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Von Freisinnigen und Freibergern

Warum den Winterthurern die Zürcher Bräuche ziemlich fern sind und wie man gemässigt auf den FDP-Wahlerfolg reagiert. Ein Stadtverbesserer von Mirko Plüss.

Aus Eulach-Optik kann man den alljährlichen Stadtzürcher Jubeltrubel rund um das Sechseläuten jeweils nicht so ganz nachvollziehen. Vielleicht hat die mangelnde Begeisterung, wie so oft, wenn es um Zürich geht, mit ein bisschen Neid zu tun; wir kriegen ja schliesslich nicht frei am Nachmittag. Vielleicht ist der Grund aber auch im hiesigen Selbstverständnis zu suchen; verkleidet und mit einem sich abzeichnenden Sonnenstich um ein Holzfeuer zu rösseln, das würde uns unzünftlerischen Arbeitergesellen nicht mal kurz vor Ende der Polizeistunde in den industriequalmgetrübten Sinn kommen.

Bei diesem Sechseläuten sah der Stadtverbesserer, natürlich aus der Entfernung und nur durch TeleZüri-Augen, noch Erschreckenderes als in sonstigen Jahren. Grund war der Zürcher Freisinn, der an der Zürcher Frühlingsfasnacht seine grosse Wahl-Party feierte (laut «Echo der Zeit»). Die Stimmung war ausgelassener denn je, man überbot sich mit Lobhudeleien – bis zu dem Moment, als die ­Pferde zu stürzen begannen. ­ Der Kalauer mit dem hohen Ross, er wäre, wenn auch pietätlos, schnell zur Hand. Doch muss die Frage erlaubt sein: Lag es am Reiter oder am Pferd? Ein Freisinniger fühlt sich eventuell ja wohler auf einem Freiberger als auf einem Vollblutaraber.

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