Winterthur

Weshalb das Astra in Wülflingen eine Strasse im Dunkeln lässt

Obwohl Strassenlaternen vorhanden wären, bleibt es nachts auf Geheiss des Astra dunkel auf der Salomon-Hirzel-Strasse.

Diese Strassenlaternen an der Salomon-Hirzel-Strasse sind seit Wochen nicht mehr in Betrieb - aus ökologischen Gründen.

Diese Strassenlaternen an der Salomon-Hirzel-Strasse sind seit Wochen nicht mehr in Betrieb - aus ökologischen Gründen. Bild: Johanna Bossart

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«Im Zuge der Energiestrategie des Bundes möchten wir Energie sparen und die Lichtverschmutzung senken», erklärt Jessica Wullschleger, Sprecherin des Bundesamts für Strassen (Astra) in Winterthur. Aus diesem Grund nutze man die Laternen an der Salomon-Hirzel-Strasse nicht mehr.

Anwohner haben für die Massnahme wenig Verständnis: «Auf der Salomon-Hirzel-Strasse hat es teils Querverkehr. Da ist es unnötig gefährlich, auf die Beleuchtung zu verzichten», sagt ein Betroffener. Erst vor kurzem habe man das Tempo auf der Strecke reduziert und zwei Radarfallen aufgestellt, weil es immer wieder zu Unfällen gekommen sei.

Verzicht möglich

Doch weshalb hat das Astra die Strassenleuchten abgeschaltet? Gemäss Wullschleger analysiert das Astra regelmässig die Beleuchtung aller Nationalstrassen. Das sind jene Strassen, bei denen der Bund für Finanzierung, Betrieb, Unterhalt und Ausbau aufkommt. Die Salomon-Hirzel-Strasse gehört als Autobahnzubringer dazu. Im letzten Herbst fanden an der Strasse Unterhaltsarbeiten statt. Laut Wullschleger muss das Astra bei Unterhaltsprojekten stets prüfen, ob man die Strassenbeleuchtung reduzieren kann: «Wir kamen zum Schluss, dass dies bei der Salomon-Hirzel-Strasse möglich ist.»

«Bestünde eine Unfallgefahr, hätten wir die Beleuchtung belassen.»

Auch andere Strassenabschnitte in der Region werden nicht mehr beleuchtet, etwa bei der Ausfahrt A1 Effretikon Richtung Winterthur. Und zwischen Zürich-Ost und Effretikon sollen demnächst weitere Strassenbeleuchtungen abgeschaltet werden. «Es geht zwar primär darum, weniger Energie zu verbrauchen, aber es gibt auch finanzielle Einsparungen bei Investitions-, Unterhalts- und Betriebskosten», sagt Wullschleger. Auf den Vorwurf, die Abschaltung sei gefährlich, erwidert sie, die Sicherheit habe oberste Priorität. «Bestünde eine Unfallgefahr, hätten wir die Beleuchtung belassen.»

Nur jede zweite Laterne?

Die Antwort ärgert die Betroffenen: «Wenn Sicherheit wichtig wäre, könnte man ja Kompromisse suchen und wenigstens jede zweite Laterne brennen lassen oder die Kreuzungen beleuchten.» Wullschleger sagt dazu, man prüfe stets verschiedene Varianten und entscheide dann, ob eine Beleuchtung notwendig sei. «Wenn wir grundsätzlich die Notwendigkeit für Strassenlaternen sehen, wird der gesamte Perimeter ausgeleuchtet. Eine Abschaltung jeder zweiten Strassenlaterne wäre unsinnig.»

Auf Winterthurer Boden brennen ansonsten alle vorhandenen Strassenlaternen. Stadtwerk, das zuständig ist für die Beleuchtung, bestätigt, dass man keine Laternen aus Spargründen abgeschaltet habe. Ausnahmen seien kurzzeitige Umbau- oder Unterhaltsarbeiten.

Die Laternen an der Salomon-Hirzel-Strasse bleiben vorläufig stehen, auch wenn sie nicht mehr leuchten. Bewährt sich die Massnahme, werden sie laut Astra zurückgebaut.

(Der Landbote)

Erstellt: 21.03.2017, 16:50 Uhr

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