Lokales Engagement

Wenig bekannt und doch unverzichtbar

Stiftungen, die sich für lokale Projekte engagieren, arbeiten oft im Hintergrund. Drei Beispiele.

«Es gibt immer weniger Mäzene, die sich hier engagieren», sagt Regula Reinhart, Adele-Koller-Knüsli-Stiftung.

«Es gibt immer weniger Mäzene, die sich hier engagieren», sagt Regula Reinhart, Adele-Koller-Knüsli-Stiftung.

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«Es gibt immer weniger Privatpersonen und Mäzene, die sich für das kulturelle oder soziale Geschehen engagieren», stellt Regula Reinhart fest. Sie muss es wissen, lenkt sie doch seit 19 Jahren die Geschicke der Adele-Koller-Knüsli-Stiftung. Die Winterthurer Stiftung, die den Willen der 1926 verstorbenen, wohlhabenden Adele Koller-Knüsli vollstreckt und sich für wohltätige Zwecke in Winterthur einsetzt, ist vielen unbekannt und doch für gemeinnützige Projekte unverzichtbar.

So kommen Institutionen wie der Läbesruum, die Winterthurer Sektion der Dargebotenen Hand, das Selbsthilfezentrum Region Winterthur oder das Interkulturelle Forum Winterthur in den Genuss von Mitteln. Jährlich vergibt die Stiftung rund 500 000 Franken an mehrheitlich soziale Projekte, «in Ausnahmefällen auch an kulturelle», wie Reinhart ergänzt. So sei etwa das Buchprojekt «Winterthurer Stadtgeschichte» zum 750-Jahr-Jubiläum der Stadt Winterthur im Jahr 2014 dank der Stiftung entstanden.

Stiftungszweck weit gefasst

Die Adele-Koller-Knüsli-Stiftung gehört in der Schweiz zu den kleinen unter den grossen Stiftungen. Rund 50 Gesuche werden jährlich geprüft. Besonders gute Karten haben gesuchstellende Organisationen, die sich auch «durch Weitblick, Engagement, Kreativität und Kontinuität hervortun», so Reinhart. Und selbstverständlich müssen sie dem Stiftungszweck entsprechen. So müssen sie sich «in den Dienst der Gemeinnützigkeit, öffentlichen Wohltätigkeit, Spital- und Krankenpflege etc. etc. stellen». Das doppelt aufgeführte «etc.» gibt der Stiftung viel Spielraum und damit die Möglichkeit, Ideen und Projekte zu unterstützen, die laut Reinhart «dem allgemeinen Interesse dienen und zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen».

So liege durchaus auch mal ein Beitrag an die Raummiete für ein Kulturvermittlungsprojekt oder an eine neue Tonanlage in einem Theaterhaus drin. «Beiträge an Infrastrukturkosten sind sonst bei Stiftungen nicht so beliebt, wir hingegen sind dafür offen.»

Traditionell für die Zukunft

Neben der genannten gibt es eine weitere Stiftung, welche für Winterthur als unverzichtbar gilt: die Hülfsgesellschaft. Die Stiftung mit dem eigentümlich altmodischen Namen ist 200 Jahre alt und betreibt nicht nur das Seniorenzentrum Wiesengrund und das Wohnheim Sonnenberg für Demenzkranke.

Sie unterstützt auch Menschen in Notlagen und leistet Starthilfe, so geschehen beim Projekt «SOS-Kinderbetreuung». Oder sie bezahlt Betriebs- und Investitionsbeiträge für das Familienzentrum Winterthur, den Verein Stadtmuur oder die Freiwilligenagentur Benevol. Insgesamt fliessen jährlich rund 800 000 Franken in gemeinnützige lokale Aktivitäten.

Zu nennen ist auf dem Platz Winterthur auch die Johann-Jacob-Rieter-Stiftung, die soziales, kulturelles und wissenschaftliches Engagement honoriert. Laut Geschäftsführer Thomas Anwander werden Gesuche aus der Region Winterthur bevorzugt. So profitieren jährlich rund 100 Projekte von einer Vergabesumme über etwa 850 000 Franken. Dazu gehören die neue Tribüne auf der Schützenwiese, die Wunderbrücke des Technoramas, ausgewählte Forschungsprojekte der ZHAW, Projekte von sozialen Institutionen sowie Kulturinstitutionen und Sportvereinen. (kal)

Erstellt: 21.08.2019, 08:48 Uhr

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