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Stadtrat will Frauenquote

Der Stadtrat unterstützt eine letztes Jahr eingereichte Motion, die mehr Frauen in Führungspositionen fordert. Künftig soll der Frauenanteil im städtischen Kader mindestens 35 Prozent betragen. Viel Nachholbedarf haben Schule und Polizei.

Quote im Superblock: Frauen sollen bei der Stadt Winterthur in Führungspositionen zahlreicher vertreten sein.
Quote im Superblock: Frauen sollen bei der Stadt Winterthur in Führungspositionen zahlreicher vertreten sein.
Marc Dahinden

Der Gemeinderat renne mit seiner Forderung «beim Stadtrat offene Türen ein», schreibt ebendieser Stadtrat, der seit Mitte Jahr eine linksgrüne Mehrheit hat. In der Gemeinderatsdebatteim April zum Thema Frauenquote hatte sich Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) noch skeptisch gezeigt.

Gestern aber verschickte der Stadtrat eine Mitteilung mit dem Titel «Frauenanteil von mindestens 35 Prozent in der oberen Führungsstufe». Und weiter: Diese Forderung sei «für den Stadtrat überaus berechtigt».

Eine differenzierte Sichtweise

Der Stadtrat trägt in seinem Antrag an den Gemeinderat viele Daten aus der Stadtverwaltung zusammen. Über alles gesehen arbeiten 61 Prozent Frauen und 39 Prozent Männer für die Stadt. In den obersten zwei Stufen aber sind es 70 Prozent Männer und nur 30 Prozent Frauen.

Überraschend sind die aktuellen Zahlen nicht, aber störend sind sie gleichwohl

Krass ist dieses Missverhältnis beispielsweise im Schuldepartement: 84 Prozent aller Angestellten sind Frauen, im Kader sind sie nur mit 22 Prozent vertreten. Bei den Bibliotheken arbeiten 81 Prozent Frauen, im obersten Kader gibts keine einige Frau.

Im gesamten Kulturdepartement aber ist die Geschlechtervertretung heute schon ausgeglichen. Ganz anders im Sicherheits- und Polizeidepartement: Fast alle Kaderleute sind Männer: 86 Prozent.

Überraschend sind manche dieser Zahlen nicht, störend über alles gesehen sind sie gleichwohl. Der Stadtrat schlägt eine Lösung vor, die auf die Eigenheiten der einzelnen Bereiche und Ämter Rücksicht nimmt. Innerhalb jedes Departements soll der Anteil von mindestens 35 Prozent Frauen erreicht werden, aber nicht innerhalb jedes Amts oder Bereichs.

Die Initiantin ist zufrieden

Die grünliberale Gemeinderätin Katrin Cometta-Müller, die den Vorstoss vor anderthalb Jahren zusammen mit Frauen von SP, Grünen, AL und EVP lanciert hatte, ist zufrieden mit dem Vorgehen des Stadtrats: «Das Festlegen von konkreten Zielen für mehr Chefinnen ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt.»

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