Bahnhof

Unterführung im Bahnhof nimmt Gestalt an

Seit einem Jahr wird an einer neuen Unterführung zwischen Innenstadt und Neuwiesenviertel gebaut. Ein Blick in die Baugrube in der Rudolfstrasse gibt Aufschluss über den Stand der Bauarbeiten.

Blick in die Baugrube in der Rudolfstrasse. Links Gleis 9 auf der Hilfsbrücke, rechts die Stahlstreben, die Teile des Parkhauses tragen.

Blick in die Baugrube in der Rudolfstrasse. Links Gleis 9 auf der Hilfsbrücke, rechts die Stahlstreben, die Teile des Parkhauses tragen. Bild: Marc Dahinden

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An die hohen roten Baukräne zu beiden Seiten des Bahnhofs Winterthur hat man sich gewöhnt, ebenso an die Überführung im nördlichen Abschnitt der Gleise. Wer jedoch durch die Rudolfstrasse geht, stösst kurz nach dem Hotel Wartmann auf eine Rampe, die in die Tiefe führt. Niedrige Trennwände geben den Blick in die Baugrube frei. Baustellenfans kommen hier voll auf ihre Kosten. Eben blickt ein kleiner Junge mit seiner Mutter ins Geschehen sieben Meter tiefer. Presslufthämmer rattern, rückwärtsfahrende Bagger pfeifen. Eisenleger verlegen Armierungsstahl. Hier entsteht eine grosse Unterführung für Fussgänger und Radfahrer.

«Derzeit wird die Bodenplatte der Unterführung betoniert», sagt Christoph Gafner, der Bauleiter des Projekts. Es ist schon viel geschehen in dem einen Jahr, seit an der Unterführung im Bahnhof gebaut wird. Die Tunnels unter den Gleisen sind bereits weitgehend ausgebrochen und inzwischen gut zur erkennen. Zur Rudolfstrasse hin ragen schon die ersten Stützmauern in die Höhe. «Wir sind absolut im Zeitplan», sagt Gafner. Dies, obwohl es zwei kleine Überraschungen gab beim Bau. In der Rudolfstrasse kam beim Aushub ein alter Öltank zum Vorschein. Und unter dem Bahnhof stiess man auf einen Brunnenschacht.

Bahnhof in der Luft

Den Zuschauern gegenüber fährt, wie auf einem Balkon, eine S-Bahn über die Grube in Richtung Norden. Wenn man die Baustelle etwas länger betrachtet, wird einem schwindlig. Die Betonrampe, die zum Parkhaus über den Gleisen führt, steht auf Stahlträgern, die wiederum auf einer Säule aus Kiesboden ruhen, so scheint es. Die Gleise und die fahrenden Züge darauf sehen aus, als hingen sie in der Luft. «Der gesamte Bahnhof in diesem Bereich», sagt Gafner, «ruht auf 14 Hilfsbrücken. Um das Parkdeck zu tragen, wurden acht Hilfsstützen eingeplant.» Zudem wurden die Stahlstützen des Parkhauses schon bei seinem Bau ab 1985 weit im Boden versenkt. Sie bilden den Kern der Säulen aus Kies, die so gefährlich aussehen.

Wer durch den Bahnhof Winterthur fährt, überquert, ohne es zu merken, eine von 14 Hilfsbrücken, auf denen derzeit die Gleise ruhen. Bild: Marc Dahinden

Rechts neben dem breiten Tunnel für Fussgänger und Läden erkennt man die alte Unterführung. Sie ist derzeit mit provisorischen Stützen verstellt. Etwa in dieser Höhe wird ein weiterer Bestandteil der Unterführung entstehen: Der Fahrradtunnel. Ein Stück davon gibt es auf der anderen Seite des Bahnhofs zu sehen. In der Turnerstrasse, die in den Bahnhofplatz mündet, ist bereits die Rampe der Velounterführung zu sehen. Mit einem Gefälle von 10 Prozent ist sie gleich steil wie die Rampe in der Zürichstrasse. «Sie wird dieses Jahr fertiggestellt», sagt Gafner.

Ein Ja vor zehn Jahren

Allerdings sind damit die Bauarbeiten auf der Vorderseite des Bahnhofs noch nicht zu Ende. Als Nächstes muss die Oberfläche auf dem Bahnhofplatz instand gestellt werden: «Die Arbeiten am Bahnhofplatz sind in zwei Jahren abgeschlossen.» Bis das ganze Bauwerk fertiggestellt ist, dauert es bis Ende 2021.

Die Unterführung im nördlichen Teil des Bahnhofs ist Teil des Masterplans zum Ausbau des Bahnhofs Winterthur. Die Winterthurer Stimmberechtigten haben diesem Plan bereits 2009 zugestimmt. Die unterirdische Verbindung zwischen Innenstadt und Neuwiesenviertel kostet 110 Millionen Franken. Laut Gafner wird dieser Kreditrahmen eingehalten.

Erstellt: 19.02.2019, 05:30 Uhr

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