Winterthur

Stadt kennt die Ursache der Zählpanne nicht

Der Wahlkreis Wülflingen hat am Sonntag ein falsches Ergebnis für die Abstimmung über das Taxigesetz gemeldet. Der Wahlkreis Seen verrechnete sich bei den Steuerinitiativen.

Seen und Wülflingen haben sich bei den Abstimmungen vom 9. Februar verzählt.

Seen und Wülflingen haben sich bei den Abstimmungen vom 9. Februar verzählt. Bild: PD

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Erneut muss Winterthur nach einem Abstimmungswochenende zwei grobe Fehler eingestehen. Entgegen der am Sonntagabend veröffentlichten Ergebnisse hat auch Wülflingen das kantonale Taxigesetz angenommen. Und wie die anderen Stadtkreise stimmte Seen in der Stichfrage mehrheitlich für die Entlastungsinitiative der Jungsozialisten. Am Sonntag hatte die Mittelstandsinitiative der Jungfreisinnigen vorne gelegen.

Ursache unbekannt

Die Stadt erklärt die falschen Ergebnisse mit «Rechnungsfehlern». Nach einer Anfrage des «Landboten» wurden die Unterlagen überprüft und der Fehler in Wülflingen festgestellt. Am Sonntag habe bereits der Kanton nachgefragt, ob das aus dem Stadtkreis gemeldete Ergebnis zum Taxigesetz stimmen könne, sagt Andreas Friolet, der stellvertretende Kommunikationschef der Stadt. «Das Ergebnis wurde in Winterthur aber – angesichts der eher konservativen Tradition in Wülflingen – für möglich erachtet.» Bei einer Überprüfung aller Ergebnisse sei schliesslich auch der Rechenfehler in Seen festgestellt worden.

Die Ursache für die falschen Abstimmungsergebnisse kennt die Stadt noch nicht. «Derzeit laufen Abklärungen über die Ursachen, die zu diesen Fehlern geführt haben», sagt Friolet. Für eine abschliessende Beurteilung sei es noch zu früh.

Schon wieder Wülflingen

Die falschen Resultate passen zu einer Serie von Pannen in der Stadt. Im März 2018 vergass das Kreiswahlbüro Wülflingen fast 2000 Gemeinderatslisten ins elektronische System einzutragen. Die Panne wurde erst drei Tage später entdeckt und führte zu einer Sitzverschiebung im Gemeinderat. Statt an die Grünen ging der Sitz an die BDP. Daraufhin trat das ganze Kreiswahlbüro Wülflingen zurück.

Unzureichende Wahlvorbereitungen und Resultate in Winterthur haben in den vergangenen Jahren mehrfach für Stirnrunzeln und Spott gesorgt. Im Jahr 2018 unterliefen der Stadt gleich drei Pannen. Im Februar versandte die Stadtkanzlei fehlerhafte Wahlcouverts und im Mai beim Urnengang über das Geldspielgesetz 800 Abstimmungscouverts an nicht stimmberechtigte Personen. Die Stadtkanzlei erklärte die Pannenserie mit einer «Verkettung unglücklicher Ereignisse», wie sie auch anderswo passieren könne.

Weniger Fehler, mehr nicht

Um neuerliche Fehler zu vermeiden, erstellte die Stadtkanzlei einen Bericht zur Risikoanalyse bei Wahlen und Abstimmungen. Darin sind 24 Risiken aufgeführt, die zu Fehlern führen können und 60 Massnahmen, um die Risiken zu verringern. Pannen seien dennoch nie ganz auszuschliessen, hielt die Stadtkanzlei bei der Veröffentlichung der Analyse fest.

Die Stadtkanzlei lag richtig. Zwar seien die Risiken dank der Massnahmen reduziert worden, sagt Andreas Friolet, stellvertretender Kommunikationschef der Stadt. Aber eben: «Fehler können nie ganz ausgeschlossen werden». Auch aus den Fehlern des vergangenen Abstimmungswochenende werde die Stadt ihre Lehren ziehen. «Wir werden die Umstände analysieren und daraus die nötigen Schlüsse ziehen.» Die neusten Rechenfehler zeigten sicherlich, dass die Abläufe immer wieder von neuem auf ihre Fehleranfälligkeit überprüft werden müssten.

Erstellt: 11.02.2020, 13:11 Uhr

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