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Winti-Mäss schliesst Aussteller aus

Morgen ­eröffnet die diesjährige ­Gewerbeausstellung – zwei Firmen sind nicht mehr dabei. Eine davon vertrieb ­fragwürdige Gruppenreisen.

Anstehen für die Gewerbemesse: Willkommen sind an der Ausstellung, nebst den Besuchern, nur seriöse Anbieter.
Anstehen für die Gewerbemesse: Willkommen sind an der Ausstellung, nebst den Besuchern, nur seriöse Anbieter.
Archiv / Heinz Diener

Es war eine Reise, die die Teil­nehmer nicht so schnell vergessen werden – im negativen Sinn. Der Ärger begann schon vor dem Abflug: Zehn Tage vor Antritt der Gruppenreise in die Türkei in­formierte der Veranstalter die Kunden, die die Reise bei einer Vertriebsgesellschaft an diversen Schweizer Gewerbemessen gebucht hatten, dass der Trip um einen Tag vorverschoben werde. Im gleichen Stil ging es weiter: Wegen einer nicht angekündigten Zwischenlandung in Istanbul kam die Gruppe erst nach 1 Uhr morgens im ersten Hotel an. Für Zusatzleistungen, die man als inklusive anpries, wurden plötzlich 159 Euro verlangt. Und: Wer nicht an den Tages­programmen teilnehmen wollte, wofür der Anbieter offenbar von Drittparteien Geld erhielt, wurde nicht in­formiert, welches Hotel für die nächste Übernachtung gebucht war.

Ausschluss nach Beschwerden

Nach der Rückkehr reklamierten einzelne Teilnehmer bei der ­Vertriebsgesellschaft, einer Firma mit Sitz in Süddeutschland, und beschwerten sich bei den Messeveranstaltern über den Anbieter. Dieses Vorgehen hatte, womöglich zusammen mit weiteren Beschwerden, Konsequenzen, wie ein Teilnehmer berichtet, der seine Reise an der Luzerner Messe Luga gebucht hatte. Veranstalter wie die Winti-Mäss schlossen die kritisierte Vertriebsgesellschaft von künftigen Messen aus. Livia Käser vom Winti-Mäss-Organisationsteam bestätigt den Ausschluss auf ­Anfrage und berichtet noch von einem weiteren Aussteller, den man in diesem Jahr nicht mehr zugelassen habe.

«Unseriöse Firmen lehnen wir ab»

«Wir wollen nur seriöse An­bieter», versichert Käser. «Unpassende Firmen lehnen wir konsequent ab.» Man hole zu allen Ausstellern Auskünfte ein; manche seien für besonders aggressive Verkaufsmethoden bekannt, was problematisch sein könne. Eine Garantie, dass keine Probleme auftauchen, könne es bei der grossen Teilnehmerzahl aber nicht geben – rund 250 Aussteller sind es diesmal. Bei negativem Feedback von Besuchern reagiere man aller­dings sofort und kontaktiere die Aussteller. Unseriöse Anbieter seien nicht nur für die Besucher ärgerlich, sondern auch für die Messe: «Wir würden unser Image schädigen, wenn wir betrügerische Firmen zulassen würden.»

Laut Käser geben am häufigsten unfaire Wettbewerbe von Ausstellern Anlass zu Beschwerden, etwa solche mit halt­losen Versprechungen. Insgesamt sei die Zahl der Reklamationen aber tief, und zu Ausschlüssen komme es sehr selten. In den letzten Jahren habe man gar ­keine Anbieter ausschliessen müssen; dass es nun gleich zwei sind, sei ein Zufall.

Der geschädigte Reiseteilnehmer hat von der Vertriebsgesellschaft immerhin eine Entschädigung von 500 Euro erhalten. Und er hat gelernt: Bei organisierten Gruppenreisen ist höchste Vorsicht geboten.

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