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Winterthurer machen aus ihrem Theater eine AG

Das Winterthurer Stadttheater erhält mehr unternehmerische Freiheit. Die Stimmberechtigten haben die Theatervorlage deutlich mit 75 Prozent angenommen.

Sehr deutlich wurde in Winterthur die Theatervorlage angenommen.
Sehr deutlich wurde in Winterthur die Theatervorlage angenommen.

Das Winterthurer Stadttheater wird aus der Stadtverwaltung ausgegliedert und zu einer gemeinnützigen Aktiengesellschaft umgebaut. Das Stimmvolk hat dieser Vorlage mit einem Ja-Anteil von 75 Prozent zugestimmt.

Für die Ausgliederung in eine gemeinnützige Aktiengesellschaft stimmten 18'007 Winterthurerinnen und Winterthurer, dagegen waren nur 6000. Die Stimmbeteiligung betrug 35,8 Prozent.

Aus der Verwaltungseinheit «Theater Winterthur» wird somit die «Theater Winterthur AG». Mit dieser Ausgliederung soll die Theaterleitung mehr Handlungsspielraum erhalten, vor allem wenn es darum geht, mehr Geld von Privaten aufzutreiben. Gewinne abzuschöpfen soll aber weiterhin nicht möglich sein. Um sicherzustellen, dass die Qualität nicht sinkt, wird die Stadt den kulturellen Auftrag des Theaters definieren. Dafür will sie die künftige AG mit 4,25 Millionen Franken pro Jahr subventionieren. Das Gebäude bleibt im Besitz der Stadt. Auch der Unterhalt wird weiterhin von der Stadt übernommen.

Vorbehalte bei SP, Grünen und AL

Der Grosse Gemeinderat gab im vergangenen Dezember mit grosser Mehrheit Grünes Licht für die Ausgliederung. Dennoch gab es Vorbehalte, in erster Linie bei SP, Grünen und AL.

Die AL lehnte die Vorlage aber als einzige Partei ab. Sie befürchtet vor allem, dass das Angebot des Theaters verlachen könnte und nur noch gefällige, kommerzielle Produktionen gezeigt werden.

Die SP hätte als Rechtsform lieber eine Genossenschaft oder eine Stiftung gehabt als eine AG. Es müsse sichergestellt werden, dass die künstlerische Unabhängigkeit gewährleistet bleibe. Auch eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen dürfe nicht toleriert werden.

Als nächstes kommt die Vorlage vor den Regierungsrat. Auch er muss die neue Theaterverordnung noch absegnen. Sagt auch er Ja, beginnt die erste Saison als AG im August 2019.

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