Floristik

Wenn die Blumen reden könnten

Was verraten uns die Sträusse der neu gewählten Parlamentspräsidenten? Wir erkundigten uns bei Floristen.

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Zwei Präsidenten, zwei Sträusse: Klicken sie auf die nummerierten Symbole und erfahren Sie, wie die Blume heisst und was sie bedeutung. Kantonsrätin Karin Egli (Blumen Fitze, Zürich) und Gemeinderat Felix Landolt (Blumen-Momente, Rosenberg).


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In einem sind sich die befragten Floristinnen einig: Die Zürcher Parlamentspräsidentin hält auf den Wahlfotos vom Montag einen klassischen Strauss in Händen ­­– in Winterthur bewies man mehr Experimentierfreude.

Der Strauss von Karin Egli ist um Rosen der Sorten Free Spirit (1) und Piano (2) arrangiert.­ ­Anders als herkömmliche rote ­Rosen stehen Letztere nicht für die Liebe und passen darum hierher, befindet Corina Alwin von Blumen Locher an der Obergasse. Verschiedene Rosenarten zu ­mi­schen, sei unüblich, doch machbar, wenn man sie wie hier farblich absetze. Ins rottönige Bouquet fügen sich Ranunkeln (3) und Germini, also kleinblättrige Gerbera (4), sowie Alstroemeria (5) ein. Laut einem Internet­versandhändler stehen diese Blumen für Schönheit, Trauer und Zuneigung – ob das hier passt?

Ein gelungener Strauss, bilanzieren derweil die Floristinnen, «Ton in Ton» und «kompakt gebunden». Doch passt Rot für eine SVP-Politikerin? Bei den kantonalen Parlamentsdiensten heisst es, man habe den Farbton mit der Kantonsrätin vorbespochen und auf ihre Kleidung abgestimmt.

Zum schlichten Outfit von ­Felix Landolt hätten wohl viele Blumen gepasst. «Mit Rot-Weiss wollte man sich sicher auf die Farben Winterthurs beziehen», meint die Angestellte von Flowers & Mohr an der Metzggasse; Vereine entnähmen die Farben ebenfalls gerne ihrem Wappen. So liesse sich auch die weisse ­Rose (6) im Zentrum erklären, an sich ein Symbol der Reinheit und Jungfräulichkeit, was hier wenig Sinn ergibt. Den Rotton steuern erneut Germini (7) sowie Bartnelken (8) bei. Komplettiert wird das Bouquet durch Schneeball (9), Phlox (10) und Schleierkraut (11). Letzteres wird oft in Brautsträussen verwendet, es passe aber auch für Männer, heisst es.

Weniger Budget in Winterthur

Sie hätte den Strauss dichter besetzt, meint eine der Fachfrauen, er wirke wenig kompakt. Könnte das am Ende mit dem Budget zu tun haben? Tatsächlich: Ein Kantonalzürcher Blumenstrauss darf bis ­90 Franken kosten, während in Winterthur nur 50 Franken ­genehmigt werden. Und auch was die Farbwahl angeht, bestätigen sich die Annahmen der Expertinnen. Die Stadtkanzlei gab vor: Rot und Weiss für Winterthur. (Landbote)

Erstellt: 10.05.2017, 08:24 Uhr

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