Winterthur

«Wer hier Jugendliche für den Jihad anwirbt, fliegt ganz schnell auf»

Das Quartier Steig wurde in den Medien als Ghetto und «Molenbeek der Schweiz» gehandelt. Es liegt abgeschottet und der Anteil Muslime und Ausländer ist besonders hoch. In einem Gespräch erzählen die Bewohner aus dem Quartierleben. Dafür, dass sich Sippen gebildet haben, machen sie die Verwaltung verantwortlich.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nieselregen fällt an diesem kühlen Frühlingsabend. Auch im «Revier der Jihad-Verführer», das die Bäume «wie Gitterstäbe» von der Autobahn abtrennen, wie es die «Neue Zürcher Zeitung» beschreibt. Gemeint ist die Blocksiedlung Steig. Am Rande von Töss liegt sie abgelegen auf einer Anhöhe am Waldrand. Das Einfamilienhausquartier Dättnau ist in Sichtweite und doch weit entfernt. Die dicht befahrene Steigstrasse zieht eine klare Grenze.

An der Bushaltestelle am Siedlungseingang versammelt sich ein Grüppchen von rund 20 Personen. Es sind Steigmer, Vertreter aus dem Quartierverein Dättnau-Steig und dem Verein Tösslobby, die sich treffen, um darüber zu diskutieren, wie sehr die Steig tatsächlich «Ghetto» und «Parallelgesellschaft» ist. Die zuletzt von gewissen Medien gezogenen Parallelen zur Brüsseler Islamistenhochburg Molenbeek stiess ihnen sauer auf.

Auslöser «Dezember 2014»

Ins Zentrum der medialen Aufmerksamkeit geriet das Steigquartier Ende Dezember 2014. Die Geschwister Visar (damals 16) und seine Schwester Edita (15) waren nach Syrien losgezogen, wohl in den Jihad, um sich der Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) anzuschliessen. Es war der erste von sieben bekannten Fällen von Winterthurer Muslimen, die sich radikalisiert hatten und nach Syrien reisten.

Gemäss der NZZ, die sich auf Informationen aus Ermittlerkreisen beruft, soll die Winterthurer Islamistenszene 30 bis 40 Mitglieder zählen, die lose miteinander vernetzt sind. In der Steig und in Töss sei eine Entwicklung hin zu «abgekapselten gesellschaftlichen Strukturen» zu beobachten. Eine Art «Ghettobildung» sieht auch Saïda Keller-Messahli, die Präsidentin des Forums für einen fortschrittlichen Islam. So entwickle sich ein Sog, durch den sich nur noch die gleichen sozialen Milieus miteinander austauschten, in einer Monokultur, die zu Abgrenzung statt Integration führe.

Diverse Medien nahmen den Ball auf. Das Etikett «Little Istanbul» haftet der Steig schon lange an, aber nun wurde das Quartier ohne Umschweife in einem Atemzug mit Molenbeek genannt. Ohne harte Fakten: Zahlen zur Herkunft und Konfession in der Siedlung sind keine bekannt, nur zum «statistischen Quartier Dättnau». Dort lag der Ausländeranteil 2014 bei 38 Prozent. Den klar grössten Anteil davon machen Italiener und Deutsche aus. Die mehrheitlich muslimische Gruppe aus Mazedoniern, Türken und Albanern ist rund 20 Prozent kleiner.

«Moschee von Arabien»

Auf Tele Züri sagte eine junge Frau vor knapp zwei Wochen vor der Kamera, Jugendliche seien in der Steig mit Versprechen geködert worden, dass sie «in Arabien Geld von der Moschee» erhielten. Steigmer, die mit ihren Familien hier wohnen, oft seit Jahren, kamen bisher nicht zu Wort.

Die Schirme aufgespannt, macht sich die Gruppe Richtung Freizeitanlage am Waldrand auf, zu einem geräumigen Bretterverhau, um über das Innenleben des vermeintlichen «Reviers der Jihad-Verführer» zu diskutieren. Die Stimmung ist entspannt. Sämtliche Teilnehmer (siehe links) sprechen fliessend Deutsch oder Schweizerdeutsch, auch diejenigen mit Migrationshintergrund.

Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie den NZZ-Artikel gelesen und den TeleZüri-Beitrag gesehen haben?

