Winterthur

Wurstessen im «Filetstück»

Zwei Unternehmen mit 350 Arbeitsplätzen haben am Stadtrand den Grundstein gelegt für ihre neuen Firmensitze. Die Belegschaft kam zum traditionellen Wurstmahl, und zwei Stadträte assen mit, weil die ganze Geschichte auch politisch ist.

Auf «dem Filetstück» zwischen Technorama und Autobahn in Oberwinterthur entstehen die neuen Firmensitze der Bührer 3-Plan-Haustechnik AG und der Baltensperger Bau- und Holzbaufirma.

Auf «dem Filetstück» zwischen Technorama und Autobahn in Oberwinterthur entstehen die neuen Firmensitze der Bührer 3-Plan-Haustechnik AG und der Baltensperger Bau- und Holzbaufirma. Bild: Marc Dahinden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Sonne schien und wärmte die rund 200 Anwesenden einen Moment lang, als gestern Mittag Beat Baltensperger und Daniel Bührer den beiden Stadtratsmitgliedern Josef Lisibach (SVP) und Yvonne Beutler (SP) Schaufeln in die Hände drückten. Zu viert vergruben sie eine Blechkiste mit Plänen, Baubewilligung und anderem Papierkram drin. Dann etwas Beton drauf, und man wandte sich den Würsten und Getränken zu.

Die Grundsteinlegung besiegelte einen längeren Prozess: Bührers 3-Plan-Haustechnik AG und Baltenspergers Bau- und Holzbaufirma bauen gemeinsam ihre Firmensitze neu; auf einem Stück Land, das der Stadt Winterthur gehörte. Es liegt zwischen Technorama und Autobahn und wird wegen dieser guten Verkehrslage gerne «das Filetstück» genannt.

Vor zehn Jahren hatte es der Stadtrat von den Pünten befreien lassen, auf dass sich dort neue Firmen ansiedeln würden, Firmen mit hoher Wertschöpfung und vielen Arbeitsplätzen – so die jahrelang gehegte Hoffnung. Zugegriffen haben nun zwei Firmen, die schon lange in Winterthur wirtschaften, nun aber zumindest nicht wegziehen. Die 3-Plan-Haustechnik AG existiert seit 30 Jahren, ist am Standort beim Ohrbühl-Kreisel stark gewachsen und suchte dringend mehr Platz. 90 Mitarbeitende planen alles von Heizung und Lüftung bis Sanitär- und Elektroanlagen. Beispielsweise im Nullener­gie­gebäu- de der Empa und im Glashaus von Tamedia in Zürich. Gerne wären sie ins Zeughaus gezügelt, als dieses zum Zen­trum für Nachhaltigkeit werden sollte. Doch der Stadtrat stoppte dieses Projekt, also sah man sich anderswo um und wurde im Filetstück fündig.

«Ich wollte hier bleiben»

Baltensperger seinerseits muss – ebenfalls wegen Platzmangels – weg von der Alten Poststrasse in Seuzach. Er suchte weitherum, führte auch in Effretikon und im Thurgau Gespräche, «aber eigentlich wollte ich immer hier bleiben», sagte er gestern. Seuzach verliert dadurch Steuern und Arbeitsplätze, Winterthur gewinnt etwas dazu. Das Magazin des Baugeschäfts war schon bisher in der Grüze und bleibt dort. Auf dem Filetstück baut Baltens- perger eine 120 Meter lange Halle fürs Holzgeschäft. Hochmodern mit zwei CNC-Maschinen bestückt, die Balken und Bretter nach Mass und mit möglichst wenig Resten sägen. Baltensperger erstellt viel in Modulbauweise, die hiesigen Schulpavillons etwa.

Auf gleiche Art will er das neue eigene Bürogebäude bauen. Der heutige Produktionsort in Seuzach sei zu klein für grosse Masse, sagt der Chef, deshalb müsse die Halle in Oberi schnell fertig sein, um das Bürohaus überhaupt bauen zu können. Baltenspergers Unternehmen zählt 250 Mitarbeitende, 50 davon im Holzbau.

Wohnungsbau in Seuzach

Am alten Standort in Seuzach werden rund 50 neue Wohnungen entstehen – teils zum Vermieten, teils zum Verkauf. Der Bau sei bereits bewilligt, sagt Baltensperger. Er brauche dieses Geld, um in Oberi investieren zu können – rund 20 Millionen Franken werden es sein. Das Filet übrigens hat 400 Franken pro Quadratmeter gekostet. 12 500 Quadratmeter haben 3-Plan und Baltensperger gekauft. Ein bedeutend grösserer Teil ist noch frei. (Landbote)

Erstellt: 11.03.2016, 21:46 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!