Chancengleichheit

Wer es ans Gymi schafft und wer nicht

Alle Schulen sollen dieselbe Vorbereitung bieten.

Der Weg ans Gymnasium soll für alle Schülerinnen und Schüler gleich lang sein.

Der Weg ans Gymnasium soll für alle Schülerinnen und Schüler gleich lang sein. Bild: nag

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Die Chance, dass ein Kind aus der Altstadt von der Primarschule direkt ins Gymnasium kommt, ist offenbar grösser, als wenn es in Oberwinterthur zur Schule geht. Das zeigt die Statistik. «Sind die Schülerinnen und Schüler in der Altstadt nun einfach gescheiter?», fragte Markus Steiner (SP) gestern seine Ratskolleginnen und -kollegen. Die Antwort gab er sich gleich selber: «Natürlich nicht.» Schuld an den unterschiedlichen Zahlen sind laut Steiner die Gymivorbereitungskurse. «Leider unterscheidet sich das Angebot von Schule zu Schule stark.»

Er hat ein Postulat eingereicht, das von der FDP, den Grünen, der AL und der EVP unterstützt wird. 34 von 60 Ratsmitgliedern haben ebenfalls unterschrieben. Der Stadtrat wird aufgefordert, zu prüfen, wie eine «qualitativ hochwertige Prüfungsvorbereitung proaktiv angeboten werden kann». Das übergeordnete Thema: Chancengleichheit.

«Schülerinnen und Schüler sollen den gleichen Rucksack haben»Thomas Leemann (FDP)

Im Rat wurde denn auch auf allen Seiten über Chancen gesprochen. Die Postulanten sagten, die Kurse führten zu untolerierbaren Verzerrungen der Chancengleichheit. «Schülerinnen und Schüler sollen den gleichen Rucksack haben», sagte Thomas Leemann (FDP), der sich für die Überweisung des Postulats starkmachte.

Doch auch die Gegner des Postulats sprachen von Chancengleichheit. Die Debatte darüber müsse geführt werden, sagte Samuel Kocher von der GLP. Er forderte allerdings, der Stadtrat solle keine Zeit verlieren mit der Beantwortung eines Postulats, sondern gleich handeln. André Zuraikat (CVP) sagte, Vorbereitungskurse seien keine Pflicht der Schulen. Und: «Wo ist da eigentlich Gleichberechtigung gegenüber Automechanikern oder Coiffeusen?»

Schulstadtrat Jürg Altwegg (Grüne) sagte, dass die Zentralschulpflege sich des Themas bereits angenommen habe. Dennoch überwies der Gemeinderat das Postulat mit einer deutlichen Mehrheit.

Erstellt: 21.01.2020, 09:21 Uhr

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