Winterthur

Vorbereiten auf eine Lehre

Die ehemalige Werkjahrsschule, die heute Profil.Wülflingen heisst, kann ihren 50. Geburtstag feiern. Die Rektorin ist überzeugt: Es braucht die Schule trotz mehr Lehrstellen weiterhin.

Die ehemalige Werkjahrsschule wird 50-jährig.

Die ehemalige Werkjahrsschule wird 50-jährig. Bild: pd

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Schon 1960 stellte der Schulrat einen Antrag an den Grossen Gemeinderat mit dem Titel «Warum ein Werkjahr». Es dauerte dann aber nochmals sieben Jahre, bis die ersten Jugendlichen das Werkjahr besuchen konnte. So suchte man zuerst vergeblich nach einem Standort.

Erst Ende 1961 beantragte der Schulrat dem Stadtrat, sich für den Standort Wülflingerstrasse 225 auszusprechen. 1962 fand eine erste Volksabstimmung statt, bei der es grundsätzlich um das Werkjahr ging, 1965 sagte das Volk dann Ja zu einem Schulhaus-Kredit in der Höhe von rund 1,8 Millionen Franken.

Schliesslich starteten im Schuljahr 1967/68 total 47 Jugendliche ins erste Werkjahr. Schon ein Jahr später zählte man 78 Schüler und konnte fünf Klassen anbieten. Erst ab dem Jahr 1982/82 wurde die Schule auch für Mädchen geöffnet.

Wartelisten wegen grosser Nachfrage

Zu Beginn der neunziger Jahre konnten jeweils rund 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Anschlusslösung finden. Doch in der Folge wurde es aufgrund des Lehrstellenmangels immer schwieriger, auch für schulisch Schwächere Lehrstellen zu finden.

«Wir können weiterhin auf die Unterstützung der Stadt zählen. Man sieht die Notwendigkeit solcher Angebote.»

Entsprechend stieg die Nachfrage, die Werkjahrskurse waren stets überbelegt. Es brauchte im Jahr 2000 Um- und Ausbauarbeiten, um mehr Platz zu schaffen. Ab 2005 musste die Schule eine Warteliste für Interessenten führen.

In den letzten Jahre entspannte sich der Lehrstellenmarkt wieder. Es gelang meist, für fast alle Lernenden eine Anschlusslösung zu finden. Die Nachfrage nach dem 10. Schuljahr ist trotzdem weiter da, wenn auch auf etwas tieferem Niveau.

Heute werden fünf Klassen mit 60 bis 70 Jugendlichen geführt, und zwar in den Berufsfeldern «Elektronik, Informatik, Automation», «Holz, Natur», «Bau, Technik», «Gestaltung, Druck» und «Metall, Maschinen». Die Idee ist, dass sich die Jugendlichen schulisch und praktisch in einem Bereich, der sie interessiert, auf eine Lehre vorbereiten können.

Ab dem Jahr 2014 wurde die Werkjahrsschule Teil des neuen städtischen Angebots «Profil.Berufsvorbereitung Winterthur» — zusammen mit der Berufswahlschule und der Hauswirtschaftlichen Fortbildungsschule. Alle 10. Schuljahre der Stadt werden von der Rektorin Ljiljana Ilic geleitet.

Obwohl es wieder mehr freie Lehrstellen gibt, ist Ilic überzeugt, dass es das Angebot des ehemaligen Werkjahres weiterhin braucht: «Manchmal passen die freien Stellen einfach nicht mit dem überein, was die Jugendlichen sich wünschen. Da kann ein 10. Schuljahr helfen.»

Selber ausprobieren in den offenen Werkstätten

In letzter Zeit gerieten verschiedene Übergangslösungen im Kanton wegen des entspannteren Lehrstellenmarktes politisch unter Druck. Die Profil-Angebote zählen laut Ilic aber nicht dazu: «Wir können weiterhin auf die Unterstützung der Stadt zählen. Man sieht die Notwendigkeit solcher Angebote.»

Am Samstag nun feiert die Schule ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür, den die Schülerinnen und Schüler mitgestaltet haben. Interessierte können die Werkstätten besuchen und selber Hand anlegen oder im Archiv stöbern. Zudem gibt es eine Festwirtschaft und ein Café.

Um 11 Uhr spricht Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne) zu den Besuchern, danach werden ein ehemaliger Schulleiter, ein ehemaliger Lehrer und ein Absolvent von ihren Erfahrungen mit der Schule berichten.

Tag der offenen Tür, Samstag, 9. Juni, 10 bis 16 Uhr, Profil Wülflingen, Wülflingerstrasse 225.

(Der Landbote)

Erstellt: 05.06.2018, 15:07 Uhr

Rektorin Ljiljana Ilic.

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