Hakan Özkan: Beide Beiträge haben mich schockiert und wütend gemacht. Die «Gitterstab»- und «Gefängnis»-Symbolik für unser Quartier in der NZZ war völlig daneben. Viele sind hier aufgewachsen und leben wie ich noch immer hier, aber uns Bewohner hat keiner gefragt.

Safiye Kaya: Definitiv hätte man uns anhören müssen. Das Mädchen, das auf TeleZüri zitiert wurde, wohnt nicht mehr hier und ist bezüglich der Steig persönlich negativ vorbelastet. Ihre Aussagen zum Islamischen Staat, der junge Muslime nach «Arabien» statt nach Syrien locken soll, zeigen, dass sie schlecht informiert ist und ihre Aussagen nicht glaubwürdig waren.

Was ist mit den zwei inzwischen zurückgekehrten Geschwistern, die vor zwei Jahren nach Syrien in den Jihad zogen und in der Steig aufgewachsen sind?

Kaya: Hier leben etwa 800 Menschen. Zwei Jugendliche stehen doch nicht für ein ganzes Quartier! Solche Berichte stellen alle Muslime, die hier wohnen, unter Generalverdacht …

Mesut Gönc: … sie werden stigmatisiert. Die Berichte haben die negativen Stereotype von Töss und der Steig und ihren Bewohnern nochmals grundlos verstärkt.

Dominik Scherrer: Die Gleichung, die hier gemacht wird, ist viel zu einfach. Von gläubigen Muslimen und Ausländern, die etwas dezentral wohnen, wird das Bild potenzieller Jihadisten gezeichnet. Die Medien stehen hier in der Verantwortung, Fakten zu liefern und sauber einzuordnen. Alles andere ist fahrlässig, gefährlich und verstärkt die Abschottung eher noch.

Fakt ist, dass die Steig als Quartier abgekapselt ist, vom Dättnau und von Töss, fast nur Ausländer hier wohnen und ein Grossteil davon Muslime sind. Führt das nicht zwangsläufig zu einer gewissen Abschottung?

Sandra Bachmann: Nein, weil die Kinder ja im Dättnau zur Schule gehen. Die Schule ist das Bindeglied zwischen den beiden Quartieren. Rein geografisch ist auch das Dättnau abgeriegelt.

Renata Tschudi: Ich würde die Steig durchaus als abgeschottet bezeichnen. Man müsste die zwei Quartierteile besser miteinander verbinden, mit verkehrstechnischen und stadtplanerischen Massnahmen, aber auch über Vereine und die städtische Quartierentwicklung.

Melis Cetin:Ich habe auch Freunde im Dättnau und in Töss. Die Steig ist zwar schon etwas abgelegen, aber nicht so sehr, dass ich deswegen nicht in die Stadt fahren würde.

Tschudi: Aber gerade für Kinder, die noch nicht mobil sind, ist es schwierig, sein Steigmer Gspänli auch ausserhalb der Schule zu treffen.

Cetin: Okay, aber ich als Jugendliche habe alle 15 Minuten einen Bus ins Zentrum, wenn ich fünf Minuten laufe. Das ist okay. Aber ich bin auch froh, wenn ich wieder im Quartier zurück bin.

Wie meinen Sie das?

Cetin: Hier fühle ich mich wohl, wohler als auf der Busfahrt zurück, gerade am Abend nach der Schule. Hier kennt man sich. Ich weiss, ich bin in Sicherheit. Abgeschottet oder als «Ghettokind», als das man manchmal gehänselt wird, fühle ich mich nicht.

Wie liesse sich denn das Quartier Steig denn am besten umschreiben?

Izer Osmani: Als Familien- und Kinderquartier. Die Kinder toben sich hier aus, auf dem Fussballplatz oder sonst wo. Sie haben hier mehr Platz als in anderen Quartieren.

Junge: Als Kinderparadies, ganz klar! Egal von welchem Block, egal ob aus der Türkei, Albanien oder Mazedonien, wir spielen alle zusammen.

Das tönt alles sehr harmonisch. Man kennt sich also, auch die Erwachsenen, bei knapp 300 Mietparteien und 800 Bewohnern?

Cetin: Definitiv, entweder vom Sehen her oder persönlich. Natürlich nicht jeden, es gibt solche, die sich mehr öffnen als andere. Aber grundsätzlich, ja.

Kaya: Die Mütter treffen sich auf dem Spielplatz und schwatzen über Gott und die Welt, wenn nötig mit Händen und Füssen. Aber das Quartier ist absolut überblickbar. Man weiss, was läuft.

