Winterthur

Veltheim macht Tempo für Tempo 30

Gestern hat Baustadträtin Christa Meier (SP) einen dicken Stapel mit Unterschriften entgegengenommen. Das Begehren: Die Feldstrasse soll vollständig zur Tempo-30-Zone werden. Auch in anderen Gemeinden der Region mobilisiert das Thema.

Das Begehren nach verkehrsberuhigten Strassen scheint in Winterthur und Region nach wie vor ungebremst.

Das Begehren nach verkehrsberuhigten Strassen scheint in Winterthur und Region nach wie vor ungebremst. Bild: Manuela Matt

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Lena Wendel war darauf gefasst, ihren 531 Unterschriften umfassenden Papierstapel der Polizeivorsteherin Barbara Günthard-Maier (FDP) zu übergeben.

Noch im November hatte diese an der Veltheimer Landsgemeinde die Bitte der Quartierbevölkerung um Temporeduktion in der Feldstrasse mit einem abschlägigen Bescheid quittiert.

Unter anderem aus Kostengründen. Am 1. März wurde die Verkehrstechnik, welche bisher sowohl im Polizei- als auch im Baudepartement Personal beschäftigt hatte, im Baudepartement zusammengelegt. Empfängerin der Unterschriftensammlung war darum gestern dessen Chefin Christa Meier.

Lena Wendel und weitere Quartierbewohner übergeben ihre Petition der Baustadträtin.

Meier gehört der SP an, der Partei also, die sich für verkehrsberuhigende Massnahmen auf dem ganzen Stadtgebiet einsetzt. Zumindest die Petitionäre erhoffen sich aus der Personalie einen Vorteil. Doch Meier stellt im Sinne des Kollegialprinzips klar: «Das Begehren wird dem Gesamtstadtrat vorgelegt, dieser wird gemeinsam nach den gegebenen Kriterien den Entscheid darüber fällen.»

Erneut Druck aufgesetzt

Schon einmal stand der Vorschlag aus dem Quartier auf der Traktandenliste des Stadtrats. Die Prüfung ergab damals, dass die Einführung von Tempo 30 den Rückbau von acht Trottoirüberfahrten notwendig machen würde.

«Als Bewohnerin kann ich es beurteilen: Die Strasse ist verkehrsreich.»Lena Wendel (38)
zweifache Mutter, Kinderärztin,
Initiantin der Tempo-30-Petition

Kosten von bis zu 200000 Franken wären die Folge. Weil zudem die Experten die Strasse nicht als Unfallschwerpunkt deklarierten, entschied sich der Stadtrat damals, am Status quo festzuhalten. Sehr zum Missfallen der Bevölkerung, die nun erneut Druck aufsetzt.

Noch mehr Tempo-30-Zonen

Sie erlebten «die Strasse sehr wohl als verkehrsreich», sagt Wendel. Nur gerade zwei Tage habe sie gebraucht, um die Unterschriften zu sammeln, betont die zweifache Mutter die Dringlichkeit des Anliegens.

Sie hoffe, dass es der Stadtrat in neuer Zusammensetzung neu beurteile und eine Temporeduktion befürworte. Auch ist sie überzeugt, dass sich die Sanierung der Trottoirübergänge kostengünstiger budgetieren lasse. Ein halbes Jahr maximal müssen sich Initiantin Wendel und ihre Nachbarschaft nun gedulden.

Die Feldstrasse soll vollständig temporeduziert werden.

Neben Veltheim sind vier weitere Begehren aus der Bevölkerung für Tempo-30-Zonen hängig, teilt das Baudepartement auf Anfrage mit. Sie seien rechtskräftig, aber noch nicht umgesetzt. So etwa Abschnitte auf der Auwiesenstrasse, der Dättnauerstrasse, der Eidbergstrasse sowie in der Aussenwacht Eidberg.

Weitere Tempo-30-Zonen sind im Rahmen der Lärmsanierung auf Kommunalstrassen geplant. Betroffen sind Abschnitte der Bachtelstrasse, des Oberen Deutwegs, der Pflanzschulstrasse und der Schaffhauserstrasse. In Winterthur gibt es inzwischen 73 grösstenteils zusammengewachsene Tempo-30-Zonen.

(Der Landbote)

Erstellt: 13.03.2019, 08:50 Uhr

Tempo 30 in Gemeinden

Seit Sommer 2018 stehen in Neu-Elgg Plakate, die bei Autofahrerinnen für freiwilliges Tempo 30 werben. Die Interessengemeinschaft Tempo 30 Neu-Elgg hat sie zum Schulbeginn in einer Guerilla-Aktion aufgestellt.

Zwei Jahre zuvor hatte sie dem Gemeinderat Elgg 200 Unterschriften überreicht und mehr Verkehrssicherheit gefordert.

Dieser ist dem Wunsch nicht abgeneigt und liess ein Gutachten erstellen, doch die Umsetzung sei komplexer als gedacht, sagte Gemeinderat Daniel Hungerbühler zur «Elgger/Aadorfer Zeitung».

Man habe mit allen beteiligten Parteien einen runden Tisch durchgeführt und erarbeite derzeit drei verschiedene Lösungsansätze.

«Langsamer als Tempo 30 ist wohl nur noch die Bürokratie», schrieb der «Landbote» vor einigen Wochen zur Tempo-30-Forderung auf der Büelstrasse in Rickenbach. Anwohner möchten bereits seit 2009 eine Temporeduktion in ihrem Quartier. Auch hier unterstützt die Gemeinde das Vorhaben grundsätzlich, konnte sich jedoch mit der Kantonspolizei noch nicht einigen. Weil Landwirte intervenierten, möchte man auf bauliche Massnahmen, die die Strasse verengen würden, verzichten.

In Kyburg setzten sich im Februar 100 Personen für Tempo
30 in Kyburg, Ettenhusen und Billikon ein. Laut Polizei kam es in
den letzten fünf Jahren aber in keiner der Ortschaften zu Unfällen auf der Kantonsstrasse.

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