Natur

Wie Hochwasserschutz den Mauerseglern von Hegi helfen soll

Die Renaturierung im Rückhaltebecken Hegmatten könnte eine Chance für die Mauersegler im Schloss Hegi sein. Das hofft Ernst Schärer, der die Population seit Jahren beobachtet.

Mauersegler sind ausserordentlich gute Flieger. Sind sie im Schwarm unterwegs, fallen sie durch ihr schrilles lautes «srieh, srieh» auf.

Mauersegler sind ausserordentlich gute Flieger. Sind sie im Schwarm unterwegs, fallen sie durch ihr schrilles lautes «srieh, srieh» auf. Bild: Keystone

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Noch weilen die Mauersegler vom Schloss Hegi im Winterquartier in Afrika. Etwa um den 30. April erwartet Ernst Schärer sie zurück. Doch in der Zwischenheit hat der pensionierte Lehrer seine Lieblingsvögel nicht vergessen. Er nutzte die Zeit, um seine Zählungen auszuwerten und einen Bericht zu schreiben, wie es um die Mauerseglerpopulation bestellt ist.Jedes Jahr zählt Schärer die Zahl der Brutpaare und der Jungvögel in den Brutkästen im Schlossturm. Letztes Jahr kam er auf 60 Paare und 101 Jungtiere. Das waren immerhin 14 kleine Piepmatze mehr als 2016, wo nur 87 gezählt wurden. Ein «etwas besseres Bild als 2016», findet Schärer. Im langjährigen Schnitt ist die Zahl immer noch recht tief. 130 Jungvögel und mehr waren in den letzten zehn Jahren keine Seltenheit, 2011 waren sogar 176. Totzdem ist Schärer vorsichtig optimistisch, dass sich die «recht tiefe Fortpflanzungsrate» wieder stabilisiert.

Besseres Insektenangebot dank Renaturierung

Der Grund für seinen Optimismus ist das neue Regenrückhaltebecken Hegmatten. Ende Mai 2017 wurde es eingeweiht. Es wurde ein Bach renaturiert und Biotope wurden errichtet. In diesem Zug kamen viel Sträucher, Brachflächen und Bäume dazu, welche die Biodiversität und insbesondere das Angebot an Insekten verbessern sollen. Mauersegler sind auf Insekten angewiesen, die sie im Flug fangen. Die Bauarbeiten, die mit Baumfällungen einhergingen, hatten den Mauerseglern in den Jahren zuvor zugesetzt. «Die Verbesserung der Lebensqualität kam für die Mauersegler hoffentlich noch zur richtigen Zeit», schreibt Schärer und bedankt sich bei allen, die sich für die naturnahe Gestaltung des Rückhaltebeckens einsetzten.

Nun muss er warten: In etwa anderthalb Monaten kehren die Mauersegler nach Winterthur zurück. Ernst Schärer wird genau protokollieren, ob sie 2018 noch mehr Nachwuchs grossziehen können als im Vorjahr. Lange bleiben sie nicht in Hegi. Letztes Jahr traten sie ihre Nonstoppreise nach Afrika bereuts am 31. Juli an. (mig)

Erstellt: 05.03.2018, 18:25 Uhr

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