Wenn die soziale Kontrolle im Quartier so gross sein soll, muss die Radikalisierung der beiden Geschwister schon früh ein Thema gewesen sein.

Kaya:Natürlich war es das, noch bevor die beiden abhauten und der Fall in die Medien kam. Mein Sohn kam damals ganz aufgeregt nach Hause und hat mir erzählt, dass das Mädchen plötzlich verschleiert zur Schule kam. Das ging auch im Quartier sofort herum.

Osmani: Was bitte hätten wir tun sollen? Die Schule wurde ja aktiv.

Schliessen Sie aus, dass radikale Muslime direkt in der Steig versuchten und versuchen könnten, junge Muslime zu radikalisieren? Gibt es diese geschützte Sphäre hier in der Steig?

Özkan: Nein, ich glaube, dass es auf jeden Fall vielen aufgefallen wäre, wenn jemand hier Jugendliche für den Jihad anwerben würde, auch wenn so etwas sicher verdeckt und im Geheimen stattfände. Irgendwas dringt immer durch. Es wird so viel geredet. Und ich glaube, die Eltern im Quartier würden alles daransetzen, sich dagegen zu wehren und es den Behörden zu melden.

Osmani: Ich bin mir sicher, dass die zwei nicht hier radikalisiert wurden. Es wäre sofort aufgeflogen. Solche Sachen würden angesprochen, auch wenn Religion sonst kein alltägliches Thema ist, auch unter den Muslimen nicht. Es leben viele Muslime hier, ja. Aber wir haben kein sogenanntes «Muslim-Problem» oder religiöse Konflikte.

Scherrer: Selbst wenn die Steig ein Ghetto wäre. Radikalisierung, das zeigen Studien, passiert sowieso vor allem im Internet, nicht in Hinterhöfen, Moscheen oder geheimen Gebetszimmern. Trotzdem bin ich mir nicht so sicher, ob ein Erstkontakt sofort auffallen würde, egal wo.

Gönc: Es ist auch nicht Aufgabe der Bewohner, ein Spitzelsystem oder so aufzubauen. Augen auf, ja, aber ermitteln muss die Polizei.

Trotzdem, dass sich Sippen bilden in der Steig, ist ein offenes Geheimnis.

Kaya: Was stimmt, ist, dass es Blöcke gibt, in denen vor allem Albaner in grossen Familienverbänden leben. In andern leben vorallem Türken. Die Verwaltung macht es sich hier einfach. Um Konflikte zu vermeiden, fasst sie Mietparteien nach Block und Herkunft zusammen. Es gibt aber auch die gesund durchmischten Blöcke mit Italienern, Türken, Albanern und Schweizern. Und es funktioniert. Trotzdem gibt es keinen Grund, vor den etwas zurückgezogeneren Familien gleich Angst zu haben, nur weil man sie nicht kennt …

Bachmann: … und weil sie Muslime sind. Das geht nicht.

Aber es gibt diese Sippenbildung offenbar und Sie schauen lieber weg, auch im Rest von Töss?

Kaya: Es gibt sie, aber nicht als Parallelgesellschaft, die eine gefährliche Eigendynamik entwickelt.

Rahmiye Cetin: Vielleicht nicht gefährlich. Aber es gibt Blöcke, die von einzelnen Familien dominiert werden. Das finde ich schlecht. Die Verwaltung müsste da besser hinschauen.

Felix Helg: Das finde ich auch. In den 1970ern und 1980ern haben noch mehr Schweizer hier gewohnt.

In jedem Quartier gibt es Konflikte. Welche sind es in der Steig?

Melis Cetin: Die altbekannten: Littering und zu wenig Parkplätze. Da hat sich nichts geändert.

Im Quartierverein Dättnau-Steig und im Elternrat sind die Steigmer seit Jahren kaum vertreten. Wie kommt das?

Osmani: Es leben viele Familien hier, in denen beide Elternteile arbeiten. Bei mir liegt es zeitlich schlicht nicht drin, mich nach Feierabend noch ehrenamtlich zu engagieren.

Scherrer: Das lasse ich nicht gelten. Viele, die in Vereinen aktiv sind, sind im Berufsleben eingespannt. Wir müssen uns vernetzen, wenn wir etwas auf die Beine stellen wollen, das allen etwas bringt.

