Winterthur

Wird das Auto wieder bevorzugt?

Heute hat Stadtbus die Fahrgastzahlen des letzten Jahres präsentiert. In der Stadt resultiert eine «erfreuliche» Zunahme der ÖV-Nutzenden. Bei den Regionallinien hingegen ein «unerklärlicher» Rückgang.

Die grösste Einbusse verzeichnete die Linie 610 von Oberwinterthur nach Wiesendangen. Foto: M. Schoder

Die grösste Einbusse verzeichnete die Linie 610 von Oberwinterthur nach Wiesendangen. Foto: M. Schoder

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Er sei «hoch erfreut über die Zunahme um 1,2 Prozent», sagt Stadtbus-Direktor Thomas Nideröst zu den neuesten Fahrgastbewegungen. In absoluten Zahlen gesprochen, hat Stadtbus auf den Stadt- und Regionallinien im vergangenen Jahr 27,8 Millionen Fahrgäste transportiert. Ein überdurchschnittliches Wachstum im Vergleich mit anderen Städten.

Die Kundenzufriedenheit ist gut, dies zeigen die jährlichen Umfragen, und die grosse Umstellung des Fahrplans im vergangenen Dezember mit neuen Anschlüssen, dichterem Takt und verbesserten Verbindungen scheinen sich auf die Zahlen weiter positiv auszuwirken, so Nideröst.

«Dies ist aber erst eine Prognose, die sich im Laufe des Jahres noch bestätigen muss». Immerhin spricht Nideröst bereits von einem «sehr, sehr erfreulichen Zuwachs der Fahrgäste» auf der neuen Linie 7, die zwischen Wülflingen und Chli-Hegi kursiert.

Baustellen halten vom Busfahren ab

Stadtbus hat aber auch zwei weniger erfreuliche Befunde. Da ist einerseits die kurze Linie 4, welche die Breite bedient und einen dramatischen Passagiereinbruch um 9,1 Prozent verzeichnet.

Dieser ist laut Nideröst einfach zu erklären: «Die Strassenbauarbeiten hatten zur Folge, dass mehrere Haltestellen in unterschiedlichen Rhythmen nicht bedient werden konnten.»

«Die Summe hat schon eine gewisse Brisanz.»Thomas Nideröst,
Direktor Stadtbus Winterthur

Allerdings waren diese bereits in den Vorjahren im Gang. Sicher habe auch das lang anhaltende trockene Wetter im 2018 die Leute zum Velofahren statt Busfahren animiert, vermutet er.

Mehr Sorgen bereiten Stadtbus die Regionallinien. Diese sind deutlich weniger gefragt als die innerstädtischen Angebote, sie machen nur gerade einen Anteil von sieben Prozent des gesamten Fahrgastvolumens von Stadtbus aus. Ein substantieller Teil dieser Fahrgäste bewegt sich überdies ausschliesslich auf Stadtgebiet.

Nun wird ein Rückgang von 7,6 Prozent bei den regionalen Verbindungen verzeichnet. Ein Teil, nämlich 3,6 Prozent, lässt sich mit der Abgabe der Linien 658 und 662 an die Verkehrsbetriebe Glattal erklären.

Die anderen vier Prozent hingegen bedürfen «einer genauen Analyse und gegebenenfalls Massnahmen», so das Resumé von Stadtbus. Speziell eingebrochen sei die Passagierzahl auf der Linie 610 von Oberwinterthur nach Wiesendangen, ein Teil davon dürfte auf die Linie 611 gewechselt haben.

Analyse Stadt-Land-Verkehr steht an

Die Analyse von Stadtbus dürfte sich anhand der vorliegenden Bilanz nicht nur um die negativen Auswirkungen wegen ausbleibender Ticketeinnahmen drehen, sondern auch um die Frage, ob sich der Verkehr zwischen Stadt und Land wieder vermehrt per Auto abspielt.

Dies widerspräche den Modalsplit-Zielen des städtischen Gesamtverkehrskonzeptes, die den öffentlichen und den Veloverkehr zu Lasten des Autoverkehrs stärken sollen (siehe Box).

Laut Nideröst ist eine Schlussfolgerung verfrüht. Er räumt aber ein, «dass die Summe der ausbleibenden Passagiere im Hinblick auf die Modalsplit-Ziele schon eine gewisse Brisanz hat». Die Buslinien, die einen Passagiereinbruch erlitten haben, sind übrigens nicht gefährdet, versichert Nideröst. «Grundsätzlich haben wir einen guten Kostendeckungsgrad» (Der Landbote)

Erstellt: 20.03.2019, 18:28 Uhr

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