Winterthur

Starbucks schliesst seine Filiale am Neumarkt

Der Kaffee-Riese kapituliert in Winterthur an bester Lage. Schon Ende Monat ist Schluss.

Die Starbucks-Filiale am Neumarkt muss schliessen.

Die Starbucks-Filiale am Neumarkt muss schliessen. Bild: Enzo Lopardo

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Nach nur drei Jahren gibt der US-Kaffee-Multi Starbucks seine Filiale am Winterthurer Neumarkt auf. Das Unternehmen hat entsprechende Informationen des «Landboten» am Montagabend über seine Schweizer PR-Agentur bestätigt. Starbucks überprüfe regelmässig, ob seine Standorte den Kundenbedürfnissen entsprächen, während man gleichzeitig ein gesundes Wachstum anstrebe, schreibt der Konzern. Die Filiale am Neumarkt werde Ende August aufgelöst.

Auf Fragen nach dem Geschäftsgang geht Starbucks nicht ein. Dass der Standort am Neumarkt nicht auf die erhoffte Resonanz stiess, ist indes schon länger bekannt. Vor zwei Jahren bot ein Baugesuch indirekt Einblick in die Geschäftszahlen. Demnach setzte Starbucks am Neumarkt rund 1,2 Millionen Franken jährlich um – bei 210 Sitzplätzen, einem 14-Stunden-Betrieb und 15 Angestellten. Pro Sitzplatz, errechnete der «Landbote» einen Umsatz von 16 Franken pro Tag – viel zu wenig an dieser Lage, für die ein Mietpreis von mehreren 100 000 Franken pro Jahr veranschlagt werden muss.

Druck auf Starbucks wächst

Der tatsächliche Mietpreis wurde nie öffentlich. Wohl aber, dass der Kaffee-Multi die Vormieter überboten hatte. Bis 2015 hatte Wirte-Familie Kqira am Neumarkt über ein Jahrzehnt lang das Stella del Centro betrieben, ein italienisches Speiserestaurant. Seit 2017 wirtet die Familie im Restaurant Goldenberg. Vor dem Einzug der Kaffeehaus-Kette war das Lokal, das unter Denkmalschutz steht, aufwändig umgebaut worden.

Strassenumfrage

Der Starbucks verschwindet: Wie finden Sie das? Wir haben Passantinnen und Passanten in der Altstadt gefragt.

Wie es jetzt am Neumarkt weitergeht, konnte am Montag nicht geklärt werden. Eigentümer Lorenz Haid war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Die von der Schliessung betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter will Starbucks nach Möglichkeit in einer der näheren Filialen weiter beschäftigen. Nach wie vor betreibt die Kette ihre Filiale im Winterthurer Bahnhofsgebäude sowie über ein Dutzend Filialen in der Stadt Zürich.

Global gesehen, gerät Sturbucks zunehmend unter Druck. Allein in den USA will der Konzern in diesem Jahr rund 150 unrentable Standorte schliessen. Konkurrenz machen ihm sowohl kleine Nobel-Cafés als auch andere Ketten. Prominentestes Beispiel ist der Börsen-Neuling Luckin Coffee, der in China zum Angriff auf Starbucks geblasen hat und dort allein in diesem Jahr 2500 neue Filialen eröffnen will.

Erstellt: 12.08.2019, 17:54 Uhr

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