Technologie

«Und was haben die Bürger davon?»

Beim Swiss Green Economy Symposium waren auch aktuelle Smart-City-Projekte ein Thema. In Winterthur will künftig das Steueramt mit den Bürgern chatten.

Am Dienstag fand in Winterthur das sechste Swiss Green Economy Symposium statt, an der ZHAW und im Theater, wo zur Unterhaltung auch Artistisches geboten wurde.

Am Dienstag fand in Winterthur das sechste Swiss Green Economy Symposium statt, an der ZHAW und im Theater, wo zur Unterhaltung auch Artistisches geboten wurde. Bild: PD

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«Sind das nicht einfach Ideen der Verwaltung? Was haben die Bürger davon?» Diese Frage stellte sich ein Besucher des Innovationsforums des Swiss Green Economy Symposium zum Thema Smart Cities nach zwölf Kurzreferaten am Dienstagnachmittag nach wie vor. Dabei hatten die IT-Unternehmer und städtischen Projektleiter ihr Bestes getan, das Konzept anhand konkreter Beispiele fassbarer zu machen. Doch selbst in der Verwaltung denken noch längst nicht alle «smart», wie der Projektkoordinator eingestehen musste.

Was nun haben die Bürgerinnen und Bürger davon? Systeme, Dienstleistungen und Abläufe sollen über neue Netzwerke effizienter, günstiger und bequemer werden, vor allem in den Bereichen Verkehr, Energie und Verwaltung. Die Daten, mit denen die Systeme gefüttert und optimiert werden, liefern Sensoren («Internet der Dinge»).

«Winterthur kann schweizweit die Poleposition einnehmen, wenn es so weitermacht», meinte Enrico Baumann, der CEO einer Greentech-Firma. Politisch scheine die Smart-City-Idee schliesslich breit abgestützt. Gemeint war das Strategiepapier des Stadtrates und der Anschubkredit des Gemeinderates. Sechs Projekte sollten am Dienstag zeigen, wie und wo Winterthur bald smarter werden soll.

Sensoren überall

Bereits bekannt ist der Ansatz, wie das Bruderhaus sein Parkplatzchaos zu Spitzenzeiten lösen will: Per im Boden versenkte Sensorschranken, die bei den Zufahrtsstrassen die Anzahl Autos messen. Tafeln vor Ort und eine App zeigen dann an, wie viele Parkplätze noch frei sind, wie bei einem Parkhaus.

«Winterthur kann schweizweit die Poleposition einnehmen, wenn es so weitermacht.»Enrico Baumann

Auch auf einer längeren Strecke der Tösstalstrasse zwischen Mattenbach und Seen wird mittels Sensoren bald der Verkehrsfluss gemessen, um zu eruieren, wann die Strassenlaternen streckenweise gedimmt werden könnten. Erst 700 der stadtweit 9500 Kandelaber sind intelligent. Die meisten brennen starr, auch wenn kaum Verkehr ist. Hier geht es um Energieeffizienz, aber auch um Lichtverschmutzung, die sinken soll. Ziel sei es, mittelfristig mit Sensoren, Bewegungsmeldern und Radar stadtweit zu messen, so der Projektleiter. Auch bei der Messung von Strassenlärm – ein weiteres Projekt – kommen sie zum Einsatz.

Steueramt? Innovativ?

Ein flächendeckendes Datennetzwerk zu schaffen, ist also das Ziel von Stadtwerk Winterthur. Die Daten sollen über ein eigenes Netzwerk fliessen, das sogenannte LoRa-Wan (Low-Power-Wireless-Netzwerkprotokoll). Es ist energiesparsam und hat eine Reichweite von fast 15 Kilometern. Über Funkstellen werden Datenpakete an einen Netzwerkserver gesendet – zum Beispiel die Füllstände von Abfalleimern.

Smart will auch das Steueramt sein. Video-, Audio- oder Text-Chats zur Unterstützung sollen möglichst viele Steuerzahler dazu motivieren, die Steuererklärung online auszufüllen. Sogar auf den Browser eines Klienten könnten Beamte zugreifen (Browser-Sharing), um als Erklärhilfe Hinweise auf den Bildschirm zu zeichnen. Im November soll klar sein, ob das Projekt reif ist.

Beim neuen Parkband Neu­hegi sollen die Anwohner sich über eine Quartier-App absprechen und koordinieren. 50 Prozent der Parkgartenfläche sind nämlich frei gestalt- und nutzbar. Nutzen für den Bürger? Weniger Knatsch, mehr Harmonie. (Landbote)

Erstellt: 05.09.2018, 08:30 Uhr

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