Neuhegi

Zu teuer? In Neuhegi stehen Neubausiedlungen teils zur Hälfte leer

Die Lage auf dem Wohnmarkt ist angespannt – jedoch nicht überall. In der Grossüberbauung Sue & Til sind rund 120 von 260 ­Wohnungen unvermietet.

Viel freier Platz im Monsterblock: Grossüberbauung Sue & Til.

Viel freier Platz im Monsterblock: Grossüberbauung Sue & Til. Bild: Marc Dahinden

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Winterthur, so könnte man meinen, ist als Wohnort dermassen beliebt, dass moderne Neubauwohnungen weggehen wie warme Weggli. Das stimmt nur bedingt: Bei der Überbauung Sue & Til in Neuhegi sind nach dem Bau aktuell 121 von 265 Wohnungen weder vermietet noch reserviert, wie auf der Internetseite der Überbauung angegeben wird. Das entspricht einer Leerstandsziffer von 45 Prozent.

Die geringe Nachfrage mag mit den hohen Mietpreisen zusammenhängen. Diese betragen bis 3400 Franken für eine Fünf­Zimmer-Wohnung – überdurchschnittlich teuer in einer Stadt, deren Bewohner Neuhegi zudem nicht für dermassen zentral und hip halten mögen wie die Vermarktungsfirma. Auffällig: Die Webseite richtet sich an Miet­interessenten, die Winterthur nicht kennen.

«Grillieren kann man nicht.»

Wie Bewohner der Siedlung erzählen, verfügen ­zudem die tiefer gelegenen ­Wohnungen über keine Dach­terrassen oder Balkone, sondern nur über Loggias, zwar mit Plattenboden, aber hinter Mauern: «Grillieren kann man dort nicht.» Sue & Til wurde etappenweise zum Bezug freigegeben, die ersten Wohnungen kamen letzten Dezember auf den Markt.

Bei der Firma Privera, die Sue & Til vermarktet, war vorerst keine Stellungnahme erhältlich. Der Leiter der Stadtentwicklung, Mark Würth, sagt: «In Neuhegi wurden sehr viele Wohnungen gleichzeitig gebaut, das macht es schwer.» Ähnliches hört man bei der Firma Anliker Immobilien, die für die benachbarte Siedlung Roy, bezogen ab 2016, zuständig ist. Hier sind 28 von 230 Wohnungen frei (Quote: zwölf Prozent). Hinzu kommt laut Würth, dass die Zuwanderung zurückging, was man landesweit spüre. «Vor drei Jahren wären die Wohnungen wohl besser gelaufen.»

Jede 200. Wohnung ist leer

Bei Sue & Til ist die Leerstandsquote 80-mal höher als im Mittel Winterthurs, wo sie innert Jahresfrist leicht zurückging, wie die Stadtentwicklung am Donnerstag vermeldete.

Leerwohnungsbestand in Winterthur. Quelle: Stadt Winterthur, Grafik: mk

Gemäss den im Auftrag des statistischen Bundesamts erhobenen Zahlen gab es am 1. Juni 303 leer stehende Wohnungen in der Stadt (0,56 Prozent); ein Jahr zuvor waren es 357 gewesen (0,66 Prozent). So prekär wie in den Jahren 2012 und 2013, als nur rund 80 Wohnungen leerstanden, ist die Lage aber nicht mehr.

Die Quote sei auf ein «erwartetes Niveau» zurückgegangen, kommentiert Würth: «Wir waren eher überrascht, dass sie im letzten Jahr etwas höher lag.» Erhoben wird die Leerstandsquote anhand des Elektrizitätsbezugs – kein Strom gleich leere Wohnung.

Es wird wieder mehr gebaut

Kürzlich kamen weniger neue Wohnungen als sonst auf den Markt. Letztes Jahr wurden 264 Einheiten von der Baukontrolle für bezugsbereit erklärt, der Durchschnitt der fünf Vorjahre liegt bei gut 700.

Dieser Trend wird sich aber schon bald wieder umkehren, denn demnächst kommen erneut mehr Wohnungen auf den Markt: in Neuhegi im geplanten Altersheim Vivale (120 Pflegeplätze, 115 Wohnungen), in der alten Volg-Weinkellerei in Veltheim (122 Wohnungen), im ersten Wohnblock auf dem Areal Werk 1/Lokstadt (260) und im auf­gestockten Lokwerk in Töss (60). Neu gebaut wird auch auf dem Ziegeleiareal Dättnau (300), am Lagerplatz (85) und im Vogelsang (165) sowie auf dem Kälin-Areal in Oberwinterthur (160). (Landbote)

Erstellt: 12.07.2018, 17:38 Uhr

Weiter angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt

Nur etwa jede 200. Wohnung in der Stadt steht leer.

Die Leerwohnungsquote in der Stadt Winterthur ist leicht zurückgegangen. Waren vor Jahresfrist noch 0,66 Prozent aller Wohnungen unbewohnt (357), wird aktuell eine Ziffer von 0,56 Prozent gemeldet (303 Wohnungen).

Übers Ganze gesehen, können also nur sehr wenige Wohnungen nicht vermietet werden. Noch weniger waren es allerdings 2012 und 2013, als die Leerstands­quote bei rund 0,15 Prozent lag.

Umfrage

In der neuen Grossüberbauung Sue & Til in Neuhegi stehen fast 50 Prozent der Wohnungen leer. Was ist Ihre Erklärung dafür?

Die Wohnungen sind einfach zu teuer.

 
49.5%

Wer will schon so weit draussen in einer anonymen Massensiedlung wohnen?

 
37.0%

Das wird schon. Bis sich eine Grossüberbauung füllt, braucht es halt Zeit.

 
13.6%

184 Stimmen


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