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Tötungsdelikt von Flaach erschwert Kesb-Arbeit immer noch

Die Kesb Winterthur-Andelfingen hat im zweiten Betriebsjahr mehr Fälle abgeschlossen als neu eröffnet. Dennoch sei die Belastung sehr hoch und der Fall Flaach erschwere die Arbeit.

Wurde nach dem Tötungsdelikt in Flaach teils massiv bedroht: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen.
Wurde nach dem Tötungsdelikt in Flaach teils massiv bedroht: Die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Winterthur-Andelfingen.
Melanie Duchene

Die Tötung der beiden Kinder Anfang 2015 hat die Situation der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (Kesb) Winterthur-Andelfingen stark beeinflusst, wie diese in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt. Zwar sei der tragische Fall nicht Gegenstand der Geschäftsberichterstattung 2014 gewesen, doch die tägliche Arbeit sei dadurch schwieriger geworden.

So habe sich etwa der Vertrauensaufbau zu Klientinnen und Klienten wesentlich erschwert, schreibt die Kesb. Zudem hätten die Trauer um die beiden getöteten Kinder sowie die interne und externe Aufarbeitung dieses traumatischen Ereignisses von der Behörde viel abverlangt. Erschwerend hinzu gekommen seien die massiven Vorwürfe der Medien und die Drohungen gegen Mitarbeitende, die nach dem Tötungsdelikt eingegangen sind.

Weniger Massnahmen für Kinder angeordnet

Wie bereits das erste Betriebsjahr war auch 2014 für die Kesb Winterthur-Andelfingen geprägt von einer hohen Belastung. Dennoch konnten bereits mehr Fälle abgeschlossen (5686) werden als neue eröffnet wurden (5651). Die hohe Arbeitslast konnte durch betriebliche Anpassungen bewältigt werden.

3194 neue Verfahren wurden 2014 im Erwachsenenschutz sowie 2457 im Kindesschutz neu eröffnet, wie es weiter heisst. Am Jahresende bestanden 1759 Massnahmen für Erwachsene (Vorjahr 1710) und 1224 für Kinder (Vorjahr 1285). Der Betrieb der Behörde kostete im vergangenen Jahr knapp 6,9 Millionen Franken.

Die Kesb Winterthur-Andelfingen ist zuständig für 44 Gemeinden mit insgesamt rund 192'000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Sie verfügt über 45.5 Stellen. Gemessen an der Anzahl Gemeinden ist sie die grösste, gemessen an den Einwohnern die zweitgrösste KESB im Kanton Zürich. In der Schweiz ist sie die viertgrösste Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde.

SDA/heb

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