Winterthur

Unterricht nicht nur im Schulbank

Das Schulhaus Neuhegi erhält derzeit noch den letzten Schliff. Der erste Eindruck: die Turnhalle ist wuchtig, die Einrichtung minimalistisch, der Ausblick toll.

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Beim Schulhaus Neuhegi an der Ida-Sträuli-Strasse springt vor allem das Dach über dem kompakten Kubus ins Auge. Mit seiner Auskragung legt es sich schützend über das Gebäude.Im Zentrum des neuen Schulhauses liegt aber die grosszügige Dreifach-Turnhalle. Schon von aussen ist sie sichtbar, die grossen Fenster gewähren Einblick in die Halle, in der auch Nationalliga A-Meisterschaftsspiele der Winterthurer Baskettballerinnen und -baller stattfinden sollen.

Bis zu 700 Zuschauer können auf den Tribünen die Spiele verfolgen. Die Halle nimmt auch im Innern eine dominante Stellung ein. Sie ist deutlich höher als die meisten Turnhallen und wirkt dadurch sehr wuchtig. Steht man in der Halle, kann man sich kaum vorstellen, dass im kompakten Gebäude neben der Halle noch Schulzimmer und weitere Räume untergebracht sind.

«Die Turnhalle ist das Herzstück.»

Für Elke Eichmann vom Amt für Städtebau ist klar: «Die Turnhalle ist das Herzstück.» Das Schulhaus steht quasi auf der Halle, was eine spezielle Statik erfordert. «Der Architekt hat dies mit einem Fachwerk im Obergeschoss und Fassadenstützen gelöst», erklärt Eichmann.

Steigt man über das Treppenhaus in die Höhe, entdeckt man in der zweiten und obersten Etage das erwähnte Fachwerk — dicke, weiss verkleidete Balken in Zickzackform. Dieses Stockwerk ist ganz den Primarschülern vorbehalten. Während in den unteren Etagen die Halle den grössten Teil der Grundfläche einnimmt und die zusätzlichen Räume nur an der Ost- und Südseite angeordnet sind, wird die Fläche der obersten Etage vollständig für die Schule genutzt.

Platz für Zeichnungen

Die 15 Klassenzimmer sind so angeordnet, dass zwei breite Gänge entstehen. Diese dienen als Lernlandschaften, welche die Klassen für ruhige Gruppen- oder Einzelarbeiten nutzen können. Die Klassenzimmer sind zwischen 70 und 73 Quadratmeter gross und enthalten neben einer Wandtafel auch einen Bildschirm.

Die Kästen sind alle mit einer magnetischen Oberfläche ausgestattet, damit Zeichnungen der Kinder aufgehängt werden können. Durch die Oberlichter blickt man auf die Solarpanele, die so angeordnet sind, dass die Sonne nie direkt in die Zimmer strahlt.

Besonders schön sind die Eckzimmer, mit zwei Glasfronten. Manch ein Kind wird später behaupten können, einen Fensterplatz gehabt zu haben. Je nach Lage blicken die Kinder direkt in die Wohnungen der benachbarten Überbauungen oder auf die Rümiker- und Ohrbüelstrasse.

Pro zwei Schulzimmer steht ein Gruppenraum zur Verfügung. Weiter können die Klassen ein kleines Auditorium mit Holztreppe in der Lernlandschaft nutzen, etwa für Vorträge oder Theatervorführungen. Zudem finden sich auf der Etage zwei Innenhöfe, die Unterricht unter freiem Himmel ermöglichen.

Einen Stock tiefer sind Betreuung, Handarbeitszimmer sowie das Lehrerzimmer untergebracht. Im Erdgeschoss finden sich drei Mehrzweckräume sowie drei Kindergärten. Diese sind so angeordnet, dass die Kleinsten etwas von den älteren Kindern abgetrennt sind. Sie verfügen über einen eigenen Eingang und einen abgegrenzten Aussenraum.

Natürliche Farben

Laut Eichmann haben die Architekten bei der Gestaltung auf natürliche Farben gesetzt, bei den Materialien dominieren Beton und Holz. Farbtupfer fehlen. Der Stil ist minimalistisch. Teils hat man das Gefühl, das Gebäude befinde sich noch im Rohbau. Doch dem ist nicht so. Die Leitungen bleiben bewusst offen gelegt. «Die Kinder sollen nachvollziehen können, woher beispielsweise die Wärme kommt», sagt Eichmann.

Alles in allem wirkt das Schulhaus noch etwas steril. Spätestens mit den Kindern wird im Sommer aber wohl die Farbe einziehen. Man spürt, dass die Kinder im Zentrum stehen; sie erhalten viel Raum. Die Absicht ist klar: Schule soll nicht nur in der Schulbank stattfinden.

(Der Landbote)

Erstellt: 27.03.2018, 18:27 Uhr

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