Winterthur

Vorlesestunde mit Stadträten

Am Schweizer Vorlesetag morgen Mittwoch schwärmen alle sieben Mitglieder des Stadtrats in die Bibliotheken aus, um Kindern und Jugendlichen aus Lieblingsbüchern vorzulesen

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Normalerweise lesen die Stadtratsmitglieder – so stellt man sich das zumindest vor – Sitzungsprotokolle, Gesetzestexte und Projektpapiere. Am Mittwoch hingegen nehmen sie für einmal Fantasy-Romane, Kinderkrimis und Abenteuerbücher zur Hand.

Auch das Publikum ist dann ein anderes: Nicht Chefbeamte oder Politikerinnen, sondern Jugendliche und Kinder hören zu. Denn um 14 Uhr ist in allen Quartierbibliotheken der Stadt sowie in der Stadtbibliothek am Kirchplatz Vorlesestunde. Im Rahmen des nationalen Vorlesetages versuchen sich alle Mitglieder der Stadtregierung als Geschichtenerzähler.

Die Lieblingsbücher der Winterthurer Jugend

Was die Stadträtinnen und Stadträte genau vorlesen, ist geheim. Die Bibliotheken haben mit einer breit angelegten Umfrage ermittelt, welches die Lieblingsbücher der Winterthurer Kinder und Jugendlichen sind. Über 500 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt. Aus den Siegerbüchern wird nun morgen vorgelesen. Doch welche das sind, will Projektleiterin Christl Göth nicht preisgeben. Es seien «alte Bekannte, aber auch neuere Titel» darunter. Mehr erfährt man erst morgen.

Hier gehts zum Vollbild. Erfahren Sie mehr, indem Sie über die einzelnen Punkte fahren.

Der Vorlesetag ist dieses Jahr auch der Start in den Lesesommer (siehe Box rechts), der seit zwanzig Jahren stattfindet. Die Bibliotheken lancieren damit gleich zwei Aktionen zur Leseförderung. Doch bringen diese auch etwas? Statistiken gibt es dazu keine.

«Freizeit ist ein rares Gut, auch für Kinder»Christl Göth,Projektleiterin Lesesommer

Christl Göth verweist aber auf ihre langjährige Erfahrung: «Wir hören immer wieder von Eltern oder auch von ehemaligen Lesesommer-Kindern, wie viel der Lesesommer tatsächlich dazu beigetragen hat, die Freude am Lesen zu vermitteln.» Sie widerspricht auch dem Vorurteil, dass die Jugend von heute sowieso nicht mehr lese: «Kinderbücher leihen wir nach wie vor in grosser Zahl aus in den Bibliotheken.» Das Lesen stehe aber in Konkurrenz zu Gaming, Smartphones und anderen Freizeitaktivitäten. «Freizeit ist ein rares Gut, auch für Kinder», erklärt Göth. Darum sei es wichtig, dass in der Kindheit der Spass am Lesen geweckt werde. «Dann bietet das Buch auch bei starker Konkurrenz eine willkommene Auszeit.»

Wer sich nun morgen selbst als Vorleserin oder Vorleser betätigen will, für den hat die Expertin Tipps parat. Sie empfiehlt – je nach Alter – zum Beispiel «Der kleine Ritter Trenk» oder auch «Harry Potter und der Stein der Weisen» als Vorlesebücher. Oder auch Klassiker wie «Mein Name ist Eugen» oder «Emil und die Detektive». Gerade bei älteren Büchern müsse man als Erwachsener Wörter erklären oder erzählen, wie etwas früher aussah, sagt Göth. Vorlesen sei diesbezüglich auch ein Übersetzen.

Infos zum Vorlesetag in Internet unter: www.winbib.ch

+++Auch der «Landbote» beteiligt sich am Vorlesetag. Redaktorinnen und Redaktoren lesen ihre Texte vor, am Mittwoch unter: landbote.ch+++

Erstellt: 21.05.2019, 06:20 Uhr

Lesewettbewerb

Start in den Lesesommer

Über 2000 Kinder beteiligen sich jeweils am Lesesommer, dem grossen Lesewettbewerb der Winterthurer Bibliotheken, der seit 1999 alle zwei Jahre stattfindet.

Dabei müssen die Kinder während 30 Tagen jeweils mindestens 15 Minuten lesen und dies auf ihrem Lesepass notieren. Wer diesen bis spätestens am 11. August abgibt, nimmt am Schlussfest am 14. August an der Preisverlosung teil.

Auch Bibliotheken in der Region sind beim Lesesommer mit dabei, neben Winterthur sind dies die Gemeinden Elgg, Elsau, Flaach, Neftenbach, Seuzach, Volken, Wiesendangen und neu auch Brütten.

Mitmachen dürfen alle Kinder bis 15 Jahre. Anmelden kann man sich ab morgen. Die Lesezeit beginnt am 15. Juni mit einem Eröffnungsfest. (bä)

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