Winterthur

Textil-Branche in Krise: Rieter schreibt Millionenverlust

Beim Spinnereimaschinenhersteller brachen Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr ein. Auch am Hauptsitz in Töss wurden Stellen gestrichen.

Die Textilindustrie steckt in der Krise, das spürt auch die Rieter AG. Sie schreibt im ersten Halbjahr 2019 einen Verlust.

Die Textilindustrie steckt in der Krise, das spürt auch die Rieter AG. Sie schreibt im ersten Halbjahr 2019 einen Verlust. Bild: mdu

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3,8 Millionen Franken Verlust statt 10,9 Millionen Franken Reingewinn zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr: Der Tössemer Spinnereimaschinenhersteller Rieter präsentiert tiefrote Halbjahreszahlen. Die Umsätze sind um 19 Prozent auf 416 Millionen Franken gesunken, der Bestellungseingang um 26 Prozent auf 378 Millionen Franken. Der Verkauf neuer Maschinen brach im ersten Halbjahr um ein Viertel ein.

Das schlechte Ergebnis kommt mit Ankündigung. Bereits im Frühling, bei der Präsentation des Jahresergebnisses, hatte Rieter-CEO Norbert Klapper einen Verlust nicht ausgeschlossen. Die Textilmaschinen-Branche steckt derzeit in der Krise. Die Textilfabriken sind nicht ausgelastet.

Verschiedene Störfaktoren bremsen derzeit die Nachfrage: Im wichtigsten Markt Asien (Umsatz: -10 Prozent) ist es der Handelskonflikt zwischen China und den USA, in der Türkei (-24) ist es die schwache Lira. Das vergleichsweise kleine Geschäft in Afrika brach bei Rieter fast ganz ein (-68). Der 180-Millionen-Grossauftrag aus Ägypten zahlt sich frühestens ab 2020 aus. Dorthin wird Rieter über zwei Jahre hinweg Kompakt- und Ringspinnsysteme liefern. Damit ist Rieter Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der ägyptischen Textilindustrie.

Noch 650 Angestellte in Töss

Trotz eines schwachen ersten Halbjahres hofft man bei Rieter, das Jahr mit einem leicht positiven Ergebnis abzuschliessen, unabhängig von den über 60 Millionen Franken, die der Landverkauf im deutschen Ingolstadt einbringen dürfte.

Das Sparprogramm, das Klapper der Firma verordnet hat, läuft. Rieter kündigte den Abbau von 250 der weltweit 5000 Stellen an, davon gegen 30 in Winterthur. Seit Jahresbeginn schrumpfte der Etat am Hauptsitz bereits um 50 auf 650 Stellen, wie es auf Nachfrage heisst, Pensionierungen inbegriffen. Ob die Rosskur verschärft werde, hänge vom Geschäftsgang der nächsten Monate ab. «Wir sind überzeugt, dass Rieter gut aufgestellt ist», sagt Sprecherin Relindis Wieser. Das Unternehmen sei liquide und innovativ. Der Aktienkurs blieb trotz der Meldung stabil.

Erstellt: 19.07.2019, 07:23 Uhr

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