Preisvergleich

Was das schnelle Surfen in Winterthur kostet

Kunden erhalten heute mehr Bandbreite zum gleichen Preis als früher, wie eine kleine Marktübersicht zeigt.

Ein Blick ins Innere der Glasfaserzentrale nahe dem Hauptbahnhof Winterthur.

Ein Blick ins Innere der Glasfaserzentrale nahe dem Hauptbahnhof Winterthur. Bild: Marc Dahinden

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Noch vor einigen Jahren gab es in Winterthur nur gerade zwei Provider, die einen Glasfaser-Anschluss mit einer Bandbreite von 1 Gbit pro Sekunde anboten: Init 7 und Swisscom. Heute gibt es diese Bandbreite praktisch bei allen Providern, das günstigste Angebot liegt bei 63.90 Franken.

Die Glasfaser-Angebote sind im Vergleich zu den Anfängen zwar nicht günstiger geworden, doch es gibt heute meist deutlich mehr Bandbreite zum gleichen Preis. Mehr Bandbreite bedeutet eine höhere Geschwindigkeit beim Hoch- oder Runterladen von Dateien.

Wer einen 1000 MB grossen Film herunterladen möchte, benötigt dafür mit einer Bandbreite von 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) rund 3 Minuten. Beträgt die Bandbreite 1 Gigabit pro Sekunde (Gbit/s), sind es rein rechnerisch noch 8 Sekunden.

Ein Kampfangebot

Dass Bandbreite heute günstiger zu haben ist, ist dem Wettbewerb unter den Anbietern zu verdanken. Insgesamt elf Provider sind auf dem Glasfasernetz der Stadt vertreten. Seit kurzem auch die Mobilfunkfirma Salt. Diese hat mit einem Kampfangebot den Markt aufgemischt: Kunden, die ein Salt-Handy-Abo haben, erhalten für 39.95 Franken ein Bündel mit Internet, Telefon und TV.

Das Internet wird mit einer sagenhaften Bandbreite von 10 Gbit/s beworben. Dass Salt ein solches Angebot machen könne, sei nur möglich, weil man Salt und Sunrise die Nutzungsrechte zu günstig abgegeben habe, sagen Kritiker (siehe hier).

Können kleine Anbieter neben solchen Billigangeboten überhaupt noch überleben? «Ja», findet Christian Bommer von GGA Maur, «wir setzen einfach auf unsere Stärken.» So sei man mit zwei Standorten direkt vor Ort in Winterthur vertreten und biete den Kunden breite Unterstützung an, etwa wenn sie Hilfe bei der Installation benötigten. «Unsere Kundschaft ist nicht so preissensitiv, sondern schätzt unseren Service.»

Ähnlich tönt es bei iWay. «Das Gesamtpaket muss stimmen», sagt Geschäftsführer Matthias Oswald. So setzte man seit jeher auf die besten am Markt verfügbaren W-LAN-Router und suche in Absprache mit den Kunden stets die beste Lösung. «Deshalb ist unser Angebot noch immer sehr kompetitiv.»

Dazu komme, dass sich das Angebot von Salt eigentlich gar nicht mit den anderen Glasfaserangeboten vergleichen lasse: «Salt nutzt eine andere Technologie. Die einzelnen Haushalte werden zwar mit einer theoretischen Geschwindigkeit von 10 Gbit/s erschlossen.Diese muss der Kunde allerdings mit bis zu 31 Nachbarn teilen.»

Bei Salt wird der Surfverkehr von bis zu 32 Teilnehmern in der Zentrale auf einen 10 Gbit/s-Port zusammengefasst. Damit verbleibt dem einzelnen Internetanschluss im Schnitt noch 300 Megabit pro Sekunde und nicht 10 Gbit/s.

Teilen oder nicht?

Anders ist es bei den andern Anbieter. Sie offerieren einen so genannt dedizierten Anschluss, das heisst, der Kunde muss ihn nicht teilen und profitiert dadurch tatsächlich von Geschwindigkeiten bis zu 1 Gbit/s.

Auf die Frage, weshalb Salt diesen Unterschied nicht offen legt, schreibt Salt nur: «Die Technologie von Salt Fiber ist einzigartig und ermöglicht mit den entsprechenden Endgeräten Down- und Upload-Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gbit/s.»

Die Konkurrenten kamen jedenfalls nicht darum herum, auf die Offensive zu reagieren. «Wir haben die Bandbreite in unserem Angebots-Portfolio in den letzten Monaten angepasst ohne die Preise zu erhöhen. Eine Bandbreite von 5Mbit/s reicht heute für viele Anwendungen nicht mehr aus», sagt Bommer. Und bei iWay gibt es für den Preis von 100 Mbit/s aktuell 200 Mbit/s.

Doch wie viel Bandbreite empfiehlt sich für einen Haushalt tatsächlich? Die maximale Bandbreite von 1 Gbit/s ist mehr, als die meisten Kunden brauchen. Bommer geht davon aus, dass für eine moderne Familie eine Bandbreite von 30 bis 100 Mbit/s nach wie vor ausreicht.

Ein Preisvergleich zeigt, mit welchen Kosten Familien rechnen müssen, wenn sie von einem Glasfaser-Anbieter ein Bündel mit Internet, Telefon und TV beziehen (siehe Tabelle). Im Vergleich wurden Bandbreiten von mindestens 30 Mbit/s berücksichtigt. Dazu kam eine Telefon-Flatrate zumindest für das Festnetz und ein TV-Angebot, das Video on Demand, Replay sowie eine Aufnahmefunktion enthält.

Das günstigste Angebot stammt von Salt. Der Preis von 49.95 pro Monat für das Bündel reduziert sich sogar nochmals um 10 Franken, wenn die Kunden auch ein Handyabo besitzen.

Bei den meisten anderen Anbietern kostet das Kombi 60 Franken oder mehr, wobei die Bandbreite nicht überall gleich hoch ist. Auch bei der Anzahl der TV-Sender gibt es Unterschiede. Zudem offerieren jene Anbieter, die auch Mobilfunk-Kunden haben, weitere Rabatte wenn diese alles aus einer Hand beziehen.

UPC mit Koaxialkabel

Der Kabelnetzbetreiber UPC ist im Vergleich zwar ebenfalls aufgeführt, ist aber kein klassischer Glasfaseranbieter, da die Erschliessung der Wohnungen und Häuser bei UPC auf dem letzten Stück über ein Koaxialkabel erfolgt. Wie bei Salt muss die theoretisch verfügbare Bandbreite mit anderen Kunden geteilt werden muss, die am gleichen Knoten angeschlossen sind.

Ein zweiter Vergleich zeigt, was die Kunden allein für einen Internetanschluss mit der Maximalbandbreite von 1Gbit/Sekunde zahlen. Hier hat die Internetgroup mit einem Preis von 63.90 Franken knapp die Nase vorn.

Die meisten Provider haben weitere Bandbreiten oder schlankere TV-Angebote in ihrem Portfolie.

Preisvergleiche sind möglich unter: https://stadtwerk.winterthur.ch/system/glasfaser-shop oder www.dschungelkompass.ch (Der Landbote)

Erstellt: 05.10.2018, 18:15 Uhr

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