Weihnachten

Winterthurer lieben Plastik-Christbäume

Bei Obi ist bereits jeder 5. verkaufte Christbaum künstlich. Doch Plastik-Bäume sind umstritten.

Auch in Winterthurer Stuben sind immer mehr Weihnachtsbäume künstlich.

Auch in Winterthurer Stuben sind immer mehr Weihnachtsbäume künstlich. Bild: pd

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Kann ein Polyethylen-Weihnachtsbaum – selbst wenn er noch so durch eine natürliche Optik besticht – tatsächlich eine Alternative zum echten Christbaum sein? «Niemals!», schreien Anhänger der natürlichen Tanne. «Der würzig-harzige Duft des echten Baumes kann durch nichts ersetzt werden.»

Das empfindet offenbar immer noch eine deutliche Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer so. Klar ist: Jährlich werden nach wie vor rund 1,2 Millionen echte Christbäume in der Schweiz verkauft. Allerdings stammt nur etwa eine halbe Million davon aus einheimischer Produktion.

Die Mehrheit der verkauften Bäume kommt aus Dänemark und Deutschland, wo sie in grossflächigen Kulturen angebaut und oft wochenlang in Kühlhäusern zwischengelagert werden. Dass sich die Lagerung und der lange Transportweg in die Schweiz nicht eben positiv auf die Ökobilanz der Christbäume auswirkt, versteht sich von selbst.

Immer beliebter

Aber lässt sich ein Plastik-Christbaum mit besserem Gewissen kaufen? Tatsache ist: Künstliche Weihnachtsbäume nadeln nicht, müssen nicht schon nach wenigen Tagen entsorgt werden und es besteht auch keine unmittelbare Brandgefahr.

Ein künstlicher Christbaum muss zwischen fünf bis 17 Jahre im Einsatz sein, bis er die Ökobilanz eines natürlichen Baums erreicht.Studien zur Ökobilanz von Plastik-Christbäumen

Diese Fakten überzeugen offenbar auch immer mehr Personen in Winterthur und Umgebung. «Wir stellen eine steigende Nachfrage nach künstlichen Christbäumen bei Obi in Winterthur fest», sagt Andreas Bühler, Sprecher der Migros Ostschweiz und vom Tochterunternehmen Obi.

«Rund 20 Prozent der im Obi-Markt verkauften Christbäume sind künstlich.» Auch bei Manor ist ein starkes Wachstum beim Verkauf der Plastik-Weihnachtsbäume zu verzeichnen. «Schweizweit steigt die Nachfrage jedes Jahr im tiefen zweistelligen Prozentbereich», sagt Manor-Sprecherin Gizem Meric. «In Winterthur ist dieser Trend ebenso feststellbar.» Selbst bei den Landi-Standorten in Neftenbach und in Marthalen stellt man einen «leichten Anstieg» bei der Nachfrage nach künstlichen Christbäumen fest.

Schlechte Ökobilanz

Doch der Plastikbaum ist umstritten: Denn im Ökobilanz-Direktvergleich schneidet das natürliche Tännchen aus der Region markant besser ab, als der meist aus China importierte künstliche Christbaum. Studien belegen, dass der Plastikbaum – je nach Transportweg und Produktionsweise – zwischen fünf bis 17 Jahre im Einsatz sein muss, bis er die Ökobilanz eines natürlichen Christbaums erreicht.

Erstellt: 13.12.2019, 15:39 Uhr

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