinnen müssen in die öffentliche, gemischte Garderobe

Winterthur Mädchen und Buben im Kader der Eiskunstläufer müssen sich in der gemischten Garderobe umziehen. Das bleibt noch mindestens fünf Jahre so. Weil das Budget der Stadt vom Polizeigebäude beansprucht wird, fehlt für die Eissportanlage das Geld. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Paid Post

Soforthilfe für Smartphones

Ob Displaybruch, defekte Kamera oder Wasserschaden – Wintek Swiss hat meist eine Lösung.