Özkan: Es stimmt schon, dass das Interesse, an Integrationsprojekten teilzunehmen, bei den Steigmern klein ist. Dabei wäre es wichtig.

Imke Braun: Seit Jahren suchen wir neue Leute für den Vorstand des Quartiervereins. Keiner meldet sich, auch die Dättnauer nicht. Warum genau, wissen wir nicht.

Tschudi: Beim FC Töss gibt es viele Väter mit Migrationshintergrund, die sehr engagiert sind, auch aus der Steig. Das sollte man auch anerkennen.

Das heisst, man müsste das Integrationsangebot anpassen, damit es genutzt wird?

Özkan: Wahrscheinlich schon. Über den Sport würde man sicher viele kinderreiche Familien aus der Steig erreichen, auch die, die bisher eher zurückgezogen lebten.

Scherrer: Das Angebot ist das eine. Aber die städtische Integrationsfachstelle muss anfangen, endlich mit uns zusammenzuarbeiten. Wir machen ja nicht die hohle Hand. Wir wollen zusammenarbeiten und uns gegenseitig unterstützen, denn es braucht niederschwellige Angebote. Für integrierende Projekte könnten Tösslobby und Stadt zusammenarbeiten, um Mittel auch extern zu beschaffen.

Ueli Stutz: Gut funktionieren würde wohl auch, wenn die gut integrierten Secondos, von denen es hier ja viele gibt, die Initiative ergreifen und ihre Leute als Erstkontakt anfangs an der Hand nehmen würden.

Welche Events in der Freizeit­anlage Steig wären sinnvoll und gefragt?

Gönc: Nachhilfeunterricht.

Cetin: Eine Wand zum Vollmalen! Etwas Kreatives!

Özkan: Bald ist Fussball-Europameisterschaft, warum nicht ein Public Viewing?

Die positive Stimmung während der Diskussion kippt am Schluss nochmals kurz ins Negative bei der Frage, wo mögliche «Parallelgesellschaften» in Töss entstehen könnten, wie Keller-Messahli und Ermittlerkreise befürchten. Fakten wolle man hören statt hypothetischer Prognosen.

Fakten sammelt derzeit die städtische Verwaltung. Im Rahmen eines offiziellen Legisla­turschwerpunkts untersucht die Stadtentwicklung in einem Sozialmonitoring die einzelnen Quartiere statistisch auf ihre soziale Belastung. Als sogenannte «Lupenquartiere» stehen Töss, Gutschick-Mattenbach, Wülflingen und Sennhof unter besonderer Beobachtung.

Die Daten und mögliche Analysen gibt die Stadt auf Anfrage des «Landboten» nicht bekannt. Keine Antwort gibt es auch dazu, ob und welche Massnahmen die Stadt aufgrund der Sozialraumanalyse zu Dättnau-Steig von 2011/2012 eingeleitet hat. Handlungsbedarf wurde darin in den Bereichen Verkehr, Quartierinfrastruktur, Jugendangebote und Vernetzung erkannt. Passiert ist wohl wenig. Im Gegenteil: Aus finanziellen Gründen trat die Stadt die Verwaltung der Freizeitanlage Steig ab. Ein privater Verein musste übernehmen. Auf einen Jugendtreff wartet Dättnau-Steig heute noch.

Kellers Treffen mit dem Vater

Ergiebiger ist eine Nachfrage bei Saïda Keller-Messahli. Das Quartier Töss oder die Steig kenne sie «nicht speziell gut», Winterthur aber sehr wohl. Rund sechs Jahre hat sie hier gelebt, erst in Wülf­lingen, später in Veltheim. Als sie der TeleZüri-Reporter in die Steig geführt habe, sei während der Aufnahmen ein Mann aufgetaucht, ob der Kameras total ausgerastet und beinahe handgreiflich geworden.

Die Polizei habe kommen müssen, um die Situation zu beruhigen. «Ich habe den Mann als Vater der zwei radika­lisierten Geschwister erkannt», sagt sie. Die beiden sind Ende letzten Dezember in die Schweiz zurückgekehrt und seither in Gewahrsam der Winterthurer Jungendanwaltschaft.

«Normale Vergabepraxis»

Den in der Diskussion von den Steigmern erhobene Vorwurf, die Liegenschaftenverwaltung würde Ethnien gezielt nach Herkunft zusammenfassen («Türken- und Albaner-Blöcke»), um Konflikte zu vermeiden, weist die zuständige Auwiesen Immobilien AG als «unhaltbar» zurück. Man verfolge keine spezielle Vergabepraxis und achte auf einen ausgewogenen Mietermix.

