Sicherheit

Stadtpolizei muss Ausschreibung wiederholen

Die Lieferung von bis zu 80 neuen Schutzwesten für «erhöhte Bedrohungslagen» verzögert sich, bei den alten Polizei-Westen läuft nun die Garantie ab.

Unter der Jacke steckt im Normalfall nur eine leichte Weste.

Unter der Jacke steckt im Normalfall nur eine leichte Weste. Bild: Madeleine Schoder

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Die Beamtinnen und Beamten der Stadtpolizei müssen sich im Alltag schützen, gegen Pistolenschüsse und Messerstiche tragen sie eine persönliche Schutzweste. Die Stapo hat nun diese rund 230 Schutzwesten neu beschafft. Vor kurzem erteilte sie der Action-Sport Landolt AG bei Interlaken den entsprechenden Auftrag im Wert von 280000 Franken. Folgebeschaffungen sind im Preis enthalten.

Weniger gut geklappt hat die parallele Beschaffung von zusätzlichen 50 bis 80 schweren ballistischen Schutzwesten, die von einer anderen Firma hätten kommen sollen. Bei diesen handelt es sich um Westen für erhöhte Bedrohungslagen, also beispielsweise Überfälle, zu denen die Beamten ausrücken. Die Ausschreibung für die schweren Westen muss wiederholt werden, weil sie mangelhaft war.

Konkret wurde erst bei einem Testtragen der Westen festgestellt, dass diese nicht den Ansprüchen des Korps gerecht werden. Im öffentlich einsehbaren Beschaffungsdokument heisst es: «Der für Einsätze mit erhöhter Bedrohungslage zwingend notwendige Schutz, insbesondere betreffend Kehlkopfschutz, und der gleichzeitig möglichst hohe Tragekomfort sind bisher nicht genügend klar beschrieben worden.»

«Nicht wie Yoghurt»

Auf Anfrage will Polizei-Sprecher Michael Wirz nicht weiter ins Detail gehen, aus «taktischen Überlegungen» und weil nun ja wieder ein Beschaffungs-Verfahren läuft.

Bis zu einer erneuten Auftragserteilung vergehen nun Wochen oder auch Monate. Gleichzeitig läuft jetzt die Garantie der bisherigen Westen ab. Ist das ein Problem? Und müssen jetzt kurzzeitig Ersatzwesten eines anderen Polizeikorps her? «Nein», sagt Michael Wirz. «Eine Schutzweste hat ja kein ganz fixes Ablaufdatum wie ein Yoghurt, die Beamtinnen und Beamten tragen die bisherigen Westen in der Übergangszeit einfach weiter.»

Eine Schutzweste hat ja kein ganz fixes Ablaufdatum wie ein Yoghurt, die Beamtinnen und Beamten tragen die bisherigen Westen in der Übergangszeit einfach weiter.Michael Wirz

Belgischer Produzent

Bei den 230 erfolgreich beschafften persönlichen Schutzwesten weist die Winterthurer Stadtpolizei nun eine Gemeinsamkeit mit den Kantonspolizeien von Bern und Zürich sowie diversen Stadt- und Gemeindepolizeien auf: Sie alle beziehen ihre Schutzwesten von der Action-Sport Landolt AG in der Zentralschweiz.

Dieser Verteiler wiederum bezieht die Ausrüstung teils von internationalen Marken. Im Fall der Winterthurer Stapo kommen die Westen dem Vernehmen nach vom belgischen Anbieter Seyntex. Eine Firma, die vor über 100 Jahren schon als Textilmanufaktur gegründet wurde.

Seyntex gibt an, der grösste europäische Produzent für Armeekleider und Uniformen zu sein. Auch Polizei- und Feuerwehrkleidung wird in zahlreiche Länder verkauft.

Erstellt: 14.12.2019, 18:20 Uhr

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