Winterthur

Typologie der MFW-Besucher

Generalisieren sollte man nicht, aber es gibt ein paar Typen von Menschen, die man ganz sicher jedes Jahr an den Musikfestwochen (MFW) antrifft. 7 davon sind hier aufgelistet.

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TYP NR. 1

Der extrovertierte Teenager

Er hat gerade Sommerferien und geniesst diese in vollen Zügen. Für ihn sind diese Musikfestwochen der Sommer seines Lebens. Immer im Rudel anzutreffen, immer zuvorderst dabei, immer am Pogotanzen – zu jeder Musik. Letzteres auch oft, weil sie oder er noch nicht wirklich einen eigenen Tanzstil gefunden hat.

Hört man unpassende Zwischenrufe oder bekommt man an einem besonders inten­siven Konzert mal wieder eine Bierdusche ab, kann man sich ­sicher sein, dass der Ursprung ein extrovertierter Teenager war.

Sind wir ehrlich: Wir hatten diese Phase alle, und wir würden sie ­jederzeit zurücknehmen. Nur schon, weil Zeit relativ war und der Kater erstaunlich lange auf sich warten liess. Bleibt dieser Typ Winterthur treu, wird er sich Jahrzehnte später zum Nostal­giker wandeln.

TYP NR. 2

Der Nostalgiker

Der Nostalgiker erzählt vorzugsweise davon, wie er damals (je nach Alter) das Konzert von Van Halen (1984), Iggy Pop (1988), Aerosmith (1990), Public Enemy (1992), Radiohead (1995) oder den Black Eyed Peas (2000) an den Musikfestwochen erlebt hat.

Bei den Bands des aktuellen Jahres ist er hingegen meist ein bisschen verloren. Er war in seinen jungen Jahren garantiert der Archetyp «extrovertierter Teenager» und war daher auch in der ersten Reihe mit dabei. Nun begnügt er sich, auf den Holzbänkli gemütlich ein Bier zu trinken, mit alten und neuen Freunden zu philosophieren und ab und zu in den hinteren Reihen das Tanzbein zu schwingen.

Nach wenigen Tagen ist er zudem der ideale Ansprechpartner dafür, herauszufinden, in welche Schlange es sich in der Schlemmerei einzureihen lohnt.

TYP NR. 3

Die Lokalheldin

Typ Nr. 3 Die Lokalheldin kennt alle, also wirklich alle an den Musikfestwochen. Mit ihr kann man höchstens zwei bis drei Wörter reden, bis der nächste Bekannte eintrifft und das Ganze, nach der obligatorischen Umarmung, wieder von vorne losgeht.

«Heeey, wie gahts? Scho uuu lang nüm gseh, glaubs a de letschte Musikfestwuche, oder?» Am besten prostet man ihr respektive ihrem Rücken in diesem Moment zu und geht seines Weges. Es kommt vor, dass man die Unterhaltung ein, zwei Tage später wieder fortsetzen kann. Ansonsten sollte man sich einfach nur freuen, sie gesehen zu haben, und mit ihr nach dem Festival einen Kaffeetermin abmachen – am besten per Telefon.

Es sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass es durchaus viele Lokalhelden und -heldinnen gibt, die sich dieses Umstands bewusst sind und daher die ­gesamten Musikfestwochen mit niemandem abmachen. Zu gross ist die Gefahr, die Freunde zu enttäuschen, vor allem auswär­tige, auf die man doch ein wenig aufpassen sollte. So können sie ihren Begegnungen ohne schlechtes Gewissen nachgehen, – und ohne «Hey, sorry, tuet mer leid, ich bin grad wieder bi dir, muess nur churz Hoi säge».

TYP NR. 4

Die (über)eifrige Helferin

Sie hat schon je zwei Wochen vor, während und nach dem Festival freigenommen, um freiwillig Balken zu schleppen, Bier zu zapfen oder Würste zu grillieren. Man trifft sie während dieser Zeit auch nur noch ausschliesslich auf dem Gelände der Musikfestwochen an.

Unterhaltungen mit bisherigen Kollegen drehen sich um das eine Thema. Eins trinken geht (natürlich auf dem Gelände) selten, da sie bereits wieder zur nächsten Schicht unterwegs ist – oder aber bedauernd mitteilt, sie habe in der Helferbar abgemacht. «Weisch, mit de andere, wo mithelfed, mer sind ja eigentli meh e Familie.» Obwohl man die (über)eifrige Helferin sehr bewundert und sich durchaus bewusst ist, dass die Musikfestwochen ohne sie gar nicht existieren würden, nervt sie einen doch ein wenig. Vor allem, weil man selber ein schlechtes Gewissen bekommt.