Den Apéro nutzen die Vereinsvertreter nach der Diskussion für einen lockeren Schwatz mit den Anwohnern, auch, um sie vorsichtig für eine Mitgliedschaft zu motivieren oder zumindest dazu, eine offizielle Kontaktperson fürs Quartier zu bestimmen. Eine erste Einladung der Winterthurer Bevölkerung ins Quartier kommt von Hakan Özkan.

Diesen Sonntag ab 10 Uhr findet das erste Steigmer Flohmarktfest statt, an dem jeder, der will, seinen Stand aufstellen kann: «Es gibt eine Panini-Tauschbörse, Bratwurst und Getränke.» (landbote.ch)

Erstellt: 13.04.2016, 08:25 Uhr

Umfrage

Die Steig und Töss wurden in den Medien als mögliches nächstes «Molenbeek der Schweiz» gehandelt. Glauben Sie, dass sich die Quartiere zum Ghetto und Fangbecken für Jihadisten entwickeln könnten?

Ja, die Steig ist abgeschottet und der Anteil Muslime hoch.

 
52.8%

Nein, die Lage und der Ausländer-Anteil reichen dazu nicht aus.

 
24.4%

Weiss nicht. Eine gesunde soziale Durchmischung kann aber nicht schaden.

 
22.8%

197 Stimmen


Facts & Figures zum Quartier Steig

Die ehemalige Sulzer- und Rieter-Siedlung

Die Blocksiedlung Steig liegt angrenzend an die Zürcherstrasse und die Autobahn A1 nur rund 300 Meter von der Stadtgrenze zu Brütten entfernt. Bauen liessen die 296 Wohnungen 1971 die Industriekonzerne Sulzer und Rieter ursprünglich für ihr Personal. Noch heute sind die 7 in 24 Einheiten unterteilten teils achtstöckigen Wohnblöcke im Besitz der Sulzer-Vorsorgeeinrichtung und der Rivora-Sammelstiftung (ehemals Pensionskasse Rieter). Der Quartierkindergarten liegt in einem ­separaten Gebäude.

90 Prozent sind 3- bis 4½-Zimmer-Wohnungen. Gemäss der Liegenschaftenverwalterin Auwiesen Immobilien AG kostet eine 4–4½-Zimmer-Wohnung monatlich netto 1400 Franken, was rund 20 Prozent unter dem städtischen Durchschnitt (1710) liegt. Küche, Bad und Fassade wurden zuletzt vor etwa 15 Jahren saniert.

Wie sich die rund 800 Steigmer ethnisch, konfessionell und sozioökonomisch genau zusammensetzen, ist nicht bekannt. In ihrem Quartierspiegel weist die Stadtentwicklung nur die Zahlen von 2014 aus und dies zu ganz Dättnau. Dort wurden 36 Prozent der Bewohner im Ausland geboren. Höher ist der Ausländeranteil allerdings im Eichliacker (43), in der Härti (41), im Schlosstal und in Sennhof (beide 39). Die grössten Dätt­nauer Ausländergruppen bilden die Italiener (184) vor den Deutschen (153). Die wohl grösstenteils aus Muslimen bestehende Gruppe mit Mazedoniern (65 Prozent christlich-orthodox), Türken und Albanern ist 20 Prozent kleiner (272).

Diskutiert haben...

Bewohner Quartier Steig:

Melis Cetin
Rahmiye Cetin
Izer Osmani
Fatbarda Osmani
Hakan Özkan
Safiye Kaya

Vereine/Foren/Parteien:

Tösslobby:
Mesut Gönc (AG Integration)
Felix Helg (FDP-Gemeinderat)
Dominik Scherrer (Präsident)

Quartierverein Dättnau-Steig:
Sandra Bachmann (Vorstand)
Imke Braun (Vorstand)

Elternforum Laubegg:
Renata Tschudi

Verein Treffpunkt Steig:
Ueli Stutz (Präsident)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Paid Post

Die SBB öffnet ihre Türen

Am Samstag, 25. November, sind Sie eingeladen, einen Blick hinter die Kulissen des neuen Service- und Abstellstandorts Oberwinterthur Pu?nten zu werfen und mehr über die Instandhaltung zu erfahren.

Kommentare

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben