Beutlers Nachfolge

SVP und GLP wollen antreten

Mindestens zwei Parteien wollen Yvonne Beutlers Sitz angreifen, die Grünen und die FDP werden voraussichtlich verzichten.

Winterthur wählt schon bald die Nachfolge von Yvonne Beutler. Die Parteien bringen sich in Stellung.

Winterthur wählt schon bald die Nachfolge von Yvonne Beutler. Die Parteien bringen sich in Stellung.

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Am schnellsten reagierten die Grünliberalen auf den Rücktritt von Yvonne Beutler. Keine Stunde nachdem die SP-Finanvorsteherin vor die Medien getreten war, vermeldete ein Mediencommuniqué bereits: «GLP meldet Sitzanspruch an».

«Wir haben bei den Kantonsratswahlen einen Wähleranteil von über 14,5 Prozent erzielt und haben viele qualifizierte Köpfe», begründet Fraktionspräsidentin Katrin Cometta-Müller.

«Beutler war ja eigentlich fast eine Grünliberale.»Katrin Cometta-Müller, 
GLP-Fraktionspräsidentin

Die frisch gewählte Kantonsrätin schliesst zu diesem Zeitpunkt auch eine eigene Kandidatur nicht aus. «Es wäre noch viel zu früh, etwas zu dementieren.» Die GLP werde nun eine Findungskommission einsetzen.

Für die abtretende Yvonne Beutler hat Cometta-Müller lobende Worte übrig: «Sie hat einen ausserordentlichen Leistungsausweis. Und wenn man ihr Smartvote-Profil ansieht, war sie ja eigentlich fast eine Grünliberale.»

Die SVP gibt sich gute Chancen

Auch SVP-Präsident Simon Büchi muss nicht lange nachdenken: «Als zweitstärkste Partei in Winterthur wollen wir mitregieren. Wir treten grundsätzlich bei jedem frei werdenden Sitz an.»

Es gebe in der SVP einige Kandidaten mit dem richtigen Format, die eine «konstruktive» Politik machten und für breite bürgerliche Kreisen wählbar seien, sagt Büchi.

«Es gibt in dieser Stadt viele Wählerinnen und Wähler, welche unsere Politik im Stadtrat vermissen»Simon Büchi,
SVP-Präsident

«Die SVP ist derzeit in einem gewissen Formtief, aber es gibt in dieser Stadt viele Wählerinnen und Wähler, welche unsere Politik im Stadtrat vermissen, beispielsweise angesichts des Pensionskassen-Debakels.» Namen will Büchi noch keine nennen. «Es laufen aber bereits erste Gespräche.» Er rechnet mit einem Dreierrennen zwischen SP, SVP und GLP. «Wenn wir es in den zweiten Wahlgang schaffen, stehen unsere Chancen gut», glaubt Büchi.

Voraussichtlich nicht zur Wahl antreten wird die FDP, so zumindest die Einschätzung ihres Parteipräsidenten Dieter Kläy. «Mit zwei Stadtratsmitgliedern sind wir gut aufgestellt», findet dieser.

Auch die Grünen werden, laut Co-Präsidentin Renate Dürr, den SP-Sitz eher nicht angreifen. «Aus meiner persönlichen Sicht wäre es vermessen, denn die SP hat uns bei der Wahl von Jürg Altwegg sehr unterstützt», sagt Dürr. «Wichtig wäre aus unserer Sicht, dass der Sitz bei der SP bleibt und dass es eine Frau ist.» Diese Sicht teilt auch ihr Co-Präsident Reto Diener.

Die EVP will eine Kandidatur zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausschliessen. «Wir werden das in aller Ruhe prüfen», sagt Parteipräsidentin Barbara Günthard Fitze. Auch für die CVP möchte Parteipräsident Andreas Geering noch keine Prognose abgeben. «Bei Exekutivwahlen ist die CVP traditionell stark.»

Erstellt: 03.04.2019, 16:48 Uhr

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