Zurück bleibt die Erinnerung an wenig Schnee

Nur sechsmal hatten die Schneeräumer im letzten Winter wirklich etwas zu tun.

So sah es im letzten Winter in der Marktgasse nur selten aus.

So sah es im letzten Winter in der Marktgasse nur selten aus. Bild: Heinz Diener

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Stellt man sich den ganzen Schnee dieser Saison auf der Schaufel eines Räumungs­fahrzeuges vor, so kann der ­Kommentar nur lauten: eine ­magere Ausbeute. 49 Zentimeter beträgt sie laut der automatischen Schneemesstation des Tiefbauamts. Nur an zehn Tagen blieb wirklich etwas liegen auf dem neuen Gerät hinter der ­Villa Flora an der Obermühlestrasse, und wer schlitteln wollte in der Stadt, musste sich stets beeilen. Auch die späten Flocken vom letzten Sonntag schlagen in der Statistik nicht mehr zu Buche.

Wenig Schnee = wenig Arbeit = wenig Reklamationen von Verkehrsteilnehmen, diese simple Gleichung gibt ungefähr die ­Bilanz der städtischen Schneeräumer wieder. 34 Einsatztage waren es zwar insgesamt, doch wurde meist lediglich Salz gestreut, nur sechs grosse Schneeräumeinsätze hat Thomas Brönnimann vom Winterdienst gezählt. Fast immer reichten die eigenen 35 Fahrzeuge aus, Personalaufgebot: 70 Personen, fremde Hilfe brauchte es kaum - und das bei immerhin 360 Kilometern Strassennetz. Seit der Spardruck kleiner geworden ist, kann man im Tiefbauamt auch wieder so planen, wie man es sinnvoll findet. «Wenn wir morgens um drei Uhr rausgehen, hat es noch keinen Verkehr und an den Ampeln können wir durchfahren», sagt Brönnimann. Durch die schnellere Räumung könne man die höheren Per­sonalkosten (Nacht­zuschläge) grösstenteils wieder ­hereinholen.

Schneeräumer sind auch Wetter­schmöcker und Meteo­rologen. Eine Tendenz zu späteren Wintern hat der Winterdienstleiter festgestellt: «Früher schneite es oft schon im Oktober, heute erst im Dezember oder Januar.» Und: Der geringe Schneefall habe mindestens so viel mit fehlenden Niederschlägen zu tun wie mit höheren Temperaturen, denn «wenn es ganz kalt ist, fällt sowieso selten Schnee».

Fast nie unter null Grad

Allerdings zerregnete es in diesem Winter den Schnee auch oft; an fast allen Tagen überschritt die Temperatur in Winterthur den Gefrierpunkt. Auch in den letzten fünf Jahren lagen im ­Monatsmittel die Tageshöchsttemperaturen nie unter null Grad, wie Daten von Meteo Schweiz zeigen. Einzige Aus­nahme: der Januar 2017 mit einer mittleren Höchsttemperatur von minus 0,9 Grad. Wer es noch nicht getan hat, scheint sich an die lauen Winter bei uns ge­wöhnen zu müssen.

Erstellt: 16.04.2019, 19:05 Uhr

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