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Blechpolizisten, Prävention und neue Kübel: Das alles ist Sicherheit

Sechs Jahre nach der Ankündigung liegt nun das Winterthurer Sicherheitskonzept vor. Es fasst viele bewährte Massnahmen zusammen und will an einigen Stellen nachbessern.

Für grosse Bedrohungen wie Terror will die Stapo ihr Interventionskonzept verbessern. Die anderen 42 Massnahmen sind alltäglicher.
Für grosse Bedrohungen wie Terror will die Stapo ihr Interventionskonzept verbessern. Die anderen 42 Massnahmen sind alltäglicher.
Marc Dahinden

Auch Abfallkübel tragen zum Sicherheitsgefühl bei. Wie breit das neue Winterthurer Sicherheitskonzept gefasst ist, das Stadträtin Barbara Günthard-Maier (FDP) am Montag vorstellte, zeigt sich an der Massnahme 1.2.4: «Littering-Prävention optimieren». Mit zwei Millionen Franken ist die Anschaffung 600 neuer Mülleimer die mit Abstand teuerste Einzelmassnahme.

Sicherheitsvorsteherin Günthard-Maier zitierte dazu die «Broken Windows»-Theorie. Sie besagt, dass ein vernachlässigtes, schmuddliges Stadtbild das Sicherheitsgefühl senkt und schwerere Delikte nach sich zieht. Der Leiter des Strasseninspektorats, Peter Hirsiger, dessen Abteilung Abfälle beseitigt und Graffiti entfernt, sass darum ebenso an Günthard-Maiers Seite wie Polizeikommandant Fritz Lehmann. Ebenfalls vertreten: Françoise Vogel von der Hauptabteilung Prävention und Suchthilfe.

100 Seiten, 43 Massnahmen

«Die departementsübergreifende Zusammenarbeit wird seit eh und je gelebt», sagte Günthard-Maier. «Das Sicherheitskonzept macht sie nun sichtbar». Es ist das erste seiner Art. 2012 wurde es bei der Abstimmung zur Aufstockung des Stadtpolizei-Korps angekündigt, dann verzögerte es sich mehrfach, weil das Polizeikader überarbeitet war. Das 100-seitige Papier, das nun vorliegt, stellt nicht alles Bisherige auf den Kopf. Von den 43 Massnahmen sind 25 im Plan schwarz markiert, das heisst: Weitermachen wie bisher. Bei anderen Punkte soll nachgebessert werden. Völlig neu sind nur fünf Massnahmen. «Dieses Ergebnis zeigt, dass früher schon gut gearbeitet wurde», sagt Kommandant Fritz Lehmann. «Und dass die Massnahmen keine übertriebenen Kosten verursachen werden.»

Bis 2021 werden Zusatzkosten von insgesamt 433'000 Franken veranschlagt, vor allem für Studien, dazu kommen 2,17 Franken an Investitionen, hauptsächlich für die erwähnten Abfallkübel. Vier grosse Ziele wurden festgelegt: «Verstösse und Störungen im öffentlichen Raum auf heutigem Niveau halten», «Verkehrsunfälle mit Personenschaden reduzieren», «Gewaltdelikte reduzieren» sowie «subjektive Sicherheit halten».

«Angsträume» vermeiden

Damit sich die Bevölkerung sicherer fühlt, soll unter anderem die Polizeipräsenz in der Altstadt in Abendstunden und am Samstag gezielt erhöht werden. Bei der Planung von Parks oder Unterführungen soll künftig immer darauf geachtet werden, dass es keine finsteren Ecken, sogenannte «Angsträume», entstehen. Eine Vorstudie soll prüfen, ob punktuelle Videoüberwachung sinnvoll wäre.

Drohungen gegen Beamte

Im Bereich Gewaltdelikte will die Stadtpolizei prüfen, wie und ob Grossanlässe besser vor Terroranschlägen geschützt werden können. Für eine Vorstudie wurden 50'000 Franken reserviert. Daneben werden werden Massnahmen wie die Brückenbauer (Austausch mit Moscheen), die Fachstelle Extremismus und Gewaltprävention und die Arbeitsgruppe häusliche Gewalt weitergeführt und weiterentwickelt. Weil Drohungen gegen städtische Mitarbeiter aller Departemente zunehmen, sollen diese geschult werden, wie sie Drohungen melden und Hilfe bekommen können.

Im Bereich Verkehr wurde für 170'000 Franken bereits ein neuer, verschiebbarer «Blechpolizist» angeschafft. Im Velobereich wollen Tiefbau und Stadtpolizei künftig Unfallschwerpunkte erfassen und wenn möglich entschärfen. Massnahmen gibt es auch bei den jüngsten Fussgängern. Unter der Führung des Schuldepartements soll eine «Arbeitsgruppe Schulweg» gegründet werden, welche bis Ende 2019 die kritischen Schulwegübergänge erhebt und Massnahmen vorschlägt. Dafür sind 150'000 Franken vorgesehen.

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