Winterthur

Streit um Stadthausstrasse flammt wieder auf

Eine Mehrheit des Stadtparlaments fordert ein jahrzehntealtes Versprechen ein: Die Stadthausstrasse soll endlich verkehrsberuhigt werden. Dieser Forderung will der Stadtrat allerdings kein bisschen entgegenkommen.

Nach dem Willen von mehreren Parteien sollen auf der Stadthausstrasse nur noch Busse und Zulieferer fahren dürfen.

Nach dem Willen von mehreren Parteien sollen auf der Stadthausstrasse nur noch Busse und Zulieferer fahren dürfen. Bild: Nathalie Guinand

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Wer mit dem Auto durch das Winterthurer Zentrum fährt, braucht die Stadthausstrasse nicht. Dennoch passieren täglich Hunderte private Motorfahrzeuge die Strasse. Eine Mehrheit des Gemeinderats will das ändern. Im Mai reichten die Parteien GLP, SP, Grüne, EVP und AL eine Interpellation ein, worin die Sperrung der Strasse für den motorisierten Verkehr, nicht für Busse, angeregt wird. Dadurch soll auch der Stadtpark besser an die Altstadt angebunden werden. Doch auf die breit abgestützte Forderung geht der Stadtrat in seiner kürzlich publizierten Antwort nicht einmal im Ansatz ein.Der Stadtrat anerkennt in seinen Ausführungen zwar das «Aufwertungspotential der Stadthausstrasse», doch ein solches Verkehrsprojekt könne im Moment keine Priorität geniessen. Die Aufwertung der Technikum- und Zürcherstrasse und die Busbevorzugung hätten Vorrang.

Noch vor wenigen Jahren war die Entwicklung der Stadthausstrasse fix eingeplant, erst im Rahmen der Sparprogramme verzichtete der Stadtrat darauf.

«Nicht nachvollziehbar»

Hinter der Forderung aus dem Gemeinderat steckt die grünliberale Politikerin Silvia Gygax-Matter. «Dem Stadtrat fehlt eine visionäre Haltung», sagt sie und bezeichnet die abschlägige Antwort als «nicht nachvollziehbar». Gygax-Matter schlägt eine Aufwertung der Strasse in Schritten vor: «Erst die Sperrung für Autos und Motorräder, das dürfte ja nicht allzu kompliziert sein, und dann eine attraktive Verbindung vom Stadtpark zur Altstadt, zum Beispiel mit Cafés rund um das Museum Oskar Reinhart.» Beim Baudepartement äusserte sich gestern niemand zur Sache.

Eine Frage bleibt: Weshalb ist die Strasse nicht längst autofrei? Das Stimmvolk beschloss dies eigentlich schon vor Jahrezehnten. (Landbote)

Erstellt: 30.10.2017, 17:48 Uhr

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