Winterthur

Und es bewegt sich doch

Sieben Jahre ging nichts in Wülflingen – nun sollen an der Autobahn neue Arbeitsplätze entstehen.

Bis 14 Firmen könnten unterhalb des Taggenberg einziehen: Blick durch die Bauvisiere auf das Strassenverkehrsamt. Foto: Marc Dahinden

Bis 14 Firmen könnten unterhalb des Taggenberg einziehen: Blick durch die Bauvisiere auf das Strassenverkehrsamt. Foto: Marc Dahinden

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Eine lange Leidensgeschichte unterhalb des Taggenberg geht scheinbar ihrem Ende entgegen. 2012 plante die Stadt ein inno­vatives, genossenschaftliches ­Gewerbehaus an der Autobahnausfahrt; als man nicht genug ­Interessenten fand, übernahm ein Gewerbler das Projekt, doch auch er konnte zu wenige Firmen vom Modell überzeugen.

Mit dem Verkauf an die Dübendorfer Agensa AG von Immobilienunternehmer Hans Ulrich Kobelt gab man vor Jahresfrist auch das ­«linke» Selbstbeteiligungsmodell auf und wechselte zum kapita­listischen Konzept mit einem gewinnorientierten Unternehmer und Mietern, die sich nicht selbst am Gebäude beteiligen.

Die neuen Besitzer scheinen nun das Bauprojekt durchzuziehen. Seit kurzem ragen in Wülf­lingen hohe Bauvisiere in den Himmel, heute Freitag wird nach Angaben der Stadt das Baugesuch veröffentlicht.

Unternehmer Kobelt will nach Erteilung der Bewilligung sofort loslegen und das Haus im Sommer nächsten Jahres beziehen lassen, wie er auf Anfrage sagt: «Die Finanzierung ist ge­sichert.» Damit das Baurecht nicht an die Stadt zurückfällt, musste das Baugesuch der neuen Besitzer bis diesen April vorlegen; man habe nicht unter Zeitdruck gestanden und ein «optimales Projekt» ausarbeiten können, ver­sichert Kobelt.

Eine Krippe und viele Parkplätze

Die Eckpunkte: Auf 7600 Quadratmetern Nutzfläche sollen im vierstöckigen Gebäude ganz unterschiedliche Betriebe Platz finden, bis zu 14 nach aktueller Planung, an der sich laut Kobelt aber noch vieles ändern kann.

Auf Flächen zwischen 80 und 440 Quadratmetern können bei Raumhöhen zwischen 2,8 und 4,2 Metern nebst produzierenden Betrieben auch Bürofirmen unterkommen, vom Maler­geschäft bis zum kleinen Verteilzentrum der Post, auch Tesla sei interessiert, so heisst es. Ins oberste Stockwerk soll eine ­Krippe einziehen.

Gegenüber früheren Entwürfen wurde das Projekt um eine Tiefgarage mit 58 Park­plätzen erweitert. Hinzu kommen 139 Aussenplätze.

Bei der Stadtentwicklung zeigt man sich erfreut. «Endlich wird gebaut», sagt Amtsleiter Mark Würth. Man hofft auf die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze in Winterthur, und das auf relativ kleiner Fläche: «Wenn wir ­Betriebe stapeln können wie hier, gehen wir haus­hälterisch um mit unserem Land.»

Als Gegen­beispiel nennt Würth die An­siedlung standardisierter Discounterfilialen, bei denen nur ein Drittel der Fläche bebaut werde und der Rest für Zufahrt und Parkplätze draufgehe.

«Das Haus wird sich auf Anhieb füllen»

Wer Interesse hat, mit seiner Firma an die A1 zu ziehen, könne sich weiter melden, sagt Kobelt, Verträge liessen sich erst nach Erhalt der Baubewilligung unterzeichnen. Daran, dass sich das Haus bis zur Eröffnung füllt, zweifelt der Unternehmer nicht.

Suchte man bisher in Wülflingen jahrelang mit wenig Erfolg nach Interessenten, sagt Kobelt nun mit Verweis auf den Eröffnungstermin im Sommer 2020, es bestehe kaum Druck: «Es bleibt uns noch viel Zeit zum Vermieten.» (Der Landbote)

Erstellt: 07.02.2019, 18:53 Uhr

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