Winterthur

Was Veltheim anderen Kreisen voraus hat

Der Stadtrat stand am Donnerstag der Bevölkerung Veltheims Red und Antwort. Thema Nummer eins: das Nein des Stadtrats zu Tempo 30 auf der Feldstrasse. Zudem im Angebot: Ein Lob des Quartiers und Fake News.

Begrüssung der 180 im Publikum. «So viele kamen noch nie zur Veltheimer Landsgemeinde», sagte der Organisator. Der Stadtpräsident musste passen, der Schulpräsident war dabei.

Begrüssung der 180 im Publikum. «So viele kamen noch nie zur Veltheimer Landsgemeinde», sagte der Organisator. Der Stadtpräsident musste passen, der Schulpräsident war dabei. Bild: Nathalie Guinand

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das hätte die Story des Abends sein können: Im Blüemliquartier (so benannt nach den Strassennamen) wurde einem Hauseigentümer die Bewilligung für einen Parkplatz im Vorgarten verweigert, weil die Denkmalpflege eine Teppichklopfstange zum Schutzobjekt erklärt hatte. Unglaubliches Staunen im Saal und Gelächter über den Amtsschimmel. Bau-Stadträtin Christa Meier (SP), die Neue in der Runde, hatte die Frage erwartet und sich schlau gemacht. «Das wäre ja absurd», sagte sie, «doch es ist Fake News.»

Tatsache sei vielmehr dies: Im Blüemliquartier gelten so genannte Sonderbauvorschriften, um die Einheitlichkeit einigermassen zu bewahren. Ein Parkplatz im Vorgarten ist erlaubt, dessen Grösse aber ist beschränkt auf 6 x 2 Meter. Der Eigentümer verlangte indes eine Parkfläche von 6,7 x 2,35 Metern. Die Baubewilligung, so Meier, sei ihm erteilt worden, aber beschränkt auf 6 x 2 Meter. «Der Parkplatz ist bereits erstellt, doch von einer Teppichklopfstange steht nichts in der Bewilligung.»

Ein Hohelied auf Veltheim

Was man schon vor dem Diskussionsabend wusste: Veltheim ist ein glückliches Quartier. Es sind nicht die grossen Verkehrsströme, die der Bevölkerung hier zusetzen, nicht das Rotlichtmilieu, nicht der ungebremste Bauboom. Wenn man in Veltheim klagt, dann auf relativ hohem Niveau. In der ersten Befragungsrunde durch Parteivertreter hiess das Thema denn auch: Was können andere Stadtkreise von Veltheim lernen oder übernehmen? «Den hohen SP-Anteil», sagte Stadträtin Yvonne Beutler, die auch den ortsabwesenden Stadtpräsidenten vertrat. «Die positive Kultur, das Gmögige», sagte Barbara Günthard. «Positiv war, wie schnell Veltheim die Kirche Rosenberg für Flüchtlinge hergerichtet hat und wie viele Leute sich engagierten», sagte Nicolas Galladé. Galladé ist wie Christa Meier und Stefan Fritschi in Veltheim aufgewachsen. Und ein Nachsatz: Eine neue Nutzung für die nun wieder leer stehende Kirche ist derzeit nicht in Sicht.

Thematischer Kurzdurchlauf

Frage: Was geht eigentlich mit dem früheren FKK-Bad beim Schwimmbad Wolfensberg, das die Stadt übernommen hat? Antwort Fritschi: «Nichts, wir planen nicht mit hoher Priorität.» Frage: Abfallsäcke werden von Krähen und Füchsen immer wieder aufgerissen. Gibts irgendwann Unterflurcontainer wie in der Altstadt? Antwort Meier: 2020 sollen die ersten in Veltheim stehen. Solange gilt: Abfallsäcke bitte erst am Sammeltag rausstellen. Frage: Warum gibts keine Tempo-30-Zone auf der Feldstrasse, obschon sich laut einer Befragung über 85 Prozent dies wünschen? Antwort Günthard: Der Verkehr sei dort weder besonders dicht noch schnell. Und bei Tempo 30 würde dort der Rechtsvortritt gelten, was nur relativ teuer umzusetzen und auch etwas unangenehm zu befahren wäre.

Eine Petition für Tempo 30

Diese Antwort mochten einige im Saal nicht einfach so hinnehmen. Mehrere verlangten zusätzliche Erklärungen von Polizeivorsteherin Günthard. Eine junge Frau sagte, man habe im Quartier nun 550 Unterschriften gesammelt für Tempo 30. «Was können wir noch tun, damit der Stadtrat seine Meinung ändert», frage sie. «Wir nehmen das als Petition entgegen», sagte Günthard. «Aber im Moment sieht der Stadtrat dort kein Sicherheitsproblem. Ich kann aber nachvollziehen, wenn sie diese Position nicht nachvollziehen können.»

Erstellt: 26.10.2018, 15:50 Uhr

Ein Kulturkaffee im alten Volg-Rundbau?

Begeisterung, Zweifel und Crowdfunding

Eine Projektgruppe um Sabine Thommen möchte im Rundbau der früheren Volg-Weinkellerei ein Kulturkaffee für Veltheim einrichten. Die Arealbesitzerin Helvetia, die dort 120 Wohnungen baut, habe den Initiantinnen aber bisher eher die kalte Schulter gezeigt, sagte Thommen an der Veltheimer Landsgemeinde und fragte den Stadtrat, ob er in irgendeiner Form behilflich sein könnte.

Stadträtin Yvonne Beutler bedankte sich für das private Engagement, wollte aber keine finanziellen Zusagen machen. Beim Anbahnen von Kontakten könne die Quartierentwicklung allenfalls behilflich sein. Ein Herr, der angab, Stadtsoziologe zu sein, betonte die Wichtigkeit des Anliegens. Eine Veltheimerin, die sich als Gastronomin etabliert hat, sagte, sie fände es zu einfach, «sich ein Luxusobjekt von der Stadt finanzieren zu lassen». So oder so: Diesen Samstag startet eine Crowdfunding-Kampagne, um 20 000 Franken zu sammeln und möglichst viele Interessierte Veltheimer für das Projekt zu begeistern. (mgm)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.