Winterthur

Eine monumentale Aufgabe für die neue Stiftungspräsidentin

Bereits seit Mitte letzten Jahres ist Bettina Stefanini Präsidentin der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte (SKKG). Am Informationsanlass gestern Abend erklärte sie, was sie in den letzten sechs Monaten gemacht hat: vor allem aufgeräumt, aufgelistet, geordnet.

Im Foyer des Sulzer-Hochhauses informierte Bettina Stefanini über die Strategien der Stiftung, die Alleinerbin des riesigen Vermögens und der riesigen Sammlung ist.
Video: Lisa Aeschlimann

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Bettina Stefanini ist mit vollem Engagement an der Arbeit. Und sie geht ihre Aufgabe, den Nachlass ihres Vaters zu ordnen und in die Zukunft zu führen, seriös und gewissenhaft an. Dies waren zwei der Hauptbotschaften des Informationsanlasses der Stefanini-Stiftung gestern Abend.

Die Tochter des Mitte Dezember verstorbenen Winterthurer Immobilienkönigs Bruno Stefanini ist bereits seit letztem Sommer Stiftungspräsidentin der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte, wie die Stefanini-Stiftung offiziell heisst. Sie wohnt nun in Winterthur, nicht mehr in Irland, und widmet sich ganz ihrer Tätigkeit als Stiftungsleiterin. Wie gestern bekannt wurde, erbt die Stiftung das ganze Vermögen Bruno Stefaninis.

«Ja, das Testament ist eröffnet. Und ja, mein Vater hat die Stiftung als Alleinerbin eingesetzt. Wir freuen uns sehr.»Bettina Stefanini, Präsidentin der Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte

«Das freut uns sehr», sagte die Tochter. Das Testament sei letzte Woche eröffnet worden. Sie hofft, dass es bei der Abwicklung keine Probleme gebe. Die rund 200 Liegenschaften mit über 3000 Wohnungen sollen voraussichtlich «noch in diesem Jahr» an die Stiftung übertragen werden.

Den Nachlass ihres Vaters bezeichnete Bettina Stefanini als «in jeder Beziehung monumental». Sie und die Stiftungsangestellten hätten die vergangenen Monate vor allem dafür aufgewendet, sich einen Überblick zu verschaffen.

18 Personen an der Arbeit

Dazu hat die Stiftung viel neues Personal angestellt: Verfügte sie letzten Sommer noch über nur sechs Angestellte, seien nun neben der Geschäftsführerin 18 Personen für die SKKG tätig, ­sagte Bettina Stefanini.

Die Stiftung habe erstmals überhaupt in ihrer rund 40-jährigen Geschichte ein Jahresbudget. Dieses beläuft sich laut Bettina Stefanini auf rund fünf Millionen Franken, die Kosten für die laufende Renovation des Schlosses Grandson nicht eingerechnet.

In Winterthur wurden auch die Aussagen zur Zukunft der vielen Stefanini-Liegenschaften in der Stadt mit Spannung erwartet. Diesbezüglich gibt es aber offensichtlich noch keine klare Strategie. Bettina Stefanini machte aber grundsätzliche Aussagen, ­etwa: «Wir werden uns nicht meilen­weit von den Ideen meines Vaters wegbewegen.»

Über 120 Personen waren an den Informationsanlass von Bettina Stefanini gekommen, darunter mehrere Stadträte.

Die Befürchtungen, man werde die Häuser teuer renovieren und viel höhere Mieten verlangen, entkräftete sie: «Die Winterthurer Altstadt liegt mir sehr am Herzen.» Man werde eher zurückhaltender renovieren, als dies in den letzten Jahren geschehen sei: «Die Gentrifizierung ist nicht mein Ding.»

An den Informationsanlass im Foyer des Sulzer-Hochhauses waren über 120 Personen eingeladen, darunter viele Vertreterinnen und Vertreter der Kultur­szene. Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) begrüsste die ­Anstrengungen der neuen Stiftungsführung. Man habe ein ­gutes Einvernehmen. Die Stadt hoffe, dass günstiger Wohnraum erhalten bleibe. Gleichzeitig sei man aber auch daran interessiert, dass einige Liegenschaften in sehr schlechtem Zustand rasch renoviert werden.

Referat über eine Meerschaumpfeife

Der Anlass gestern hatte auch eine kuriose Note: Zwischendurch referierte Andreas Rub, Militaria-Experte der Stiftung, über eine Meerschaumpfeife und eine Granate aus der Stefanini-Sammlung. Der versammelten hohen Gästeschar blieb nichts anderes übrig, als andächtig zuzuhören.

Weitere Beiträge zum Informationsanlass der Stefanini-Stiftung folgen morgen in der Zeitung und hier auf der Website.

Stefaninis Leben: Eine Chronologie Für eine seitenfüllende Ansicht HIER klicken.

Erstellt: 15.01.2019, 18:10 Uhr

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