Kinderlieder

«Telefon, Elefant, Megafon, interessant»

Überraschungen finden sich kaum auf der neuen CD von Bruno Hächler. Und das ist gut so.

Bruno Hächler weiss, was Kinder und Eltern mögen.

Bruno Hächler weiss, was Kinder und Eltern mögen. Bild: PD

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Er hat unbestreitbar einen Blick für die kleinen Dinge, die den Reichtum der kindlichen Welt ausmachen. Das beweist der Winterthurer Kinderliedermacher Bruno Hächler auf der neuen CD «De Has und de Hund» aufs Neue. Es ist die zehnte seit 2001, als mit «Pablo und anderi Chinderliedergschichte» alles begann. Und manche Erlebnisse kennt man auch als Erwachsener, die Suche nach verschwundenen Dingen etwa, nach einer Socke oder einem Bleistift: «Irgendwo» sind sie sicher, und das hält die Suche danach in Gang.

Kindheitserinnerungen werden wach

In anderen Liedern springt ein herziger kleiner Hase durch das Gras, eine Schafherde trifft sich regelmässig zum Zvieri, ein oranger Drache erweist sich als zabblig und wird dabei von einem melancholischen Keyboard assistiert. Die Band mit Sandra Merk, Bass, Marcel Thomi, Hammond B 3, und Andreas Wettstein am Schlagzeug spielt witzig, poppig und eingängig. Der Titelsong «De Has und de Hund» beginnt mit Reggae-Rhythmen und hat das Potenzial zum Hit, wobei der Inhalt nicht nur Kinder ansprechen dürfte: Es geht darum, einfach da zu sein und das Leben zu geniessen. Und das eingängige «Brumbeeri-Wäg» vermag Kindheitserinnerungen wachzurufen. Lustige Einfälle wie ein Esel, der Französisch lernt, wechseln sich ab mit staunenswerten Naturerscheinungen.

Sprachspiele, die keinen Sinn ergeben müssen

Überraschendes findet sich auf dem Album kaum, und das ist bei diesem versierten Kinderliedermacher eine gute Nachricht. Manchmal werten aber naheliegende Erwartugen enttäuscht. So geht es im Song «Telefon» nicht, wie man zuerst vermutet, um das Allzeitthema Handy – Hächlers Welt ist reich genug, er kann auf solche Diskursthemen verzichten. Der Text spielt hier vielmehr mit lustigen Wortverbindungen, die nichts Sinnvolles ergeben müssen: «Telefon, Elefant, Megafon, interessant». Kinder spielen gerne mit der Sprache, und Hächler scheint das genauso Spass zu machen. Er zitiert auch mal einen eigenen Song und fragt: «Wer chunnt mit mir is Pfäfferland?».

Der 1960 geborene Musiker und Kinderbuchautor ist allerdings nicht nur im Komponieren und Texten sattelfest, er hat auch das Marketing im Blick: Wenn im Lied «1000 Liechter» ein Bär auf den Winterschlaf verzichtet und einen langen Weg durch Nacht und Schnee zurücklegt, um herauszufinden, wie die Menschen Weihnachten feiern, dann weist der etwas bizarre Text voraus auf das Bilderbuch «Ein Bär feiert Weihnachten», das in Kürze erscheinen soll. (dwo)

Bruno Hächler: De Has und de Hund (Langi Ohre Records/Sony). Live: 22.9., Salzhaus. Tickets gibt es hier.

Erstellt: 10.09.2019, 17:00 Uhr

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