Schönheit

«Wir verkleinern grosse Ohrlöcher und entfernen Flecken von den Beinen»

Die Pallas-Kliniken werben mit Spezialrabatt für Hochzeitspaare, die sich für den grossen Tag «auffrischen» wollen.

Michael Gütling führt seit über 30 Jahren in Winterthur Schönheitsoperationen durch. Foto: PD

Michael Gütling führt seit über 30 Jahren in Winterthur Schönheitsoperationen durch. Foto: PD

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Herr Gütling, Ihr Arbeitgeber, die Pallas-Kliniken, bietet einen Rabatt für Hochzeitspaare an, die sich einen «gewissen Glanz für ihren schönsten Tag» verleihen wollen. Ist das wirklich ein Bedürfnis?
Michael Gütling: Ja, im Februar, März und Anfang April haben wir die grösste Nachfrage. Bei den Hochzeitspaaren laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Sie überlegen sich, was sie anziehen, welche Stellen durch Kleidung verdeckt sind ­– und welche nicht. Da kommt schnell die Frage auf: Gibt es noch einen störenden Fleck, ein Fältchen oder ein Besenreiser am Bein?

Um Makel auf Hochzeitsfotos zu beseitigen, braucht man doch kein Skalpell, da gibt es heute Photoshop. Warum sollte man zu Ihnen kommen?
Damit der Partner nicht «Nein» sagt. (lacht) Im Ernst: Unseren Kunden geht es darum, sich in ihrer Haut möglichst wohl zu fühlen. Selbstsicher, ohne Makel. Es ist schliesslich der wichtigste Tag im Leben.

«Bei den Lippen ist der Geschmack regional. Im Süden wünscht man mehr Volumen.»Michael Gütling, 
Chefarzt der Ästhetischen Dermatologie, Pallas-Kliniken Winterthur

Was sind die häufigsten Wünsche?
Das grösste Thema sind Flecken und Muttermale im Gesicht, an den Armen oder den Händen. Auch geplatzte Äderchen und unerwünschte Behaarung werden oft behandelt, Fältchen aufgefüllt oder ein Doppelkinn reduziert. Ein Detail, was bei den Damen oft korrigiert wird, sind zu grosse Ohrlöcher. Die meisten dieser Eingriffe können wir ambulant ausführen.

Wünscht die Braut sich auch volle Lippen, für den Kuss?
Hier ist der Geschmack je nach Herkunft sehr unterschiedlich. In südlichen Regionen wünscht man mehr Volumen.

Und was tun Sie, wenn das Brautkleid um die Taille zwickt?
Oder das Knöpfchen immer aufgeht? Ja, auch Pölsterchen werden im Hinblick auf die Hochzeit reduziert. Das ist allerdings aufwendiger und kann mehrere Sitzungen brauchen.

Es ist heikel, kurz vor einem grossen Termin noch einen ästhetischen Eingriff zu machen.
Stimmt. Es ist ganz wichtig, den Behandlungstermin auf den Hochzeitstag abzustimmen. Wir planen genug Reserve ein – nicht dass die Braut an ihrem grössten Tag schlechter aussieht. Botox und Filler kann man gut zwei oder drei Wochen vorher anwenden. Dann kann man auch noch nachkorrigieren, wenn es zu wenig war.

Sie werben mit der «Braut, die sich traut». Kommen auch Bräutigame für Operationen?
Früher waren es praktisch nur Frauen, heute machen die Herren etwa ein Drittel aus. Ich weiss nicht, ob das am Druck durch die Damen liegt.

Kommen die Paare denn auch gleich zu zweit in die Praxis?
Das kommt oft vor, ja. Manchmal sagt die Braut dann: Gucken Sie sich ihn doch auch gleich an.

Und was wollen die Herren korrigieren?
Das Hauptthema sind hervorstehende Muttermale und unerwünschte Behaarung. Im Trend ist derzeit, Zornesfalten zu polstern. Und beide Geschlechter wünschen Behandlungen gegen starkes Schwitzen.

Sie führen seit 30 Jahren Schönheitsoperationen durch. Was hat sich verändert?
Schönheitsoperationen waren früher ein Tabuthema. Heute reden die Leute offen über ihre Behandlungen. Das Thema ist in den Medien präsenter und die technischen Möglichkeiten haben sich stark verbessert, etwa durch neue Laser. Und auch Fettpölsterchen lassen sich, mit dem sogenannten Liposculpting, oft ohne Operation behandeln.

Müssen die Paare eigentlich beweisen, dass sie tatsächlich heiraten – und nicht bloss den Rabatt erschleichen wollen?
Wir vertrauen unseren Kunden. Und falls es doch einmal vorkommt, dass eine Einzelperson das versucht, ist es vielleicht jemand, der sich ganz fest wünscht, zu heiraten.

Erstellt: 22.03.2019, 15:53 Uhr

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