Winterthur

Warum die Gewerkschaften mehr Geld für die PK fordern

144 Millionen Franken aus dem Steuertopf sind den Gewerkschaften für die Sanierung der Pensionskasse der Stadt nicht genug. Sie fordern 210 Millionen. Die Winterthurer Politik habe sich die Probleme selbst eingebrockt.

Die Gewerkschaften fordern von der Stadt mehr Geld für die Pensionskasse.

Die Gewerkschaften fordern von der Stadt mehr Geld für die Pensionskasse. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Stadt habe «einen Bock geschossen», jetzt solle sie auch die Verantwortung übernehmen und für die von ihr verursachten Probleme gerade stehen.

So begründet Georg Munz die vor wenigen Tagen von seinem VPOD und anderen Gewerkschaften formulierte Forderung, 210 Millionen Franken und nicht wie vom Stadtrat vorgeschlagen 144 Millionen aus Steuermitteln in die Pensionskasse der Stadt einzuschiessen.

Laut Munz ist die Forderung der Gewerkschaften kein taktisches Manöver, sondern ernst gemeint. Die Pensionskasse sei in Schieflage, weil sie früher keine Reserven bilden konnte und später die Renten zu optimistisch berechnet wurden. Beides sei unter der Ägide der Stadt passiert, also müsse auch sie für die Sanierung gerade stehen.

Vorlage im Gemeinderat

Die per Anfang 2014 verselbstständigte Pensionskasse hatte zuletzt einen Deckungsgrad von 92,6 Prozent. Obschon bereits eine Sanierung läuft, kann die Kasse, der vor allem zu hohe laufende Renten zu schaffen machen, nur mit einer weiteren Sanierung respektive einem neuen Vorsorgemodell ins Lot gebracht werden.

Die entsprechende Vorlage wird derzeit in der Aufsichtskommission des Gemeinderates diskutiert. Der Stadtrat möchte 66 Millionen Franken der Gesamtkosten von 210 Millionen über Sanierungsbeiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer decken.

In diesem Modell würde die Steuerkasse – trotz Zinsen und Arbeitgeberbeiträgen – klar weniger belastet. Die Gewerkschaften allerdings warnen, das Modell treffe die städtischen Angestellten, vor allem die schlechter gestellten, zu hart. (mcl)

Erstellt: 10.10.2018, 18:37 Uhr

Artikel zum Thema

«Die Stadt hat einen Bock geschossen»

Pensionskasse Den Gewerkschaften sind die vom Stadtrat vorgeschlagenen 144 Millionen Franken für die Sanierung der Pensionskasse der Stadt Winterthur nicht genug. Georg Munz vom VPOD erklärt, warum er 210 Millionen Franken fordert. Mehr...

Die Pensionskasse der Stadt will ihre Anlagestrategie überdenken

Winterthur Mit einer Jahresrendite von 5,3 Prozent lag die Performance der Pensionskasse der Stadt Winterthur 2017 klar unter Branchendurchschnitt. Stiftungsratspräsident Jorge Serra will bei der Anlagestrategie über die Bücher. Mehr...

Irritation statt Information

Winterthur Die Pensionskasse der Stadt verschickte letztenSamstag ein Rundschreiben an ihre Versicherten. Der Briefinformierte missverständlich über die Umwandlungssätze der Kasse und löste Bestürzung aus. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!