Winterthur

Wülflingen bekommt seinen Dorfplatz

Das gute Ende einer langen Leidengeschichte: Heute war der offizielle Baubeginn auf dem Frohsinn-Areal im Dorfkern.

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Eigentlich war es ja nur der Spatenstich für ein Projekt mit zehn Wohnungen und einem Café, der heute zahlreiche Politiker und prominente Gäste in den Wülflinger Dorfkern lockte.

Dass es sich eher um einen historischen Moment handelte, zeigte schon die Anwesenheit von Pearl Pedergnana (SP) und Josef Lisibach (SVP). Die beiden Amtvorgänger von Baustadträtin Christa Meier (SP) haben einen grossen Anteil an der Realisierung des Projekts.

Pearl Pedergnana war es, die Bruno Stefanini überzeugte, dass es auf dem Frohsinn-Areal vorwärts gehen müsse. Der Immobilienbesitzer schenkte 2012 den «Schandfleck» der Stadt.

Eine lange Geschichte

Das Frohsinn-Areal auf dem früher ein Gasthof stand, hat eine lange Geschichte hinter sich. Seit 1962 waren rund zwei Drittel der Parzelle im Besitz von Bruno Stefanini. Es gab Pläne für ein Einkaufszentrum, die aber wieder fallengelassen wurden.

«Statt Frohsinn herrschten hier Trübsal, Trauer und Unglück»Christa Meier

Die Parzelle verwahrloste, nur der Parkplatz wurde rege genutzt. «Statt Frohsinn herrschten hier Trübsal, Trauer und Unglück», sagte Christa Meier in ihrer Ansprache.

Das Projekt «Agnes», in dem Peter Lyner das Cafe übernehmen wird, soll Wülfingen endlich den lang erwarteten Dorfplatz bringen. Sie hoffe, dass der eigentlichen Bedeutung des Wortes Frohsinn entsprechend bald Heiterkeit, Fröhlichkeit und Glückseligkeit herrschen, sagte Meier.

Ein Teil des Grundstücks zwischen Eulach und Wülflingerstrasse gehört schon seit langem der BW-Holding AG. Deren Verwaltungsratspräsident Philip Jöhr erzählte in seiner Ansprache von der langen Leidensgeschichte. Es sei ihm zeitweise peinlich gewesen, dass ein Teil des Schandflecks ihm gehöre.

Aber ohne das Einverständnis Stefaninis habe er nichts bewegen können. Häufig habe er sich mit ihm getroffen um über die Zukunft des Areals zu reden. «Eigentlich war Herr Stefanini auch der Meinung, dass hier etwas passieren muss», so Jöhr. Leider habe er sich aber nie entschliessen können, wirklich etwas zu tun. «Als ich ihm das Grundstück abkaufen wollte, hat er das wegen Überliquidität in seiner Firma abgelehnt.»

Auch ein Tauschgeschäft sei nie zustande gekommen. «Bruno Stefanini konnte sich einfach nicht von seinem Besitz trennen». Eine Ausage, die Bettina und Vidal Stefanini, die anwesenden Kinder des Immobiliensammlers mit einem Lächeln quittierten.

Erstellt: 04.10.2018, 13:36 Uhr

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