Winterthur

Verkehrslobby der Bürgerlichen geht auf die Barrikaden

Agil-Mobil kritisiert das Vorgehen der Stadt bei der Verkehrsberuhigung der Stadthausstrasse.

Agil-mobil nennt die Pläne des Stadtrats «in vielerlei Hinsicht unausgegoren».

Agil-mobil nennt die Pläne des Stadtrats «in vielerlei Hinsicht unausgegoren». Bild: mas

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Lange war es ruhig um die Verkehrslobby des Winterthurer Gewerbes und der bürgerlichen Parteien. Jetzt meldet sich Agil-Mobil zurück, und das in gewohnt angriffiger Manier. Der Verein hat bei der Stadt gegen die geplante Verkehrsberuhigung der Stadthausstrasse Einsprache eingereicht. Wie Ende letzten Jahres bekannt wurde, will der Stadtrat die innerstädtische Verbindung möglichst schon ab Sommer für den privaten Verkehr sperren – mit Ausnahme von Zubringern. Taxis und Busse sollen weiterhin auf der Strasse fahren, aber nur noch mit Tempo 30.

Tempo 50 beibehalten

Das Projekt sei in vielerlei Hinsicht unausgegoren, kritisiert nun Agil-Mobil. Zunächst einmal seien die baulichen Massnahmen unnötig. Die Stadt will die Trottoirs altstadtseitig verbreitern, um Raum für Gartenwirtschaften und Ähnliches zu schaffen. Unnötig findet das Agil-Mobil. Statt mit teuren baulichen Massnahmen solle man das neue Verkehrsregime mit Farbe und Schildern sichtbar machen. Auch sei auf die Temporeduktion zu verzichten, denn sie bringe nur Nachteile. Bei belebter Stadt sei es schon heute nicht möglich, auf der Stadthausstrasse mehr als 30 zu fahren.

Die mit der Tempo-30-Zone verbundene Aufhebung von Zebrastreifen bringe für die Fussgänger einen Abbau von Sicherheit und für Stadtbus mehr Störungen für den Verkehrsfluss. Schliesslich wehrt sich Agil-Mobil auch gegen die Aufhebung von Autoparkplätzen hinter dem Stadthaus und die Verschiebung von Motorrad-Abstellplätzen.

«Das ist schlechter Stil»

Agil-Mobil übt auch lautstark Kritik am Vorgehen der Stadt und des Baudepartements. Dieses habe die Mitwirkung, die das Strassenverkehrsgesetz im Paragraf 13 vorsehe, verletzt, indem nur wenige Gruppen im Vorfeld in die Planung involviert worden seien. Wesentliche Teile der Bevölkerung, darunter auch Agil-Mobil, seien nicht angehört worden, führt Christoph Magnusson, Präsident des Vereins und ehemals FDP-Gemeinderat, aus.

«Das ist schlechter Stil, riecht nach Zwängerei und legt den Verdacht nahe, dass vorgefasste Ideen ohne Einbezug von Verbesserungsvorschlägen durchgeboxt werden sollen.» Auch linke Verkehrsorganisationen haben ihre Mühe mit dem Projekt. So stören sich VCS und Pro Velo an der geplanten Aufhebung bahnhofsnaher Veloparkplätze.

Erstellt: 20.01.2020, 18:17 Uhr

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