Winterthur

Vom Hunger zur Idee, nun hungrig auf mehr

Mit einem Steamer für unterwegs wollen drei Jungunternehmer durchstarten. Ihre Zielgruppe: Leute, die gerne kochen, viel unterwegs sind und wenig Zeit haben.

Eine Lunch-Box zum Selberaufwärmen:  Claudio Ruiz, Johannes Hofer und Reto Muhl wollen mit ihrem «Steasy»  in Produktion gehen. Foto: Marc Dahinden

Eine Lunch-Box zum Selberaufwärmen: Claudio Ruiz, Johannes Hofer und Reto Muhl wollen mit ihrem «Steasy» in Produktion gehen. Foto: Marc Dahinden

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30 Minuten bis zur nächsten Vorlesung: Manchmal muss es mittags auch für Studierende schnell gehen. Und manchmal soll es auch dann etwas Warmes sein statt ein pampiges Sandwich. Das lange Anstehen in der Mensa, selbst vor der Mikrowelle, hat zwei Systemtechnologie-Studenten der ZHAW mit knurrendem Magen auf eine Idee gebracht.

Für ihre Bachelorarbeit entwickelten sie eine Lunchbox zum Selberaufwärmen. Das ist knapp zwei Jahre her. Mit ihrem Start-up Nexenic wollen Claudio Ruiz (26) und Reto Muhl (25) ihren «Steasy» nun serienmässig produzieren. Heute läuft dafür die 30-tägige Crowdfunding-Aktion auf der Onlineplattform Kickstarter an.

«Geschmacksschonender und energieeffizienter.»

23 × 18 × 7 Zentimeter gross und 870 Gramm schwer ist die Steamer-Box und soll in jede mittelgrosse Frauenhandtasche passen. Per Knopfdruck oder per Smartphone-App lässt sich der Steam-Prozess starten. Dabei heizt ein Akku eine leicht im Boden versenkte runde «Heizplatte» auf, die man vorher mit ein paar Millilitern Wasser füllt.

Bei 100 Grad Celsius steigt der Wasserdampf entlang der Einlegschale aus Edelstahl, direkt bis ins Essen hinein. «So wärmt sich das Menü gleichmässig auf und trocknet nicht aus wie in der Mikrowelle», erklärt der Marketingverantwortliche Johannes Hofer (27). Nach einer Viertelstunde ist das Menü fertig. Die Steamer-Technik ist für Nexenic ein Argument für Verkauf und Produktion zugleich: «Geschmacksschonender und energieeffizienter.»

Dicht nach innen und aussen

Der erste grobe Prototyp stand bereits nach ein paar Wochen, und bei der Bachelorarbeit liess sich bereits ein Menü steamen. Doch die grösste Knacknuss war damit noch nicht gelöst: Wie den Steasy komplett nach aussen abdichten, damit unterwegs nichts ausläuft und es beim Garen nicht riecht?

Die Antwort lautet: über zwei kleine verstellbare Schranken. Zieht man die zwei Clips zum Schliessen an den Längsseiten etwas heraus, wird der Steasy «steamready» und der Wasserdampf zirkuliert, ohne zu entweichen. Auch in das Design haben die drei Jungunternehmer viel investiert. «Den Fehler, zu glauben, dass sich ein Produkt alleine über die Idee verkaufen lässt, wollten wir nicht machen», sagt Hofer.

Letztlich habe der Sieg an der ZHAW-Start-up-Challenge und das breite positive Feedback die drei in ihrer Überzeugung bestärkt, dass der Steasy einschlagen könnte, auch bei einem Ladenpreis von 249 Franken («Zehn Mittagessen im Restaurant»). Hauptzielgruppe sind gesundheits- und ernährungsbewusste Berufstätige mit wenig Zeit. «Kochen und Essen, kurz ‹Meal Prep›, ist für immer mehr Leute ein Thema, und Mobilität sowieso», ist Hofer überzeugt.

So viel wie möglich, mindestens aber 100 000 Franken muss Nexenic über Kickstarter sammeln, um über eigene Spritzgusswerkzeuge eine Serie von rund 2000 Steasys zu produzieren. Gestern Nachmittag bewarben sie sich auch beim Stadtwerk-Klimafonds. 20 Prozent weniger Strom als eine Mikrowelle soll ihr Steasy brauchen – auch dies ein Verkaufsargument für die mobile «Meal Prep»-bewusste Steasy-Zielgruppe.

Erstellt: 14.11.2018, 10:10 Uhr

Der Steasy soll die Qualität des Unterwegs-Essens revolutionieren.

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