Tipp: Hier hilft nur ein Ablasshandel. Bei der ersten Gelegenheit werfen Sie mindestens 100 Franken in die Kollektenkasse. Nun können Sie entspannt weiterfeiern.

TYP NR. 5

Der Rudel-Zusammenhalter

Eine Gruppe an den Musikfestwochen zusammenzuhalten, ist eine der grössten Her­ausforderungen im Leben eines Winterthurers. Vor allem dann, wenn eine oder mehrere Lokalhelden mit dabei sind. Hier ist ein Rudelzusammenhalter Gold wert. Er springt unermüdlich um die Gruppe herum, weist ihr den Weg und bringt vergessene Schäfchen wieder auf Trab. Nützt das alles nichts, postet er im Whats­app-Chat alle fünf Minuten ein Update des Standorts – vorzugsweise mit Foto.

Das Wichtigste ist ihm, dass alle zusammen sind, wo genau, ist eigentlich egal. Oft verwandelt sich der Rudel­zusammenhalter auch in den Typ «Drängler», der unbedingt während des laufenden Konzerts in die erste Reihe muss, dann aber merkt, dass er eigentlich ja noch ein Bier holen könnte. Man sollte daher vorsichtig sein beim nächsten Ellbogen im Kreuz. Es könnte durchaus sein, dass dieser Mensch gerade Heldentaten vollbringt, damit alle seine Freunde in ein paar Jahren die gleichen Erinnerungen teilen können.

Tipp: Gehört man zu einer Gruppe, die sich gegen besseres Wissen entschieden hat, gemeinsam loszuziehen, hilft ein Stammplatz, an dem man sich zwischen den Konzerten treffen kann.

TYP NR. 6

Der Musik-Nerd

Der Musik-Nerd hat die Band, auf die Sie sich gerade freuen, schon gesehen, und zwar sechsmal. Bei ihrem ersten Auftritt vor zehn Jahren am Bad Bonn schon und dieses Jahr am St. Galler Open Air, aber da waren sie dann schon nicht mehr so gut wie früher.

Das Gute an den Musik-Nerds: Sie kennen das Programm der Musikfestwochen in- und auswendig. Da dieser Typ nie zugeben würde, eine Band oder ein Album nicht zu kennen, kommt hier der Tipp: Erfinden Sie einen hippen Bandnamen und fragen Sie mal, wie er denn die genannte Band finde, die sei ja in aller Munde, und Sie hätten ein Ticket für deren nächste Show. Wetten, dass der Nerd anbeisst? Das neue Album hat er vielleicht noch nicht gehört, aber garantiert «darüber gelesen» oder in ein paar Tracks «reingehört».

TYP NR. 7

Die Konzertquasslerin

Die Konzertquasslerin ist wohl der nervigste Typus aller Musikfestwochen-Besucher. Immer, wirklich immer, steht sie an einem Konzert, auf das man sich schon ewig gefreut hat, neben einem. Anstatt also dem Stück Musikgeschichte lauschen zu können, weiss man nun haarklein, was im Leben der Konzertquasslerin gerade so geht.

Angefangen von der Müeslisorte zum Frühstück bis hin zum Problem mit ihrem Langzeitlover. Besonders ärgerlich ist zudem, dass solche Menschen es aus ungeklärten Gründen für nötig halten, möglichst nahe an der Bühne zu stehen. Böse Blicke und «Pssst»-Geräusche werden ignoriert. Manchmal hilft es durchaus, die Quassler zu bitten, sich doch einfach einen anderen Platz zu suchen, falls sie das Konzert nicht interessiere. Meist ist das Glück aber nur von sehr kurzer Dauer. Gerade den Musik-Nerd bringt dies zur Weissglut.

Tipp: Falls Sie es tatsächlich einmal schaffen, keine Quasselstrippe um sich zu haben, schauen Sie kurz um sich. Es könnte sein, dass Sie selber gerade mit ein paar Blicken des Todes bestraft werden.

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(Der Landbote)

Erstellt: 13.08.2018, 11:34 Uhr

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