Winterthur

Zürich ohne Winterthur

Ein Gastroführer empfiehlt 250 Restaurants im Kanton Zürich. Doch in der Stadt Winterthur ist kein einziges Lokal aufgeführt.

Trotz vertiefter Recherche: Der stellvertretende Chefredaktor des Landboten Jakob Bächtold suchte die Winterthurer Restaurant im neuen «Zürich geht aus!» vergebens.

Trotz vertiefter Recherche: Der stellvertretende Chefredaktor des Landboten Jakob Bächtold suchte die Winterthurer Restaurant im neuen «Zürich geht aus!» vergebens. Bild: pd

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Der Name ist Programm: «Zürich geht aus!» heisst der Gastroführer der kürzlich in seiner Neuauflage für die Jahre 2019/2020 erschienen ist. Im Hochglanzheft geht es denn auch wirklich vor allem um Zürich, Zürich und Zürich. Die Restaurants der Stadtzürcher Quartiere werden in neun Kapiteln abgehandelt, dann gibt es noch Rubriken zum linken und rechten Zürichseeufer, der ganze Rest des Kantons wird in einem Abschnitt abgehandelt.

Zürich gegen Winterthur: 250 zu Null

250 Restaurants bespricht der Gastroführer im ganzen Kanton. Aus Winterthur wird kein einziges erwähnt. Keine der mittlerweile sechs Gault-Millau-Beizen auf Stadtgebiet, kein Trendlokal wie das Nachbars Garten, kein Klassiker wie die Krone in der Altstadt, keine ideenreiche Quartierbeiz wie der Grüne Hund.

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Welches Winterthurer Lokal hätte zwingend in den Restaurantführer «Zürich geht aus!» gehört?









In der Umgebung werden zwar einige Restaurants aufgeführt, so etwa das Gyrenbad ob Turbenthal oder der Hirschen in Stammheim. Angesichts der breiten Erwähnungen in der Stadt Zürich ist die Auswahl des Führers aber auch hier äusserst dürftig.

Von Zürcher Neuzugängen verdrängt

Auf Anfrage erklärt Wolfram Meister, Chefredaktor von «Zürich geht aus!», den blinden Fleck in Winterthur damit, dass für die neue Ausgabe «aussergewöhnlich viele» neue Restaurants in Zürich hätten aufgenommen werden müssen. Um den Umfang nicht weiter aufzustocken, hat man die Winterthurer weggelassen.

«Zürcher, und damit meine ich auch Adliswiler, Küsnachter und Wetziker, fahren eher nicht alleine für ein Abendessen nach Winterthur.»Wolfram Meister, Chefredaktor «Zürich geht aus!»

«Auf meiner laufend aktualisierten Liste figurieren momentan 29 Winterthurer Restaurants», sagt Meister. Um «halbwegs gerecht» zu sein, müssten zwischen 12 und 15 Lokale den Eingang ins Heft finden. Lediglich fünf Winterthurer Restaurants aufzunehmen, das gehe nicht, so Meister. «Andererseits fahren Zürcher, und damit meine ich auch Adliswiler, Küsnachter und Wetziker, eher nicht alleine für ein Abendessen nach Winterthur.»

Dass man vom Zürcher Bellevue mit der S12 gleich schnell im Fritz Lambada im Roten Turm wäre wie mit dem Tram Nr. 8 in Caduff’s Weinloft im Kreis 4 (im Führer auf Platz 1 der Kategorie «Genuss pur in den Quartieren»), ist offenbar noch nicht in diese Gastro-Redaktion - und wohl auch nicht ins Bewusstsein vieler Stadtzürcher - vorgedrungen.

Aber ok. Soll Zürich doch in Zürich ausgehen. So haben wir Winterthurerinnen und Winterthurer den Fensterplatz im Fritz Lambada und den lauschigen Tisch unter Bäumen im Bloom ganz für uns. En Guete!

Erstellt: 18.07.2019, 11:53 Uhr

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