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Das erste Interview mit dem neuen EHCW-Trainer

Der neue EHCW-Trainer Misko Antisin spricht erstmals über seine schwere Entscheidung, seine Pläne mit dem Team und über seinen neuen Assistenten.

Uinter Guerra und der EHC Winterthur haben einen neuen Trainer.

Uinter Guerra und der EHC Winterthur haben einen neuen Trainer. Bild: mas

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Misko Antisin, Sie waren Assistent von Michel Zeiter. Wie war es, seine Nachfolge anzutreten?
Das war eine sehr schwierige Situation. Es war ja Zeiter, der mich nach Winterthur geholt, mich zurück in die Schweiz gebracht hat. Es hat mich drei schlaflose Nächte gekostet - und ein Gespräch mit “Zeiti», in dem er mir gesagt hat, dass ich den Job annehmen soll. Ich hoffe, ich kann das erreichen, was er nicht erreichen konnte.

«Es nützt nichts, immer nur gut zu trainieren.»

Was ist denn alles schief gelaufen?
Ich will nicht zuviel zurückschauen, ich blicke nach vorne. Wir hatten in unseren Spielen sehr viele gute Chancen, aber wir verwerteten sehr wenige. Wir haben keine Konstanz über 60 Minuten hingebracht. Die Moral und die Stimmung in der Mannschaft waren ziemlich am Boden. Also versuche ich, ein bisschen Freude zurückzubringen. Ich bin keiner, der gross herumschreit. Nur schon ein kleiner Unterschied kann den Unterschied für uns ausmachen. Ein bisschen mehr Freiheiten, ein bisschen weniger Struktur. Wenn wir ein frühes Tor schiessen, kann das viel verändern. All die Trainer, unter denen ich gearbeitet habe, wiesen immer wieder auf dieses wichtige eine Tor hin. Dazu brauchen wir Emotionen und Spass.

Wie lautet Ihr Eindruck nach einer knappen Woche?
Wir hatten einige sehr gute Trainings mit hohem Tempo, heute werden wir ein zusätzliches Training haben. Aber der erste Test ist das Spiel am Dienstag in La Chaux-de-Fonds. Es nützt nichts, immer nur gut zu trainieren.

«Als Coach muss ich schauen, dass ich alle meine Spieler erreiche. Der eine braucht eine Umarmung, der andere klare Anweisungen, der dritte vielleicht noch mehr.»

Haben Sie Einzelgespräche geführt?
Für mich ist das Team wichtig, die Transparenz, die Ehrlichkeit. Wir haben vorher genug Einzelgespräche gehabt, nun müssen wir ein Team sein. Ich spreche zum Team, die Spieler sprechen vor dem Team.

In welcher Sprache?
Ich verstehe auf Deutsch noch immer alles, aber ich spreche englisch. Das verstehen auch alle, englisch ist die Hockeysprache. Als Coach muss ich schauen, dass ich alle meine Spieler erreiche. Der eine braucht eine Umarmung, der andere klare Anweisungen, der dritte vielleicht noch mehr. Ich kann zum Beispiel zu Thibaut Monnet sagen «Allez Thibaut», und dann versteht er mich. Ich habe hier zwei Kanadier, die alles fürs Team geben.

15 Punkte beträgt der Rückstand des EHCW auf einen Playoff-Platz. Ist das zu korrigieren?
Resultate basieren auf der Art und Weise, wie wir zusammen arbeiten. Ich blicke jetzt nicht auf diese 15 Punkte, es interessiert mich einzig, Konstanz ins Team zu bringen. Ich habe in den letzten Tagen mit verschiedenen Trainern aus meiner früheren Zeit gesprochen, mit Sean Simpson, Colin Muller oder Björn Kinding. Die haben mir alle etwas Gutes mitgegeben. Und ich sass auch mit Cesi Zehnder zusammen, dem U17-Coach von Winterthur, wir waren während unserer Karriere ja nicht unbedingt Freunde. Es war ein richtig gutes Gespräch.

Haben Sie schon einen Assistenten?
Reto Kobach, der zurzeit verletzt ist, hilft vorläufig mal in dieser Rolle aus.

Wie sind Ihre Pläne über diese Saison hinaus?
Ich liebe die Schweiz. Ich habe mit meiner Frau fünf Jahre in der Schweiz geplant. Es war bis jetzt ein hartes erstes Jahr. Wenn ich in Winterthur gut arbeite, kann ich vielleicht hier bleiben, oder dann interessiert sich ein anderer Club für mich.

Erstellt: 13.12.2019, 13:37 Uhr

Misko Antisin ist der neue Trainer des EHC Winterthur. (Bild: PD)

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