Winterthur

Tanzfreunde enttäuscht: Keine Technoparty am Albanifest

Der «Tanz zum Merkur» lockte letztes Jahr Tausende junger Leute auf den Merkurplatz. Trotz des Grosserfolgs gab es dieses Jahr eine Absage vom Albanifest-OK.

Auf dem Merkurplatz hat's sich ausgetanzt. Am diesjährigen Albanifest wird's keine solchen Bilder mehr geben.

Auf dem Merkurplatz hat's sich ausgetanzt. Am diesjährigen Albanifest wird's keine solchen Bilder mehr geben. Bild: Hangar Ent. Group Adrian Bretscher

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Es war eine geglückte Premiere: Tausende junger Menschen tanzten am «Tanz zum Merkur» während des Albanifests zwischen Manor und Stadtgarten. Für die Musik sorgten über 30 lokale und nationale Elektronik-Künstler, die ohne Gage auftraten.

Trotz Grosserfolg wird das überhohe und 300 Quadratmeter grosse Spezialzelt am diesjährigen Albanifest fehlen. Auf Facebook hatten die Veranstalter bekannt gegeben, dass sie für 2017 keine Bewilligung für den Merkurplatz bekommen hätten.

«Man will lieber 500 Foodstände als eine Oase, wo alle, egal welchen Alters zu lokaler Musik tanzen können?»Empörung auf Facebook

Es folgte eine Welle der Enttäuschung. «Wie kann das sein nach dem riesigen Erfolg letztes Jahr?», schrieb eine junge Frau. Eine andere fragte rhetorisch: «Man will lieber 500 Foodstände als eine Oase, wo alle, egal welchen Alters zu lokaler Musik tanzen können?» Auch Mit-Organisator Adrian Schnaubelt ist enttäuscht: «Wir haben ein Angebot geschaffen, das es in dieser Form und Qualität am Albanifest noch nicht gab. Damit haben wir neues Publikum ans Fest gelockt.»

Absage kam überraschend

Das Feedback von Seiten der Gäste, aber auch des Albani-Komitees und der Polizei sei einhellig positiv gewesen, sagt Schnaubelt. Umso überraschter sei man gewesen, als im März die Absage eingetroffen sei. Der «Verein für mehr Bewegung», in dem sich Vertreter der Partyreihe Friede Freude Freitag und von Schnaubelts Ex-Club Hangar 11 ehrenamtlich engagieren, hatte fest damit gerechnet, auch 2017 einen Tanzanlass durchzuführen.

«Wir haben grosse Anfangsinvestitionen gehabt», sagt Schnaubelt. «Alle Feste beklagen sich über nachlassendes Engagement der Vereine - wir haben etwas Neues aufgebaut.»

«Bei uns entstand der Eindruck, als wolle man uns gar nicht am Fest dabei haben.»

Adrian Schnaubelt,
Mitorganisator «Tanz zum Merkur»

Das Albanifest-Komitee begründet den Schritt mit neuen Sicherheitsauflagen. Die Polizei habe den Platz zwischen Stadthausstrasse und Denner-Filiale zur Freihaltezone erklärt, sagt OK-Chef Daniel Frei. Im Notfall soll so mehr Ausweichraum für die Menschenmengen zur Verfügung stehen.

Allerdings betrifft die neue Regel das Zelt des Football-Clubs Winterthur Warriors. «Es handelt sich um ein langjähriges und sehr beliebtes Angebot», sagt Frei. Man habe sich mit den Footballern auf den Merkurplatz als Ausweichort geeinigt und den Organisatoren des Tanzanlasses zwei alternative Standorte angeboten. «Leider haben sie abgelehnt.»

«Es stimmt, dass uns andere Standorte angeboten wuden», sagt Schnaubelt. «Allerdings stellten wir bereits nach kurzer Prüfung fest, dass diese zwei Plätze keine wirklichen Alternativen für unser Konzept sind.» Statt 300 Quadratmeter Zeltfläche wären nur rund 170 beziehungsweise 110 Quadratmeter zur Verfügung gestanden.

Auch der Asphaltboden und die zentrale Lage mit vielen Anwohnern hätten gegen die Ausweichorte gesprochen. Überhaupt seien die aufwendigen Bauten und Technik-Lösungen von letztem Jahr nur deshalb möglich gewesen, weil man am Merkurplatz schon am Donnerstag früh statt erst am Freitag mit Aufbauen beginnen konnte.

Dass die Winterthur Warriors nun ihr Zelt am Merkurplatz aufstellen, wundert Schnaubelt. «Ihr klassisches Partyzelt hätte man sicherlich auch auf einem anderen Standplatz platzieren können. Das hätte dann alle Probleme gelöst.»

Durch die «eher schwierige Kommunikation» mit dem Albanifest-OK, habe man sich dann entschieden, nicht weiter zu kämpfen. «Bei uns entstand nämlich der Eindruck, als wolle man uns gar nicht am Fest 2017 dabei haben. Nicht desto trotz geben wir natürlich unser 'Tanz zum Merkur'-Konzept wieder für das kommende Jahr ein und hoffen auf eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligten».

«Tanz zum Merkur» war vor allem bei jugendlichen Fesbesuchern äusserst beliebt. (Der Landbote)

Erstellt: 15.06.2017, 15:29 Uhr

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