Winterthur

Wenn es mal mehr als ein Take-Away sein soll

Zwischen dem Hotel Krone und dem Alterszentrum Neumarkt hat sich das Esswarengeschäft «Fortuna Feinkost» eingerichtet.

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Das dreigeschossige Haus an der Spitalgasse 4 ist nicht mehr zu übersehen. Ein wenig verloren wirkte die Fassade zwischen dem Hotel Krone und dem Alterszentrum Neumarkt bisher, nun sticht die neu gestrichene rote Wand jedem ins Auge.

Mit dem Umbau hat sich hier auf 150 Quadratmetern das Esswarengeschäft «Fortuna Feinkost» eingerichtet.

Gegen das Lädelisterben

Nach dem Wegzug des Stempelladens Homberger nach Wülflingen mietete Marco Bagnasco mit seiner Firma die Liegenschaft. «Damit wollen wir dem Lädelisterben in der Altstadt entgegenwirken», sagt er.

Bagnasco lebt mit seiner Familie in Neftenbach und betreibt in Pfungen den 1981 gegründeten Lebensmittel-Import und Grosshandel Bagnasco AG. Das Familienunternehmen beliefert Gastrobetriebe, Vereine und Private und verkauft italienische Spezialitäten.

«Einen Ansturm gab es nicht. Trotzdem sind wir zufrieden, dass schon einige neugierige Besucher einen Schritt hinein gemacht haben.»

Von «Fortuna Feinkost» sei insofern etwas anderes zu erwarten, als dass man nebst einer starken mediterranen Ausrichtung auch lokale Schweizer Spezialitäten und «Erlesenes aus Deutschland und Spanien» anbiete.

«Der Name des Hauses «Fortuna» passt zu uns, wegen verschiedenen Momenten, wo uns das Schicksal herausgefordert hat», sagt Bagnasco. Während des Umbaus habe es nämlich einen kleinen Baustellenbrand und einen Wasserschaden gegeben. Nichtsdestotrotz: Nach neun Monaten Umbauarbeiten öffnete die «Fortuna Feinkost» ihre Türen vor drei Wochen. Ohne grossen Trubel und von den meisten unbemerkt. «Einen Ansturm gab es nicht. Trotzdem sind wir zufrieden, dass schon einige neugierige Besucher einen Schritt hinein gemacht haben.»

Mit wir meint Bagnasco sein Team, zu dem unter anderem Geschäftsführerin Kathrin Krebs und Savina Imhof gehören. Krebs hat die «Krebs Markthalle» an der Marktgasse aufgebaut und später am gleichen Ort bei der Markthalle Trivisano gearbeitet. Die Eröffnung eines Lädelis in der Altstadt sei natürlich immer ein Risiko. Für den Betrieb ist der Laden eigenfinanziert.

Für Kunden, die Zeit haben

In der Vitrine liegt ein Ibérico-Schinken für 20 Franken pro 100 Gramm neben italienischem Käse und Früchtekörben. «Pasta, vino, olio» steht auf dem Schaufenster geschrieben, was nur einen Teil des Sortiments beschreibt. Auf dem Weg in den Weinkeller schweift der Blick über Pasta in allen Farben, Truttiker Nussöl und Süsswaren verpackt in bunten Papierchen.

«Die Käufer sollen erfahren, woher der Schinken in der Vitrine kommt und wie der gekaufte Wein hergestellt wurde»

«Wir haben Teigwaren, die 1.60 Franken pro halbes Kilo kosten, aber auch Weine über 60 Franken. Wir wollen nicht als überteuerter Laden dastehen», sagt Bagnasco. Das Angebot richtet sich an solche, die Zeit haben, sich durch die breite Auswahl zu suchen. Einfache Sandwiches zu Mitnehmen für Studenten sucht man hier vergebens. Dafür lässt sich mit den Produkten problemlos ein mehrgängiges Menü zusammenstellen.

Beim Sortiment wie auch bei der Ladeneinrichtung setzte man auf Nachhaltigkeit. Der Weinkeller wurde mit Schweizer Holz eingekleidet, die Gestelle bestehen aus alten Obstkisten, und anstatt Plastik verwendet das Lokal Materialien aus pflanzlichen Rohstoffen wie zum Beispiel Geschirr aus Bambus.

Für den Kauf der Lebensmittel wende man sich gezielt an Produzenten, die auf eine tiergerechte Haltung achten. Und: «Wir verkaufen keine Produkte, die mit dem Flugzeug hierhergekommen sind», sagt Bagnasco.

Eine steinerne Treppe führt in den Weinkeller, in dem der Weinfachberater James Hamilton steht. Er wird hier Weindegustationen anbieten. «Unsere Produkte sind erlesen, so wie wir», sagt der Engländer und weist auf die Weine aus der Schweiz, Italien oder Spanien, die sich um ihn herum an der Steinwand stapeln.

Weitere Events seien in Planung, dabei wolle man auch verschiedene Produzenten einladen. «Die Käufer sollen erfahren, woher der Schinken in der Vitrine kommt und wie der gekaufte Wein hergestellt wurde», sagt Bagnasco. «Wir wollen nicht einfach einen Laden hinstellen, das wäre uns zu banal.»

Erstellt: 09.08.2019, 16:48 Uhr

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