Winterthur

Winterthurs gefährlichste Kreuzungen

22 Unfallschwerpunkte gibt es in Winterthur nach offizieller Zählung. Erstmals macht die Stadt auch publik, an welchen fünf Orten Velofahrer besonders gefährlich leben. Es gibt Überraschungen.


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Knapp 1200 Unfälle passierten in Winterthur im vergangenen Jahr, eine Zahl die in den letzten Jahren wieder leicht angestiegen ist. Doch wo kracht es besonders oft? Im kürzlich veröffentlichten Sicherheitsbericht der Stadt sind 22 Stellen aufgelistet, die laut offizieller Norm als «Unfallschwerpunkte» bezeichnet werden dürfen. Erstmals auch fünf Punkte ausgewiesen, wo besonders viele Velofahrer verunfallen. Denn die Zweiräder tragen zu den steigenden Unfallzahlen bei und verletzen sich dabei viel öfter als Autolenker. Besonders stark stiegen die Unfälle mit E-Bikes. 42 waren es 2018, zwei Jahre zuvor waren es nur 13 gewesen.

Wo Velofahrer verunglücken

Einer der fünf Velo-Hotspots ist der Etzbergkreisel in Seen. Hier verletzten sich in den letzten drei Jahren fünf Zweiradfahrerinnen leicht. Der Kreisel wird nun aufwändig umgebaut und sicherer gemacht. Es ist aber keinswegs die schlimmste Velo-Unfallstelle. Die befindet sich bei der Einmündung Oberer Deutweg in die Grüzefeldstrasse, also zwischen Franz-Garage und Eishalle . Zehn Velofahrer wurden hier von 2016 bis 2018 bei Unfällen verletzt, eine Person schwer. Die Kreuzung, auch im Autoverkehr ein Unfallschwerpunkt, wird in näherer Zeit neu gestaltet, wenn die Busbrücke über den Bahnhof Grüze gebaut wird.

Hier verunglückten zwischen 2016 und 2018 zehn Velofahrer. Bild: mad

Zwei weitere Velo-Gefahrenstellen sind auch für Autos unfallträchtig, nämlich der Ohrbühlkreisel in der Grüze (6 verletzte Velofahrer) und der Lindspitz (5 Velo-Opfer). Gleich siebenmal in drei Jahren verletzten sich Velofahrer aber an einem Ort, wo es gar keine Autos hat, nämlich dem St. Georgen-Platz . Dort verbindet eine beliebte Velo- und Fussgängerbrücke den Hauptbahnhof mit dem Roten Turm und dem inneren Lind. ZHAW-Studierende, Velopendler und Schüler des Schulhauses wuseln durcheinander. Seit Anfang 2019 ist eine neue, breitere Brücke in Betrieb. Offenbar hilft das, 2019 gab es noch keine Verletzten.

Bei den Auto-Unfallschwerpunkten hat jeder Stadtteil seine Problemzonen. Eine auffällige Ballung gibt es in Töss: Rund um die Auf- und Abfahrten der Autobahn A1 gibt es auf engstem Raum gleich fünf Unfallschwerpunkte. In diesem Gebiet, wo abends täglich der Verkehr staut, gibt es viele Auffahrunfälle, besonders stadteinwärts auf der Zürcherstrasse.

Generell sind die Auffahrten und Abfahrten zur Autobahn neuralgische Punkte. In Oberwinterthur kracht es auf der Frauenfelderstrasse, in Wülflingen auf der Salomon-Hirzel-Strasse. Einzig am Rosenberg, bei der Abfahrt Ohringen sind die Unfallzahlen unauffällig. Eine der zwei Problemstellen in Wüflingen, die Verbindungsstrasse von der Riedhofstrasse auf die Salomon-Hirzel-Strasse am Strassenverkehrsamt vorbei hat inzwischen eine Lichtsignal-Anlage erhalten.

Gefährliche Kurven

Nur ein einziger Unfallschwerpunkt liegt nicht an einer Kreuzung. Es sind die Kurven der Steigstrasse Richtung Dättnau, mitten im Wald, etwa auf Höhe des Brunnens. «Hier gibt es viele Selbstunfälle», sagt Michael Wirz, Sprecher der Stadtpolizei.

(Erstellt: 09.07.2019, 18:11 Uhr)

Definition

Was Unfallschwerpunkt bedeutet

Eine Stelle gilt, laut VSS-Norm, dann als Unfallschwerpunkt, wenn innerhalb der letzten drei Jahre die Zahl der Unfälle mit Personenschaden innerhalb des Perimeters einen bestimmten Grenzwert übersteigt. Unfälle ohne Verletzte und reine «Blechschäden» fliessen nicht ein. Schwere Unfälle zählen doppelt so stark wie leichte. Innerorts braucht es innerhalb dreier Jahre fünf Unfälle mit Leichtverletzten oder einen Unfall mit Schwerverletzten und drei Unfälle mit Leichtverletzten, damit der Ort als Unfallschwerpunkt gilt. (mig)

Mitarbeit

Schwachstellen melden

Die Abteilung Verkehr des Tiefbauamts lädt die Bevölkerung dazu ein, Schwachstellen im Velonetz und bei den Fussgängerverbindungen zu melden. Über die App «Stadtmelder», wo man heute bereits defekte Strassenlampen, falsch abgeladenen Müll und ähnliche Alltags-Ärgernisse melden kann, sollen diese neuralgischen Stellen systematisch erfasst werden. Auf dieser Grundlage wird danach ein Massnahmenplan zur Beseitigung der Schwachstellen entwickelt, schreibt der Stadtrat. Melden soll die Bevölkerung zum Beispiel Netzlücken, Stolperfallen und gefährliche Situationen für Fussgängerinnen und Velofahrer. Dies könne auch per E-mail oder Brief ans Tiefbauamt (Pionierstrasse 7) geschehen. (mig)

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