Stadttheater

Theateraktienverkauf harzt - Firmen und Gemeinden halten sich zurück

Die neue Theater Winterthur AG hat erst 350 von 1500 Aktien verkauft. Insbesondere der Verkauf an Firmen und Gemeinden verläuft schleppend

Das Theater Winterthur wurde zu einer AG umgewandelt.

Das Theater Winterthur wurde zu einer AG umgewandelt. Bild: elo

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Seit dem Start der Zeichnungsfrist seien 350 Aktien fix verkauft worden, sagt Programmleiter Thomas Guglielmetti. Für weitere rund 100 Aktien liegen Zusagen vor. «Es sind also noch jede Menge Aktien zu haben.» Die Zeichnungsfrist läuft bis am 31. Dezember. Der Verkauf der Aktien sei am Tag der offenen Tür bei Saisoneröffnung sehr gut gestartet, habe seit Beginn der Herbstferien aber nachgelassen, sagt Guglielmetti. Bisher seien Aktien vor allem von einzelnen Personen gekauft worden.

Der Verkauf von Aktien an Firmen, Gemeinden und Institutionen verläuft schleppend. «Wir werden dafür noch verstärkt Werbung machen», sagt Guglielmetti. Der Stadtrat und der Grosse Gemeinderat hatten vor der Abstimmung über die Umwandlung des Theater Winterthur stets Wert darauf gelegt, dass die gemeinnützige Aktiengesellschaft breit abgestützt sein sollte. Mit dem Kauf von Aktien sollten sich insbesondere die umliegenden Gemeinden und lokalen Firmen am Theater Winterthur beteiligen können.

Aktienkauf als Sympathiebekundung

Das Theater Winterthur startete am 20. September erstmals als AG in eine neue Saison. Gleichzeitig begann die Zeichnungsfrist für 1500 Namenaktien mit einem Nennwert von je 500 Franken. Weitere 1,5 Millionen Franken hat die Stadt in Form einer Einmaleinlage eingebracht. Die Zeichnung von Namensaktien sei eine Sympathiebekundung, teilte das Theater bei Saisonstart mit, eine Dividende wird nicht ausgeschüttet. Die Zertifikate werden mit fünf künstlerischen Motiven angeboten, die von Sarah Gasser, Peter Gut, Peter Hürzeler, Felix Schaad und Ruedi Widmer gestaltet wurden. Das Theater Winterthur ist seit dem 1. August eine gemeinnützige Aktiengesellschaft. Das ehemalige Stadttheater wurde verselbstständigt um der Institution mehr unternehmerische Freiheit und bessere Chancen auf Sponsorengelder zu verschaffen. Mit dem Schritt soll langfristig die Qualität des Theater gesichert werden. Im Frühling hatten 75 Prozent der Winterthurerinnen und Winterthurerinnen der Umwandlung in eine AG zugestimmt.

5 Frauen und 2 Männer leiten die Geschicke

Im Juni bestimmte der Stadtrat fünf Frauen und zwei Männer zu Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräten der Theater Winterthur AG. Präsident wurde der Mathematiker und Ökonom János Blum, Vizepräsidentin Colette Gradwohl, stellvertretende Chefredaktorin der «NZZ» und langjährige Chefredakorin des «Landboten». Im Verwaltungsrat sitzen ausserdem Ute Haferburg (Direktorin Theater Chur), Dieter Kläy (FDP-Politiker und derzeit Präsident des Kantonsrates), Nicole Kurmann (Bereichsleiterin Kultur Stadt Winterthur), Yvonne Seitz (Diversity-Expertin der Axa) sowie Elena Schwalbe (Direktorin Caterpillar Financial).

Im Juli ernannte der Verwaltungsrat Bettina Durrer zur neuen Direktorin der Theater AG. Sie tritt im 11. November ihre Stelle an, als Nachfolgerin von Theaterdirektor René Munz. Dieser ging per Ende Juli altersbedingt in Pension. Durrer ist Geschäftsleitungsmitglied bei Meteo Schweiz. Dass ihr die Erfahrung im Kultursektor fehlt, sei kein Nachteil, sagte János Blum im Juli gegenüber dem «Landboten». «Wir brauchen vor allem eine sehr gute Managerin.»

Erstellt: 18.10.2019, 13:29 Uhr

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